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Von deiner Schwester 08.11.2012 um 18:37 Uhr | melden
Hallo Janusch,
der Himmel ist grau und bedeckt, sodass ich die Sterne am Himmel nicht sehen kann. Und ich kann meinen kleinen Jan nicht sehen. Das sind die dunkelsten Tage meines Lebens. Gestern, seit sieben Wochen ist nichts mehr so, wie es einmal war. Es wird auch nicht in acht, neun oder zehn Wochen jemals wieder so, wie es einmal war. Das wird es nie wieder!!! Dieser Gedanke macht mich unendlich traurig. Wenn ein neuer Tag beginnt, bist du das erste an was ich denke. Ich denke mir das es nur ein böser Traum ist und um diese Gewissheit zu bekommen, gehe ich zur Garderobe und vergewissere mich, ob du nach Hause gekommen bist und deine Jacke dort hingehängt hast. Aber die Jacke hängt nicht! Sie wird dort niemals mehr hängen. Wenn ich schlafen gehe, schwelge ich in Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit, dabei kommen mir die Tränen. Wenn ich deine Zimmertür öffne, sehe ich dich, wie du gerade auf der Fensterbank sitzt und nachdenklich in den Himmel schaust. Zu gerne würde ich erfahren was du dir dabei gedachtest. Vielleicht hast du dir vorgestellt, wie es im Himmel aussieht. Du weißt jetzt wie es im Himmel aussieht und wenn ich in den Himmel schaue, stelle ich mir auch vor, wie es da oben ist und wie glücklich du mit den anderen Engeln spielst. Letzte Woche Freitag haben Mama, Papa und unsere Angehörigen dein Grab gescchmückt. Papa hat dir ein weißes Grabbett gebaut. Sie haben dort Stundenlang gearbeitet und sich Mühe gegeben und dafür wurden Sie belohnt. Du hast Ihnen einen Regenbogen geschenkt. Das war das Zeichen für uns, dass dir dein Grab gefällt. Mama hat am Friedhof sich mit zwei Frauen unterhalten, die dich vom sehen kannten. Eine von diesen Frauen hat erzählt, das ihre Tochter, Fahrrad gefahren ist und dabei sei sie hingefallen. Der Aufprall hat dem Mädchen so weh getan, da hat sie das weinen angefangen. Ein paar Meter davon entfernt, standen einige Jungen. Diese haben angefangen zu lachen, weil das Mädchen weinte. Doch ein Junge lachte nicht und er ging zu diesen Mädchen, tröstete sie und half Ihr beim aufstehen. JAN, du warst dieser Junge der dem Mädchen geholfen hat. Es war dir egal was die Jungs über dich dachten. Es war dir nicht wichtig ob deine Freunde reich oder arm, dick oder dünn waren, dir war jeder Mensch wichtig. Ich bin stolz, dass du so ein toller Mensch, Bruder und Freund für uns alle gewesen bist. Ich danke dir dafür. Ich danke Gott dafür, das ich fast 13 Jahre mit dir verbringen durfte. Mit diesen Schicksal müss ich leben, bis auch mein Leben zu Ende ist und ich die Augen für immer schließe. Wenn der Himmel frei ist und man die Sterne beobachten kann, leuchtet dein Stern hell und kraftvoll zur Erde. Du schaust auf Uns und ich weiß, dass du Uns immer den richtigen Weg weißen wirst. Ich danke Gott, dass du bei Ihm bist und das er seine Hände über dich und alle Menschen auf dieser Welt hält. Du fehlst mir. Ich drück dich ganz fest und küsse dich. In liebe deine große Schwester Irma.




