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Von Max Sealtiel 20.09.2026 um 05:31 Uhr | melden
Liebe Andrea für deine Engel....
Herbst.
Still schreit’ ich dahin über raschelnde Blätter
durch die dunkle Schwermut der herbstlichen Flur,
es zittert der Tau auf sterbenden Blüten
wie eine heimliche Tränenspur...
Von fern tönt ein Lied - verlorene Klänge
einer klagenden Handharmonika,
seltsam - da ist mir’s, als riefe mich jemand,
als hört’ ich dich rufen, als wärst du mir nah...
Die weinenden Blüten schauern in Winde,
die Schatten sinken, der Regen rauscht -
und immer leiser die klagende Stimme -
meine müde, einsame Seele lauscht...
Lied am Grabe
Niemand weiß, wie lange werden wir noch sein,
morgen oder heute holt der Tod uns ein.
Keiner kann uns helfen, jeder stirbt allein,
und es bleibt am Ende nur ein Grab, ein Stein.
Alle unsere Namen wird der Wind verwehn,
oder ruft uns einer, dass wir fortbestehn?
Kann es sein, dass Gott uns einst vom Tod befreit
und in Freude wandelt alles Menschenleid?
Ob wir dann wie Kinder vor dem Vater stehn
und mit neuen Augen seine Wunder sehn?
Werden wir dann hören, wie die Schöpfung singt,
wie das Lied der Sterne und der Blumen klingt?
Eine neue Erde, wie soll das geschehn,
dass wir unsre Lieben einmal wiedersehn?
Oder sind das Träume, die wir uns erdacht?
Wer von uns ist jemals aus dem Tod erwacht?
Wer wälzt von dem Grabe uns den schweren Stein?
Wer kann, wenn wir tot sind, uns vom Tod befrein?
Einen sah ich sterbend in das Leben gehen,
und ihm will ich glauben, dass wir auferstehn.
Lothar Zenetti





