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Erwachsene Kinder trauern um ihre Eltern

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Sie stehen mit beiden Beinen fest im Leben, sie meistern ihren Beruf, haben längst eine eigene Familie gegründet, da passiert es. Die eigenen Eltern sterben: plötzlich oder nach längerer Krankheit, deren tödlichem Ausgang ein Abschied auf Raten vorherging. Dennoch ist der Tod der Eltern auch für erwachsene Kinder ein Schock. Er bedeutet das endgültige Ende der Kindheit und das Aufrücken in die nächste Generation. Der eigene Tod wird greifbarer.


Es ist eine unverrückbare Tatsache: Die eigenen Eltern sterben. Dennoch fällt es schwer, sich darauf vorzubereiten: Jeder Tod, jedes Sterben ist so einzigartig, wie es der oder die Lebende war. Wie es für die erwachsenen Kinder weitergeht, hängt von vielen Aspekten ab: Sind beide Eltern tot oder lebt ein Elternteil noch? Dann tauchen Aspekte auf wie: Wie leben Vater oder Mutter ohne Partner/-in weiter? Wie trauern sie über den Verlust und wie erleben die erwachsenen Kinder diese Trauer? Führt das gemeinsame Trauern die Familie näher zusammen? Oder ist auch der zweite Elternteil verstorben, die Ursprungsfamilie in ihrem Kern aufgelöst?

Der Blick zurück

Der Tod der Eltern kann vielfältige Gefühle auslösen. Je nachdem wie die Beziehung zu ihnen war, ob leicht und harmonisch oder von harten Auseinandersetzungen geprägt, kann ihr Tod Wut, Fassungslosigkeit, aber auch Erleichterung hervorrufen. Auch damit gilt es, fertig zu werden, oftmals ist es nötig, sich erneut einer inneren Auseinandersetzung mit den Eltern zu stellen. Es heißt auch, endgültig Abschied zu nehmen von unerfüllten Wünschen an die Eltern.

Sterben lernen

Wesentlich für den Trauerprozess ist auch, ob es den erwachsenen Kindern möglich war, den Tod ihrer Eltern zu begleiten. Wenn Kinder sich dazu entscheiden, wissen sie intuitiv, dass sie daraus verändert hervorgehen. Denn Sterbebegleitung kann traumatisieren, sie kann aber auch Angst und Schrecken lindern. Jede/r, der das erlebt hat, kann neben aller Trauer auch stolz sein, sich den unliebsamen Themen Tod und Sterben nicht verschlossen zu haben. Mit dem Abschied von den Eltern wird die eigene Kindheit losgelassen. Auch das ist ein Stück Sterben, aber auch ein Zeichen zum Aufbruch. Wenn der eigene Trauerweg gegangen ist, setzt die vor Augen geführte Endlichkeit des Lebens neue Energien frei: Das Leben will in seiner ganzen Fülle gelebt und genossen werden.

Artikel geschrieben von Eva-Maria Glagau

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