Carolin Bohl

Carolin
Bohl

28.02.2001
Deutschland BRD DE Germany
-
07.10.2023
Kibbuz Nir Oz Israel

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ZurückAus dem Kondolenzbuch: Hann. Münden Partnerschaft mit Holon in Israel

von HNA Zeitung am 12.10.2023 - 19:35 Uhr | melden

Frau aus Hann. Münden von der Hamas getötet – es ist Studentin Carolin (22)
Stand: 12.10.2023, 14:13 Uhr
Menschen aus Hann. Mündens israelischer Partnerstadt Holon sind von Angriffen betroffen. Eine in Münden geborene Frau soll in einem Kibbuz in Israel getötet worden sein.
Update vom Mittwoch, 11. Oktober 2023, 17.37 Uhr: Bei der in Israel durch den Angriff der Hamas getöteten 22-jährigen gebürtigen Mündenerin (siehe Erstmeldung unten) soll es sich um Carolin handeln, die in Deutschland in Berlin studiert hatte. Das bestätigte Mündens Partnerschaftsbeauftragter Frank Stryga. In Israel sei sie wahrscheinlich als Touristin gewesen, so Stryga.
In Ramat Gan bei Holon habe sie nach Strygas Informationen einen Anlaufpunkt bei einer Freundin gehabt. Die Schwester von Carolin hatte in einem Post im sozialen Netzwerk Instagram den Tod Carolins und ihres britischen Freunds im Kibbuz Nir Oz nahe des Gazastreifens bestätigt. Laut Stryga war es die Schwester, die den Kontakt zu ihm aufgenommen hatte. Mit der Partnerschaftsbeauftragten von Holon unterstütze er bei der Rückführung des Leichnams nach Deutschland.
In Hann. Münden geborene Frau bei Angriffen der Hamas auf Israel getötet
Erstmeldung vom Montag, 9. Oktober 2023, 17.23 Uhr: Bei den Terrorangriffen auf Israel aus dem Gazastreifen soll laut Hann. Mündens Partnerschaftsbeauftragten Frank Stryga auch eine in Hann. Münden (Landkreis Göttingen) geborene Frau ums Leben gekommen sein.
Israel: In Hann. Münden geborene Frau getötet
Sie habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs in einem Kibbuz in der Nähe des Gazastreifens aufgehalten. Bewaffnete Terroristen hätten das Gelände gestürmt und die Frau ermordet. Die Verwalter des Kibbuz hätten die Frau erkannt. Laut Stryga unterstützt unter anderem die israelische Partnerschaftsbeauftragte in Holon, Shiran Jacoby, die in Deutschland lebenden Angehörigen der Frau bei der Kommunikation mit den Behörden in Israel. Sie habe der Familie ihr tiefes Mitgefühl ausgesprochen, sagte Jacoby im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Leichnam sei zunächst von der israelischen Armee beschlagnahmt worden, so Stryga. Eine DNA-Analyse stehe noch aus. Diese sei in Israel erforderlich für eine Identifizierung. Die Familie in Deutschland habe Vermisstenanzeige erstattet.
„Ich stehe seit dem Wochenende in ständigem Kontakt mit unseren israelischen Partnern und Freunden in Holon“, so Stryga. Diese seien von den Angriffen selbst völlig unvorbereitet getroffen worden. In zehn Tagen hätte der Gegenbesuch von Mündener Schülern in Israel stattfinden sollen. Dieser sei abgesagt worden. Von den Austauschpartnern in Holon sei nach derzeitigen Erkenntnissen bislang niemand zu Schaden gekommen. „In der Region herrscht völliges Chaos, alle sind geschockt“, so Stryga weiter.
Hann. Münden: Partnerschaft mit Holon in Israel
Für Austauschgruppen aus anderen deutschen Städten, die derzeit möglicherweise noch im Land seien, müsse die Situation ein Horror sein. Deswegen sei er erleichtert, dass die Mündener Austauschgruppe noch nicht gefahren sei.
Für die Mündener Schüler sei der Schock trotzdem groß, da sie die Partner vor Ort persönlich kennen und sich natürlich Sorgen um ihre Freunde machten. „Auch deswegen haben wir heute ein Krisengespräch beziehungsweise eine Aussprache mit den Eltern angesetzt“, sagte Stryga gestern. Wir haben gestern mit der Partnerschaftbeauftragten Shiran Jacoby aus Holon, telefoniert.
„Wir durchleben gerade eine sehr harte Zeit“, sagt die israelische Partnerschaftsbeauftragte in Hann. Mündens Partnerschaft Holon (Cholon), Shiran Jacoby, im Videogespräch mit unserer Zeitung. Aber man werde auch diese schwierige Zeit gemeinsam durchstehen.
Gestern habe es zwei Raketenangriffe auf die etwa fünf Kilometer von Tel Aviv entfernt liegende Stadt gegeben. Insbesondere am Samstag hätten große Teile Israels unter Raketenbeschuss gelegen. Bei Sirenenalarm ziehe man sich in einen verbunkerten Schutzraum zurück, von denen fast jedes Haus in Israel einen besitze. Die Situation im Land sei chaotisch. Glücklicherweise seien die Schüler, die sich am Austausch mit Hann. Münden beteiligten, wohlauf.
Die Freundschaft mit ihren deutschen Austauschpartnern aus Hann. Münden sei gewachsen. Sie hielten Kontakt über soziale Netzwerke, wie Whatsapp und tauschten sich aus.
Schüleraustausch: „Das wird die Zukunft zeigen“
Auf die Frage, ob sie Angst habe, antwortete Jacoby, dass sie lügen würde, wenn sie dies nicht zugäbe. Jeder Mensch der von einem Angriff, von Krieg betroffen sei, würde wahrscheinlich ähnlich empfinden. Sie glaube aber, dass das israelische Volk stark sei. Schon immer habe es Tapferkeit bewiesen, wenn es darum gegangen sei, sich Terroristen in den Weg zu stellen. Das zeige sich auch jetzt wieder, indem sich die Menschen gegenseitig Hilfe leisteten. Familien aus dem Kriegsgebiet fänden weiter entfernt bei anderen Familien Unterschlupf, könnten dort schlafen, bekämen Kleidung, eine warme Dusche. Der Leitsatz: „Einer für alle, alle für einen“, sei dann nicht nur eine leere Floskel. Mündens Partnerschaftsbeauftragter Frank Stryga sprach Jacoby Mut zu: Der Angriff sei ein großer Schock für alle gewesen. Eine Situation wie zurzeit habe er noch nicht erlebt. Gleichzeitig hob er hervor, dass sich die Mündener Delegation immer sehr sicher in Israel gefühlt habe. „Wir können nicht verstehen, wie so etwas Schlimmes passieren konnte“, sagte Stryga. Niemand sei darauf vorbereitet gewesen.
Wann der Schüleraustausch wieder aufgenommen werden könne, sei derzeit noch gar nicht absehbar. „Das wird die Zukunft zeigen“, so Stryga weiter. Die israelische Partnerschaftsbeauftragte Jacoby erklärte dazu, dass es ihrer Ansicht nach eher länger dauern werde, bis sich die Situation wieder vollständig beruhigt habe. Sie hoffe sehr, dass es bald wieder schönere Gesprächsthemen gebe als den Krieg im Nahen Osten.
Auch die Stadt Hann. Münden hat sich am Montag (09.10.2023) in einem offiziellen Statement zur Situation in Israel und in Holon geäußert: Großes Entsetzen herrsche in Hann. Münden angesichts des jüngsten Terroranschlags auf Israel. Dem Erlass des Landes Niedersachsen, als Solidaritätsbekundung die israelische Flagge an öffentlichen Gebäuden zu hissen, sei die Verwaltung am Hauptsitz in der Böttcherstraße umgehend nachgekommen. Ein vom Städtepartnerschaftsbeauftragten Frank Stryga und Bürgermeister Tobias Dannenberg gemeinsam unterzeichnetes Kondolenzschreiben sei an Monti Sasson, dem Bürgermeister der Partnerstadt Holon, gerichtet worden.
Hann. Münden: Stadt solidarisiert sich mit Israel
„Im Namen der Stadt Hann. Münden verurteile ich den abscheulichen Angriff auf Zivilisten, der hunderte Menschenleben gekostet hat, auf das Schärfste. Sowohl unsere Gedanken als auch unser Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei allen, die den Verlust von Angehörigen zu beklagen haben. Wir stehen fest an der Seite unserer israelischen Freunde, nicht nur in unserer Partnerstadt Holon, sondern in ganz Israel und hoffen inständig, dass die Lage im Land nicht noch weiter eskaliert“, teilte Hann. Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg mit. (Thomas Schlenz)

HNA Zeitung
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