Fritz August Dalberg

Fritz August
Dalberg

06.11.2013
Leipzig
-
06.11.2013
Leipzig

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Gedenkseite für Fritz August Dalberg

17. April 2013
Heute habe ich einen Schwangerschaftstest gekauft. Nervös warte ich auf deinen Papa, dass er endlich von der Arbeit heim kommt. Gut sichtbar liegt der Test im Wohnzimmer als ich das Türschloss höre. Lächelnd stehe ich in der Küche und warte auf seine Reaktion. „Ich wollte dich auch schon fragen“, sagt er und gibt mir einen Kuss. Grinsend gehe ich ins Bad und mache den Test. Binnen Sekunden erscheinen zwei rosa Streifen auf dem Teststab. Als ich deinem Papa mitteile, dass es dich gibt, steht er auf und geht auf den Balkon. „Ich muss erst einmal eine rauchen“, sagt er. Lächelnd streichle ich über meinen Bauch. Wohl wissend das es dir gut geht.

29. April 2013
Ich habe einen Termin bei der Frauenärztin. Der Ultraschall bestätigt, dass du unterwegs bist. Gesund und munter. Ich bin bereits in der 8. Woche und freue mich riesig. Aufgeregt rufe ich deinen Papa in England an und teile ihm mit, dass wir nun offiziell verkünden können, dass es dich gibt. Deine Großeltern weinen vor Freude. Ist es doch die erste schöne Nachricht in diesem Jahr.

19. Juli 2013
Etwas nervös betreten wir die Uniklinik zur Feindiagnostik. Wegen einer genetisch bedingten Herzerkrankung in meiner Familie gehen wir nicht ganz angstfrei zu diesem Termin. Die Ärztin untersucht alles gewissenhaft und teilt uns mit, dass du gesund und zeitgerecht entwickelt bist. Sie fragt uns ob wir wissen wollen was du wirst. Lächelnd antworten wir mit einem lauten Ja. Auf dem Bildschirm erscheint deutlich sichtbar, dass du ein Junge wirst. Ich grinse. Habe ich mir doch insgeheim einen kleinen Jungen gewünscht. Dein Papa ist im ersten Moment etwas traurig, wollte er doch ein Mädchen. Aber die Traurigkeit verfliegt schnell und wir freuen uns gemeinsam auf den 03. Dezember 2013. Erleichtert, dass alles gut ist, verlassen wir die Uniklinik wieder.

29. Oktober 2013
Heute haben wir, aufgrund meiner Herzerkrankung, den Kaiserschnitttermin in der Uniklinik festgelegt. Am 25. November 2013 soll es also soweit sein und wir werden eine richtige kleine Familie. Mein Bauch ist beträchtlich gewachsen und du wächst und gedeihst weiterhin prächtig. Du bist ein aktives und gesundes kleines Kerlchen, das mich mit Vorliebe ausbeult und mich damit zum Lachen bringt. Ein Leben ohne dich kann ich mir jetzt schon nicht mehr vorstellen. Nur noch 4 Wochen dann halten wir dich endlich in unseren Armen. Ein bisschen beängstigend ist das Ganze schon aber wir schaffen das, sage ich mir und freue mich immer mehr.

05. November 2013
Mir geht es heute nicht gut. Ich schiebe es auf ein aufregendes und tolles Wochenende. Meine Mädels hatten eine Babyparty organisiert. Du hast wahnsinnig viele und tolle Geschenke erhalten. Ich streichle deinen Rücken, den du wie jeden Morgen gegen meine Bauchdecke drückst und drehe mich noch einmal im Bett um. Nur noch ein paar Tage, sage ich zu dir und schlafe erneut ein. Irgendwie werde ich den ganzen Tag nicht richtig wach und habe Kopfschmerzen. Auch das schiebe ich auf das Wetter. Gegen 14:45 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Frauenärztin zum Kontrolltermin. Ich lache noch mit der Hebamme das wir dich wieder für das CTG suchen müssen. Als sie deinen Herzschlag nicht findet bittet sie mich im Untersuchungszimmer auf die Ärztin zu warten. Sie soll dich über den Ultraschall suchen. Ich denke noch, du versteckst dich heute aber besonders gut vor dem CTG und lege mich auf die Liege. Liebevoll streichle ich über meinen Bauch und lächle. Gleich werde ich dich im Ultraschall sehen. Als sie kommt und den Schallkopf auf meinen Bauch legt ist der Bildschirm so gedreht, dass ich dich nicht sehen kann. Aber das kenne ich schon. Ich weiß, gleich wird sie den Bildschirm zu mir herum drehen und ich kann deinen Herzschlag sehen. Ich sehe der Ärztin in die Augen und warte auf eine Reaktion. Sie wird immer blasser und ruhiger. Auch die Hebamme sagt nichts. Und da wird mir klar, sie finden deinen Herzschlag nicht. Eine Träne rollt über meine Wange. Du bist nicht mehr bei mir. Du hast mich verlassen.
In Windeseile wird dein Papa informiert und wir fahren in die Uniklinik. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Vielleicht ist das Gerät ja kaputt, denke ich und laufe mit gemischten Gefühlen zur Kreißsaalstation. Als wenig später die Ärztin kommt und ebenfalls einen Ultraschall macht kann auch sie nichts finden. Die traurige Gewissheit, dass du den Weg zurück zu den Engeln gegangen bist wird bittere Wahrheit. Die Ärztin erklärt uns, dass es wahrscheinlich an der Herzerkrankung liegen wird und fragt ob wir eine Obduktion wünschen. Natürlich möchten wir wissen warum dein kleines Herz stehen geblieben ist. Sie teilt uns auch mit, dass am nächsten Tag die Geburt eingeleitet werden soll und ich dich auf natürlichem Weg zur Welt bringen soll. Ein grausamer Gedanke aber im Nachhinein betrachtet war es das Beste was uns – dir, mir und deinem Papa – passieren konnte.

06. November 2013
Unsere Familien sind gekommen und unterstützen uns während der Geburt. Gegen 13:00 Uhr werde ich in den Kreißsaal gebracht und 14:00 Uhr wird mir das wehenfördernde Gel verabreicht. Durch die Schmerzmittel (PDA) die ich erhalte spüre ich die Wehen nicht wirklich und bekomme alles nur noch durch einen Schleier mit. Um 18:00 Uhr wird meine Fruchtblase geöffnet und dann geht alles ganz schnell. Die Wehen kommen in immer kürzeren Abständen und nach nur 5 Presswehen spüre ich wie du um 22:54 Uhr auf die Welt kommst. Lautlos. Die Hebamme legt sich neben mich und nimmt mich in den Arm. Leise erklärt sie mir, dass du dir die Nabelschnur um deinen Fuß gewickelt hast und somit die Sauerstoffversorgung nicht mehr gewährleistet war. Sie war so fest um deinen Fuß das die Hebamme Probleme hatte sie zu lösen.
Eine halbe Stunde später misst und wiegt sie dich. 50 cm groß und 3020 Gramm schwer. Ein wenig stolz bin ich schon auf deine Maße. Sie zieht dir die Sachen an, die du eigentlich tragen solltest wenn wir dich mit nach Hause nehmen dürfen. Jetzt bleibst du hier und kehrst in den Himmel zurück. Kurze Zeit später legt die Hebamme dich, in eine Decke eingewickelt, in meinen Arm. Vom ersten Moment an bin ich verliebt. Du bist so wunderschön. So perfekt. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht als ich die dunklen Haare deines Papas an dir bemerke. Ich küsse deine Wangen und weiß ich muss Abschied nehmen. Deine Tante und deine Oma kommen herein und wollen sich ebenfalls verabschieden. Deiner Oma fällt sofort auf, dass du die Lippen deines Opas hast. Er hat auch den Namen für dich ausgesucht. Ein besseres Geschenk hättest du ihm gar nicht machen können. Wir erhalten soviel Zeit zum Abschied nehmen wie wir brauchen.

07. November 2013
Den ganzen Tag erhalten wir die Möglichkeit uns von dir zu verabschieden. Immer wieder zieht es mich zu dir. Ich küsse und streichle dich. Du siehst aus als ob du schläfst. Deine Großeltern und deine Tante verabschieden sich ebenfalls über den Tag verteilt von dir. Du hinterlässt eine große Lücke.

Wir lieben und vermissen dich, Fritzi
Deine Mama und Dein Papa

P.S.: An dieser Stelle möchten wir uns ganz besonders bei allen Hebammen, Ärzten, Anästhesisten und Schwestern der Uniklinik Leipzig für die tolle Unterstützung während der Schwangerschaft und der Geburt bedanken.

Geschenk Am 25.08.2016 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 13.12.2015 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 12.07.2015 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 16.12.2014 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 08.09.2014 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 13.01.2014 angelegt.
Geschenk Am 17.11.2013 angelegt.
Geschenk Am 11.11.2013 von Gedenkseiten.de angelegt.
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