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von Gert Schulz am 02.10.2025 - 00:23 Uhr | melden
Bedeutung
Goodall war neben Dian Fossey (Gorillas) und Birutė Galdikas (Orang-Utans) eine von drei Frauen, die auf Anregung des Paläoanthropologen Louis Leakey Anfang der 1960er-Jahre Langzeituntersuchungen über Menschenaffen begannen. Leakey und die drei Forscherinnen vermuteten, von den Beobachtungen des Verhaltens Rückschlüsse auf die Evolution des Verhaltens im Verlauf der Stammesgeschichte des Menschen ziehen zu können.
Leben
Jane Goodall im Gespräch mit dem kanadischen Journalisten Silver Donald Cameron, 2014
Goodall wurde als Valerie Jane Morris-Goodall geboren. Ihr Vater Mortimer Morris-Goodall war Automobilrennfahrer und Motorsportfunktionär.
Nach ihrer Schulausbildung besuchte Goodall zunächst eine Schule für Sekretärinnen. 1957 verwirklichte sie aber ihren lang gehegten Traum, Afrika kennenzulernen. Auf Einladung eines ehemaligen Schulkameraden reiste sie nach Kenia. Sie fand im Kenya National Museum eine Anstellung und kam in Kontakt mit dessen Direktor Louis Leakey. 1962 wurde der niederländische Baron Hugo van Lawick von der National Geographic Society für einen Filmbeitrag nach Kenia gesandt. Am 28. März 1964 heirateten van Lawick und Goodall. Sie nahm den Doppelnamen Jane Van Lawick-Goodall an. 1967 wurde ihr Sohn Hugo geboren, dessen frühe Kindheitsjahre in Afrika sie 1988 in dem Fotobuch für Kinder Grub: The Bush Baby beschrieben hat.[3]
Obwohl Goodall zuvor nicht studiert hatte und daher den mindestens erforderlichen Bachelor-Grad nicht besaß, durfte sie sich in Anerkennung ihrer außergewöhnlich ertragreichen Verhaltensbeobachtungen mit einer höchst selten erteilten Ausnahmegenehmigung ab 1962 an der University of Cambridge zur Promotion in Ethologie einschreiben. Sie schloss sie 1965 mit Erfolg ab.[4] 1965 trat sie in Miss Goodall and the Wild Chimpanzees (dem ersten von National Geographic jemals produzierten Film), den ihr Ehemann Hugo van Lawick mit ihr gedreht hatte, erstmals im Fernsehen auf. Das alte Filmmaterial wurde 2017 erneut für den Dokumentarfilm Jane von Regisseur Brett Morgan genutzt, der mit der Musik von Philip Glass 2018 in die Kinos kam.
Viele Erkenntnisse über frei lebende Schimpansen sind auf Jane Goodalls Arbeiten zurückzuführen. Sie bestätigte beispielsweise Beobachtungen, die Wolfgang Köhler in den 1910er-Jahren bei gefangenen Artgenossen gemacht hatte, dass Schimpansen zum Gebrauch von Werkzeugen fähig sind: Zum einen brechen sie Zweige ab und angeln damit Termiten aus den Löchern ihrer Bauten; zum anderen verwenden sie Steine als Hammer und Amboss, um Nussschalen zu sprengen. Ferner fand Goodall heraus, dass Schimpansen auch Fleisch fressen und sogar gemeinschaftlich auf die Jagd nach anderen Affenarten gehen sowie in Gruppen andere Schimpansengruppen attackieren. Unterstützt wurde ihre Forschung u. a. durch die Leakey Foundation.
1971 erschien ihr erstes größeres Werk In the Shadow of Man, in dem sie detailreich die Individualität und die persönlichen Dramen der von ihr beobachteten Schimpansen schilderte. Goodall war eine der ersten Forscherinnen, die den von ihr beobachteten Tieren keine Nummern, sondern Namen gab. Diese Praxis stieß damals in der wissenschaftlichen Gemeinde auf Ablehnung, weil dadurch die Objektivität verloren gehe – und nicht zuletzt auch deshalb, weil Jane Goodall zuvor „nur“ als Sekretärin und Kellnerin gearbeitet hatte und kein Studium vorweisen konnte. Inzwischen sind viele Wissenschaftler Goodalls Beispiel gefolgt.
Von 1970 bis 1975 war Goodall Gastprofessorin für Psychiatrie und Humanbiologie an der Stanford University,[5] ab 1973 Gastprofessorin für Zoologie an der Universität von Dar es Salaam.[6] Nach der Scheidung 1974 von ihrem ersten Mann van Lawick heiratete sie 1975 den tansanischen Parlamentsabgeordneten und Direktor der Nationalparks von Tansania Derek Bryceson, mit dessen Hilfe sie den Bestand Gombes als Nationalpark sicherte.[7] Bryceson verstarb 1980 an Krebs. Die Zeit danach bezeichnete Goodall in dem weiter unten erwähnten Dokumentarfilm als die schwierigste ihres Lebens.
1977 wurde ein Bild von ihr bei der Beobachtung von Schimpansen als Bild 60 mit dem Voyager Golden Record in den interstellaren Raum geschickt.





