Ingeborg Gstöttl

Ingeborg
Gstöttl

15.04.1935
Brzeg
-
11.11.2023
Karpfham

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ZurückEine brennende Kerze: Kerze creme kreuz
Ömi

Von Yvonne 11.11.2025 um 00:58 Uhr | melden

Man sagt, wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, verwandelt er sich in einen Stern am Himmel.
Früher habe ich das belächelt – wie soll man glauben, dass jemand, der das eigene Leben mit so viel Licht erfüllt hat, plötzlich nur noch ein Schimmer in der Ferne sein soll?
Wie soll man verstehen, dass jemand, dessen Stimme, Lachen und Nähe einst den ganzen Raum füllten, nun nur noch in einer stillen Nacht zu finden ist?

Doch heute – jetzt, wo ich selbst gelernt habe, was Verlust wirklich bedeutet – begreife ich es.
Nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.
Denn manchmal spüre ich dich, ohne dass du da bist.
In einem Windhauch, der sich vertraut anfühlt.
In einem Sonnenstrahl, der genau in dem Moment mein Gesicht berührt, wenn mir Tränen über die Wange laufen.
In einem Lied, das plötzlich spielt – genau dann, wenn ich an dich denke.

Und in diesen Augenblicken weiß ich:
Du bist nicht fort.
Du hast nur den Ort gewechselt.
Du bist dort, wo kein Schmerz mehr ist – aber du bleibst in allem, was mich umgibt.
In meiner Erinnerung, in meinem Atem, in meinem Herzschlag.

Wenn ich nachts hinaufschaue, sehe ich nicht einfach nur ein Licht am Himmel.
Ich sehe dein Lächeln zwischen den Sternen.
Ich spüre dein Wesen in der Dunkelheit.
Und plötzlich fühlt sich die Nacht nicht mehr ganz so leer an.

Du bist mein Stern geworden – still, aber unübersehbar.
Dein Leuchten durchdringt die Schwärze meiner Nächte, so wie du einst die Schatten in meinem Leben erhellt hast.
Und manchmal, wenn der Schmerz mich zu erdrücken droht, erinnere ich mich daran:
Dieser Stern ist kein Abschied.
Er ist ein Zeichen.
Ein Versprechen, dass Liebe stärker ist als der Tod.

Denn das Herz vergisst nicht.
Es lernt nur, mit der Stille zu leben.
Mit dieser Leere, die nie ganz verschwindet, aber von Licht durchzogen ist – von deinem Licht.

Ich rede mit dir, wenn niemand zuhört.
Ich erzähle dir von meinen Tagen, meinen Sorgen, meinem Lächeln.
Und auch wenn du nicht antwortest, weiß ich: Du hörst mich.
Auf eine Art, die kein Wort je beschreiben kann.

Vielleicht ist das der Sinn hinter all dem:
Dass wir lernen, Liebe auf einer anderen Ebene zu fühlen.
Dass wir verstehen, Verlust ist kein Ende – er ist eine neue Form der Nähe.
Eine, die uns durchs Dunkel trägt, bis wir uns irgendwann wiedersehen.

Und bis dahin, wenn die Nacht still über mir liegt, schaue ich hinauf zu deinem Licht.
Dann flüstere ich leise:
„Ich sehe dich.“
Und in diesem Moment weiß ich –
du bist da.
Nicht verloren.
Nur woanders.
Aber immer bei mir.

Geschenk Am 11.11.2024 von Yvonne angelegt.
Geschenk Am 26.12.2023 von Yvonne angelegt.
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