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Können wir uns auf den Tod vorbereiten?

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Mit jedem Tag, an dem wir leben, bewegen wir uns ein Stückchen auf ihn zu: unseren eigenen Tod. Das Wissen, dass wir sterben müssen, begleitet uns tagtäglich. Nicht immer wollen wir das hören, oft genug wollen wir es nicht wahr haben. Doch Trennung, Tod und Trauer begegnen uns ständig: ob Lebensabschnitte zu Ende gehen, Freundschaften zerbrechen oder jemand aus unserer nahen Umgebung stirbt. Der Tod gehört zum Leben dazu. Aber können wir ihn annehmen, können wir solch eine elementare Erfahrung in unser Leben integrieren oder mehr noch: Können wir uns auf den Tod – unseren und den vertrauter Menschen - vorbereiten?

Wer weiss, wie Sterben ist?

Immer mehr Menschen wollen nicht nur selbstbestimmt leben, sie wollen auch ihren Abschied selbstbestimmt gestalten. Hier können wir vieles erledigen, was im Falle des Todes für die Hinterbliebenen hilfreich ist. Abgesehen von dem Erstellen des Testaments, der Patientenverfügung und Vorsorge- oder Betreuungsvollmacht kann schriftlich festgehalten werden, wie die Trauerfeier gestaltet werden soll, welche Musik wir wünschen und wo wir bestattet sein möchten. Das alles ist bestimmbar, kann geregelt werden: Es erzeugt ein beruhigendes Gefühl beim Betroffenen und den Angehörigen. Dennoch bleibt das eigene Sterben ein unbekannter Faktor, nicht greifbar, nicht vorstellbar, eben weil es nicht vom Menschen zu erfassen ist. Denn obwohl wir wissen, dass wir sterben müssen, bleibt uns dieser Gedanke fremd. Denn wir wissen nicht, wann, wo und wie unser Tod stattfinden wird.

Etwas Unvorstellbares wird Wirklichkeit

Nicht anders ist es, wenn dem Tod eines uns nahen Menschen ein langsames Sterben vorausgeht: Selbst wer weiß, dass der/die Angehörige, Freund oder Freundin bald sterben wird, hat es schwer, das tatsächlich in aller Konsequenz anzunehmen. Weil keine/r weiß, wie ihr/sein Tod sein wird: weil er sich – wie alles im Leben –, wenn er eintritt, anders anfühlen wird als zuvor geahnt oder gedacht.

Wer miterlebt, wie der Tod näher kommt, fühlt intensiv Hilflosigkeit, Angst und Trauer. Und trotzdem: Die Gefühle, die beim Tod der geliebten Person auftauchen, sind nicht vorherzubestimmen. Sie überwältigen uns dann, wenn der Todeszeitpunkt gekommen ist, in nicht gekannter Intensität - nicht vorher. Weil der Tod zu groß ist, als dass man ihn ganz erfassen kann. Wir können es kaum im Nachhinein, geschweige denn, bevor er eintritt. Dennoch: Wer das Sterben eines Menschen miterlebt, macht eine Erfahrung für sein Leben. Und wer so mit dem Tod in Berührung gekommen ist, findet vielleicht auch eine Haltung zum eigenen Tod.

Artikel geschrieben von Eva-Maria Glagau

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