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Von Papa 09.11.2013 um 09:16 Uhr | melden
Lieber Benedikt,
mittlerweile sind seit dem Tag X 466 Tage vergangen.
Ich habe immer noch große Schwierigkeiten diese Gedenkseite aufzurufen,auch fällt es mir sehr schwer dein Grab zu besuchen.
Dann wird mir die Endgültigkeit bewusst, es gibt kein zurück.Den Tag kann ich dann vergessen.
Ich versuche das Ereignis zu verdrängen was mir nur mäßig gelingt, besonders nachts.
Ich muss mich ständig beschäftigen um mich abzulenken.
Dank der Heilpraktikerin kann ich wieder etwas handwerklich arbeiten, es wird auch höchste Zeit, in den letzten Jahren ist sehr, sehr viel liegen geblieben.
Es ist schade,in den letzten Jahren hätte unser Verhältnis besser sein können,jeder hatte mit seiner eigenen Krankheit genug zu tun.
Ich sage es ehrlich, ich habe über deine Krankheit nichts gewusst, ich habe dein Verhalten damals auch nicht als Krankheit angesehen.
Dein Verhalten zog sich durch dein ganzes Leben, wir kannten dich nicht anders.
Ich dachte immer, es hängt mit der Entwicklung eines Jugendlichen zusammen, jeder Jugendliche entwickelt sich nun einmal anders.Körperlich warst du gesund.
Wir haben von keinem Arzt einen Hinweis bekommen, dass eine andere Störung vorliegen könne. Du hast dein Krankheitsbild richtig erkannt, leider wolltest du keine fremde Hilfe annehmen, ein sehr großer Fehler aus meiner Sicht, siehe Carsten W.
Mit diesem werde ich in den nächsten Tagen Kontakt aufnehmen und nachfragen wie es ihm geht.
Vor 4 Tagen habe ich einen sehr guten Fernsehbericht gesehen, dieser hat sich mit deinem Krankheitsbild beschäftigt.
In diesem Fernsehbericht wurde mit Fallbeispielen gearbeitet, dass erste Beispiel begann im Kindesalter, dann wurde in Zeitabschnitten die weitere Entwicklung der Krankheit geschildert. Diese Schilderungen decken sich mit deinen Notizen auf deinem PC.
Du hättest mit uns früher darüber offen sprechen müssen,aber irgendwie kann ich es auch verstehen, dass du es nicht gemacht hast. Vielleicht haben wir damals auch deine Andeutungen, über deine Krankheit, nicht verstanden.
Denn diese Krankheitsbilder sind in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu-Thema, es wird zu wenig darüber gesprochen.
Ich glaube, man hat dieses Krankheitsbild auch erst in den letzten Jahren richtig erforscht.
Vor zwei Tagen habe ich die letzte Rate deines Studienkredites überwiesen, d.h. du wärst jetzt Schuldenfrei.
Mama ist seit 5 Tagen in der REHA, diese hat sie dringend nötig, all die Sorgen in den letzten Jahren.
Erst meine Erkrankungen, dann deine Erkrankungen, dann dein zu früher Tod mit all den Problemen die dadurch entstanden sind.
Ich hoffe nur, sie kommt gut erholt aus der REHA zurück.
So mein Großer, jetzt habe ich genug geschrieben, du bleibst in unseren Herzen, ich (wir) denken immer an dich, in der Hoffnung, dass du deinen inneren Frieden gefunden hast.
Dein Papa





