Robin Heyde

Robin
Heyde

09.11.2009
Augsburg
-
08.03.2010
Chemnitz

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Gedenkseite für Robin Heyde

Unser 2. Sohn Robin war nicht geplant, dennoch war ich bei dieser Schwangerschaft genau so aufgeregt, wie damals bei Julian unserem ersten Kind! Robin kam am 9.11.09 zur Welt, es war eine schwere Geburt, mit Zange u. 4 Saugglockenversuchen. Robin kämpfte sich damals ins Leben u. nach kurzer Zeit erfuhren wir, das unser kleiner Schatz einen Gendefekt hat. Äußerst selten, somit keinerlei Ärzteerfahrung, jedoch nicht lebensbedrohlich. Robin hatte Ohranhängsel, nur 1 Niere, ziemlich kleine Lidspalten, eine flache Nasenwurzel, kleinen Mund u. Sandalenfurchen. Ich nannte sie immer Affenfüsschen, weil er den großen Zeh so weit wegspreizen konnte, so wie eben Affen, wenn sie klettern. Ob unser Kind hören konnte, wissen wir bis heute nicht! Sämtliche Hörtests fielen negativ aus! Robin lag nach seinem Start ins Leben 10 Tage im KH, davon 8 im Inkubator. Am 19.11.09 durften wir dann endlich nach Hause u. von da an waren monatliche Arztbesuche beim Oberarzt, Stationsarzt, Kinderarzt, HNO-Arzt u. Genetikerin unser Begleiter. Robin entwickelte sich langsamer, als "normale" Kinder, war kleiner u. leichter! Er war, wie sein Bruder, ein schlechter Esser. Unser Engel fing irgendwann, wie jedes Kind in seinem Alter, zu brabbeln an, oh Gott, wie süß das doch klang u.steckte seine Fingerchen immer wieder in seinen kleinen Mund.

Am 24. Februar 10 flogen meine Eltern mit Julian nach Teneriffa u. ich blieb in der Zeit mit Robin bei ihnen u. kümmerte mich um Wohnung u. den Stubentiger. Am 5. März, es war ein Freitag traf ich nach über 20 Jahren meine Cousine in Chemnitz wieder, auch sie war 8 Tage vor mir nochmal Mama geworden. Sie bat mich, bis Dienstag zu bleiben, ich willigte ein. Um die Katze kümmerte sich dann mein Bruder u. so verbrachten wir wunderschöne Tage bei ihr. Am Sonntag war Robin wieder sehr "gesprächig" u. so riefen wir Papa an u. Robin "erzählte" von Gott u. der Welt. Ein zauberhafter, unvergesslicher Augenblick. Heute denke ich, der Junge wollte sich noch mal alles von der Seele reden u. sich so von uns verabschieden.

Am Abend trank er dann plötzlich 70ml, für seine Verhältnisse sehr, sehr viel u. ich freute mich wie ein kleines Kind. Milasan mit Karottensaft, okay dachte ich, dann bekommt er das jetzt immer! In der Nacht kam er dann nochmal gegen halb 5, da trank er vielleicht 20, 30ml, danach legte ich ihn wieder schlafen. Um 9 Uhr morgen wachte ich durch sein weinen auf, ich begrüßte ihn, streichelte über seinen Kopf u. zog mich an. Wie ich wieder zum Bett ging, drehte Robin seinen Kopf bei Seite, erverdrehte die Augen, wimmerte. Ich hob ihn heraus u. da geschah das Unglück! Mein geliebter Sohn sackte in meinem Armen zusammen u. atmete nicht mehr! Er war tot, einfach tot!!! Ich rannte zu meiner Cousine, schrie, etwas stimme nicht mit Robin, sie solle den Notarzt rufen. Ich legte meinen kleinen Schatz hin u. versuchte, ihn wiederzubeleben. 5 min. später war das ganze Wohnzimmer voller Sanis u. Notarzt, mich schickte man mit einem forschen Ton nach draussen. Ich schrie die Wohnung zusammen, ich schrie u. weinte. Ich rief meinen Lebensgefährten an: Dennis, unser Sohn hatte einen Herzstillstand, er wird gerad wiederbelebt .... Ja, er wurde wiederbelbt, nach 45 min. kam der Notarzt rein u. sagte: Wir haben ihn wieder. Gott sei dank, mit zittrigen Knien stieg ich ins Auto von einem Sanitäter, fuhr hinter meinem Kleinen her. Als ich ihn wiedersah, hatte er wieder Farbe im Gesicht, rote Lippen, ich war wieder voller Hoffnung. Nach weiteren endlosen 45 min. durfte ich zu ihm, oh mein Gott, der arme Junge, ein schrecklicher Anblick. r war an sämtliche Schläuche u. Geräte angeschlossen, bekam über einen großen Schlauch warme Luft unter seine Decke, denn er hatte nur noch eine Körpertemperatur von nur noch 32°C. Ich streichelte ihn u. bat ihn, nein, ich flehte ihn an, bitte Häschen, gib nicht auf, bitte Schatz, lass mich nicht im Stich, du mußt kämpfen, Mama braucht dich! Plötzlich zog er seine Beinchen an, ein Zeichen, ich freute mich so sehr, das er wieder Reaktionen zeigt, doch meine Freude wurde sofort zunichte gemacht, denn es hieß: das sind nur Reflexe. Dann, nach ca. 15 min. schickte man mich u. meine Cousine wieder raus u. von da an durfte ich nicht mehr zu ihm rein.

Immer wieder kam ein kleiner, dicker, älterer, ausländische Arzt zu mir: Sie haben ein sehr, sehr schwer krankes Kind, er braucht eine Bluttransfusion, Vermutung auf innere Blutungen, ich unterschrieb diesen Wisch, ohne zu lesen was da alles stand, es war gar nicht möglich, die Augen voller Tränen, der Kopf quoll mit sämtlichen Gedanken fast über! Nun stand ich da, immer wieder schaute ich durch die Glasscheibe der Zimmertür, immer wieder schickte man mich aus dem Zimmer. Ich war wütend, ich wollte zu meinem Baby. 13.20 Uhr kam der Oberarzt u. wieder diese Satz: Sie haben ein sehr schwer krankes Kind, wollen sie mit reinkommen?, ich nickte u. dachte noch, endlich, endlich darf ich zu Robin, endlich klärt mich mal wer auf! Pustekuchen. Ich sah mein süßes Baby an, kreidebleich, graublaue Lippen, Schnappatmung ... lieber Gott bitte, tu doch etwas ... ich schaue den Arzt an: Ist er tot? Nein, noch nicht. Dann wurde an Geräten herumgedreht, ohne jegliche Vorwahrnung schaltete man plötzlich alle Geräte ab. Er atmete, oh Gott, er atmete. Nein, es ist nur noch der Rest von der Beatmungsmaschine hörte ich sagen. Um 13.25 Uhr schaut mich ein anderer Arzt an u. schüttelt nur noch mit dem Kopf ... mein Baby hatte aufgehört zu kämpfen. Nein, das kann nicht sein, bitte Robin mach die Augen, mach doch bitte deine Augen wieder auf, bitte! Du kannst mich doch jetzt nicht einfach so verlassen, bitte Häschen, mach die Augen wieder auf!! Was soll ich denn deinem Bruder sagen? Bitte, komm zurück, bitte!!! Dann verließen mich die Kräfte, man schob mir einen Sessel her u. keine 2 min. später hatte ich schon mein totes Baby im Arm. Er sah aus, als ob er nur schlafe. Ich drückte ihn fest an mich u. küsste ihn immer u. immer wieder! Eine Schwester stellte einen kleinen Engel u. eine Kerze auf. Nach ca. 1/2h ging diese plötzlich aus u. die Schwester meinte zu mir: nun ist er oben angekommen. Ich weinte u. weinte u. drückte mein Kind noch fester an mich ran.

Später, noch immer mit meinem Kind im Arm, kamen 2 Ärzte u. meinten, sie müssen die Kripo einschalten ... in mir fing es an zu arbeiten ... ich kam mir vor, wie ein Schwerverbrecher. Mein Kind ist tot, ist das nicht eh schon schlimm genug, nun auch noch die Polizei. Man sagte mir, das wir einer Obduktion nicht mehr selbst zu oder gegenstimmen dürfen. Das entscheide jetzt der Staatsanwalt.

Um 19 Uhr, endlich, kam mein Lebensgefährte aus Bayern im KH an, meine Tante u. ihr Lebensgefährte waren so hilfsbereit u. brachten ihn nach Chemnitz. Wir gingen zu unserem Sohn, der wieder im Bettchen lag, weil ich mich ja mit den Kripobeamten zusammensetzen mußte. Dennis fing an zu weinen u. bat mich, ihm den Jungen in den Arm zu geben u. ihn allein zulassen ... Gegen 22.30 Uhr legten wir unseren Sonnenschein wieder ins Bett, wir küssten u. streichelten ihm, mein Gott, wie kalt er schon war, ich wickelte ihn noch mehr in diese kleine Wolldecke ein, rief nach der Schwester u. bat sie, ihn so mit der Decke zu lassen, bis wenn er weggebracht wird u. dann verabschiedeten wir uns ein letztes mal von ihm u. das für immer. Bevor ich das Zimmer entgüldig verlies, drehte ich mich nochmal um, ein Anblick, der mich heute noch verfolgt, der sich fest in meine Seele eingebrannt hat!

Unser Kind war nicht getauft, wie beerdigen wir ihn? Ich kannte einen evangelischen Pfarrer, ein wunderbarer Mensch, der ohne zu überlegen Ja sagte. Ich war errleichtert! Dann der Anruft von der Kripo, Robin wäre freigegeben, bei der Obduktion gab es keinerlei Auffälligketen. Unser Junge starb u. keiner weiß, warum!!! Obwohl von der Kripo u. der Gerichtsmedizin ausgeschlossen, gab man als Todesursache: plötzlicher Kindstot an. Die Überführung von Chemnitz zu uns, sollte am Montag, 15. März sein. Dies geschah nicht u. ich wurde wütend u. brach in Tränen aus! Ich wollte endlich mein Kind bei mir haben. Wir riefen in der Geschäftsstelle an, beschwerten uns. Am Dienstag 16.20 Uhr war er dann da u. Dennis schaute sich seinen Sohn noch einmal an. Nein dachte ich, das tust du dir nicht an. Ich bat Dennis, ein Foto zu machen, das ich mir dann irgendwann mal anschauen möchte!

Am Donnerstag, dem 18.März, die Sonne schien in voller Pracht, es war unser schwerster Gang im Leben, wir mußten unser Kind zu Grabe tragen. Ich weiß nicht, wie ich das alles überstanden habe, scheinbar hat mir unser Engel ganz viel Kraft geschickt.

Geschenk Am 25.08.2016 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 13.12.2015 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 12.07.2015 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 16.12.2014 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 08.09.2014 von Oliver Schmid angelegt.
Geschenk Am 13.01.2014 angelegt.
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Geschenk Am 26.10.2013 von Gedenkseiten.de angelegt.
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