Heinz-Dieter Haustein

Heinz-Dieter
Haustein

28.04.1932
Zwickau
-
27.02.2026
Bad Doberan

stimmungsbild

Gedenkseite für Prof. Dr.habil.oec.Heinz-Dieter Haustein

Heinz-Dieter Haustein wurde im Frühling am 28. April 1932 in Zwickau geboren und starb am 27. Februar 2026 mit 93 Jahren in Bad Doberan. Er wurde im Tierkreiszeichen Stier geboren.

Heinz- Dieter Haustein verstarb – für Familie, Kollegen und Freunde nach langer Zeit schwerer Krankheit nicht unerwartet - im Februar 2026 in Bad Doberan.
Die Wirtschaftswissenschaft und insbesondere die Innovationsforschung und speziell die Metrologie verliert einen auf seinen Fachgebieten international anerkannten und außer-ordentlich produktiven Wissenschaftler.
Heinz-Dieter Haustein wurde am 28. April 1932 in Zwickau (Sachsen) geboren und wuchs bei Pflegeeltern in einem kleinen Dorf unweit seiner Geburtsstadt auf.
Nach dem Abitur begann er ab 1951 ein Studium der Industrieökonomik, das er mit Diplom an der Leningrader Finanzwirtschaftlichen Hochschule abschloss.
1960 wurde er zum Dr. rer. oec. an der Hochschule für Ökonomie in Berlin, der größten wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungsstätte der DDR, promoviert. 1961 übernahm er Lehraufgaben für das Fachgebiet Industrieökonomik, wurde 1963 zum Dozenten berufen und habilitierte sich 1964 zum Thema „Messung und ökonomische Analyse des technischen Niveaus im Industriezweig elektronische Bauelemente und Vakuumtechnik“.
1967 wurde er ordentlicher Professor und Lehrstuhlinhaber mit dem Forschungsgebiet Prognose und Planung von Wissenschaft und Technik. Als „Prognosepapst“ wurde er weit über sein Fachgebiet hinaus bekannt.
Von 1979 bis 1982 erhielt er auf Vorschlag von Prof. Rolfe Tomlinson und Prof. Dr. Harry Meyer einen Ruf an das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg bei Wien.
Ab 1984 wirkte er im Wissenschaftlichen Rat des Internationalen Instituts für Management in Moskau (MNIIPU) der Akademie der Wissenschaften der UdSSR mit, wurde 1989 Mitglied der Advisory Group des Forschungsprogramms Technology-Economy-Society des IIASA. 1989 nahm er einen Studienaufenthalt in den USA auf Einladung der Eastern Washington University wahr. 1990 erfolgte eine Berufung in den Beirat des Statistischen Amtes der DDR durch den letzten Ministerpräsidenten der DDR Lothar de Maizière.
Von 1990 bis 1996 leitete er das Institut für Innovationsmanagement e.V. in Berlin mit einem Lehrauftrag für Innovationsmanagement an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und führte verschiedene Projekte zur Nutzung industrienaher Forschungspotentiale für den Aufbau eines industriellen Mittelstands in den neuen Bundesländern im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft durch. Ein Jahr vor seinem Ruhestand 1996 wirkte er im Klaus-Steilmann-Institut für Innovation und Umwelt in Bochum mit.
Auf Vorschlag von Prof. Dr. Wolf D. Hartmann wurde Prof. Dr. Heinz-Dieter Haustein 2014 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste Salzburg in der Klasse V, Social Sciences, Law and Economics.
Viele Jahre beschäftigte sich Heinz-Dieter Haustein mit Fragen der Produktivität und techno-logischen Entwicklung in der Industrie. Werke wie „Die ökonomische Analyse des technischen Niveaus der Industrieproduktion“ zeugen von diesem Ansatz. Sie waren Ausdruck seines Bemühens, wirtschaftliche Entwicklung nicht nur zu beschreiben, sondern ihre inneren Gesetzmäßigkeiten zu verstehen.
Besondere Aufmerksamkeit widmete Prof. Dr. Heinz-Dieter Haustein Zahlen und Modellen sowie dem Bewerten und Messen.
Für ihn blieb Wirtschaft immer auch eine Frage menschlicher Fähigkeiten, der Kreativität und der Innovationskraft von Gesellschaften und Unternehmen. In Arbeiten wie „Innovationen in der sozialistischen Volkswirtschaft – Grundlagen, Wirkungsweise, Effektivität“ oder „Innovation and Requirements for Human Resources“ beschäftigte er sich mit der Rolle von Innovation, Wissen und menschlichem Können als Triebkräfte wirtschaftlicher Entwicklung.
Sein Denken blieb nicht auf die Ökonomie beschränkt. Wer sein späteres Werk betrachtet, erkennt einen Wissenschaftler, dessen Interesse immer weiter wurde und dessen Schriften sowohl ins Englische als auch ins Russische übersetzt wurden.
In Büchern wie „Kulturgeschichte der Formel – vom Mondkalender der Vorgeschichte bis zur Aktienkapitalformel“ oder der „Weltchronik des Messens – Universalgeschichte von Maß und Zahl, Geld und Gewicht“ überschritt er bewusst die Grenzen einzelner Disziplinen. Die bei de Gruyter erschienenen Bücher Weltchronik des Messens (2004) und Quellen der Messkunst (2001) gehören zu Standardwerken der Metrologie.
Hier zeigte sich vielleicht am deutlichsten, was ihn als Denker auszeichnete: der Versuch,
das Wissen der Menschheit in großen Linien zu verstehen – von den frühen Kulturen bis zur modernen Wirtschaft. Für ihn gehörten Mathematik, Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaftsgeschichte zusammen.
Wer mit ihm arbeitete oder ihm begegnete, erinnert sich nicht nur an seine wissenschaftliche Genauigkeit, sondern auch an seine geistige Neugier und seine Freude am Gespräch. Er war jemand, der Fragen stellte – manchmal unbequeme Fragen, aber immer solche, die zum Nachdenken anregten.
Viele Generationen von Studierenden, Kolleginnen und Kollegen haben von seiner Arbeit profitiert. Seine Publikationen, seine Vorträge und seine Gedanken bleiben Teil der wissenschaftlichen Diskussion – und damit Teil eines fortdauernden Dialogs.
So wird Heinz-Dieter Haustein weiterleben – in seinen Werken, in seinen Ideen und in den Erinnerungen all jener, die ihn kannten und schätzten.

Für alle Assistentinnen und Assistenten
Dr.sc. Gerd Bannasch, Dr. Birgit Mothes, Prof. Dr. Wolf D. Hartmann und Dr. sc. Manfred Wilke
Berlin, März 2026

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