Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Jay Taylor. Veredeln Sie jetzt für 2,99 Euro diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.
von Otto Beck am 02.05.2026 - 14:50 Uhr | melden
Im Februar 2023 berichteten FBI-Agenten bei einem Arbeitstreffen in Hamburg Beamten des LKA und des BKA erneut von Shahriar J. Dieser habe einen amerikanischen Jungen in den Suizid getrieben.[49] Hierbeit handelte es sich laut Medienberichten um den 13-jährigen schwer depressiven Piper Jay T. aus Gig Harbor (Washington).[50] Laut Medienberichten soll Shahriar J. auch eine zwölfjährige Finnin erfolglos zum Suizid gedrängt haben. Um sich aus dem manipulativen Abhängigkeitsverhältnis zu befreien, lieferte sie White Tiger mit Piper Jay T. ein neues Opfer, welches sie in einem Suizidforum kennengelernt hatte. Sie leitete ihm eine Suizidanleitung weiter und vermittelte ihn an das 764-Netzwerk. In einem Livestream bestärkte White Tiger den Jungen in seiner suizidalen Absicht und forderte ihn auf, sich für den Suizid zu entkleiden. Das Opfer nahm sich in der Folge in einem Livestream vor laufender Kamera das Leben.[50] Laut dem FBI-Agenten Pat McMonigle seien im März 2023 ein Videomitschnitt des Suizids und relevante Chats an die Hamburger Behörden übersandt worden,[51] woraufhin in Deutschland erneut Ermittlungen gegen Shahriar J. aufgenommen wurden.[49] Nach den Angaben der Strafverfolgungsbehörden wurden die Ermittlungen im Fall „White Tiger“ nach dem Treffen mit US-Behörden im Februar 2023 umgehend eingeleitet. Zunächst habe sich aus den übergebenen Unterlagen aber kein Mordverdacht ergeben.[52]
Im September 2023 fand die erste Hausdurchsuchung bei Shahriar J. statt, in deren Rahmen 13 TB Daten sichergestellt worden konnten. Neben 80.000 Bildern wurden auch 127 Stunden Videomaterial sichergestellt, das neben Kinderpornografie auch Tierquälerei, Hinrichtungen und Sodomie umfassen soll.[49] Nach ca. 12 Monaten, am 17. September 2024, lag das forensische IT-Gutachten vor. Man hatte auf Datenträgern Anleitungen zum Bombenbau und für Terroranschläge gefunden, weiterhin Chatverläufe, in denen Shahriar J. Tötungsabsichten äußerte, jedoch erklärte, nicht ins Gefängnis gehen zu wollen.
Nach der Auswertung von Chats und Screenrecords auf den sichergestellten Datenträgern sowie nach Vernehmung der Geschädigten konnte ein dringender Tatverdacht des Mordes in mittelbarer Täterschaft begründet werden.[52] Am 23. Mai 2025 wurde Haftbefehl gegen Shahriar J. erlassen.[51] Am 17. Juni 2025 wurde White Tiger schließlich durch ein Spezialeinsatzkommando an seiner Wohnadresse festgenommen und in die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand in Isolationshaft verbracht.[49]
Die Staatsanwaltschaft Hamburg erklärte, dass man im Jahr 2021 die Hintergründe und die Bedeutung der Chatverläufe nicht korrekt gedeutet habe und dass man heute mit dem Wissen über 764 anders agieren würde.[48] LKA-Chef Jan Hieber erklärte, dass man Abläufe in Ermittlungsverfahren in Zukunft dynamisieren wolle.[51]
Für den Prozess gegen Shahriar J. wurden 82 Verhandlungstage angesetzt, der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, nachdem Sharhriar sämtliche Taten als Minderjähriger begangen hat. Ihm werden 204 schwere Straftaten, darunter 5 versuchte Morde und ein vollendeter Mord vorgeworfen.[53]
Baden-Württemberg
Anfang Oktober 2025 wurde im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ein 16-Jähriger, der einer Splittergruppe von 764 angehörte, wegen gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung festgenommen. Er soll zu mindestens elf Opfern Kontakt gesucht und fünf davon dazu gebracht haben, sich selbst zu verletzen.[54] Laut Landeskriminalamt Baden-Württemberg laufen Ermittlungsverfahren „im unteren einstelligen Bereich“ im Zusammenhang mit dem COM-Netzwerk.[55]
Großbritannien
Am 26. März 2024 wurde der 18-jährige Cameron Finnigan unter Anwendung von britischen Antiterrorgesetzen in West Sussex verhaftet. Ihm wurde in der Klageschrift vom 2. April 2024 vorgeworfen, nach einer Anleitung der Gruppierung 764 den Mord an einem Obdachlosen geplant zu haben. Bei ihm wurden neben einer Mordanleitung auch kinderpornografisches Material gefunden.[56]
Am 21. Januar 2025 wurde ein 17-Jähriger in Großbritannien verhaftet. Der Beschuldigte soll minderjährige Mädchen gezwungen haben, pornographisches Material anzufertigen, sich selbst zu verletzen und Tiere zu quälen. In mindestens einem Fall versuchte der Beschuldigte, ein Mädchen dazu zu bringen, sich ein Fansign mit seinem Namen zu tätowieren. Wenn die Opfer sich weigerten, verübte der Beschuldigte laut FBI Bombendrohungen und Swatting-Attacken und ließ es so erscheinen, als wären die Opfer seiner sexuellen Erpressung die Urheber der Drohungen. Laut FBI verübte der Beschuldigte mindestens 450 Drohungen gegen Schulen, Krankenhäuser, Synagogen, Flughäfen und Behörden vor allem in den USA und Großbritannien.[57][58][59]
Kanada
In mindestens einem Fall unterschätzten Polizeibeamte die Schwere des Missbrauchs durch Mitglieder des 764-Netzwerks. Jason Sokolowski waren Schnittwunden an den Armen seiner 14-jährigen Tochter aufgefallen. Da die Tochter von einer „Selbstverletzungs-Sekte“ berichtete, wandte sich der Vater an die Polizei, fühlte sich jedoch nicht ernst genommen. Seine Tochter nahm sich schließlich das Leben.[60][24]
„Die Polizei hielt mich für einen überforderten Vater. Niemand verstand, wovon ich sprach.“
– Jason Sokolowski
Erst nach dem Suizid wurden Ermittlungen aufgenommen.[61]
Rumänien
2022 ermordete ein deutscher Jugendlicher eine rumänische Seniorin, nachdem er bereits zuvor erfolglos versucht hatte, einen Mann zu ermorden. Der Täter filmte beide Taten und stellte die Videos online. Nach dem vollendeten Mord wurde er verhaftet. Vermutet wird, dass er im Kontakt mit dem 764-Netzwerk stand, da er neben rechtsradikalen Symbolen die Zahlenfolge 764 an die Wand seines Zimmers geschrieben hatte.[1][4] Medienberichten zufolge war der Täter als „Tobbz“ Mitglied von Sextorting-Gruppen gewesen.[62] Für den Mord wurde er zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und 500.000 € Schadensersatz verurteilt.[62]
Schweden
Im September 2024 wurde ein 14 Jahre alter Täter in Schweden unter dem Vorwurf verhaftet, bei zwei Attacken Senioren mit einem Messer angegriffen und Videos von den Taten in Chatgruppen veröffentlicht zu haben. Es ließ sich nachzeichnen, dass der Täter, der als „Slain“ in Chatgruppen auftrat, nicht nur Administrator einer 764-Untergruppe war, sondern darüber hinaus eine NLM-Gruppierung leitete.
Der 14-Jährige wurde wie folgt zitiert:
„Beim Terror geht es nicht um das Alter. Es ist uns egal, ob ihr uns Weicheier nennt, weil wir einen alten Menschen verletzt haben.“
– 14-jähriges 764- und NLM-Mitglied
Der Täter wurde wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen und zur Zahlung von 250.000 Kronen an eines der Opfer verpflichtet.[63]
Vereinigte Staaten von Amerika
Das FBI stufte das 764-Netzwerk als Bedrohung der höchsten Gefährderkategorie „tier one“[64] ein und bewertete das Netzwerk damit als Bedrohung für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit.[65]
Laut Medienberichten wurden im Mai 2025 ca. 250 Ermittlungsverfahren mit Bezug zum 764-Netzwerk in den USA geführt.[66]
Der Leiter der Abteilung für Terrorismusbekämpfung des FBI, David Scott, der viele der Ermittlungen gegen das 764-Netzwerk leitet, erklärte, dass man beim FBI gewöhnt sei, in Abgründe zu blicken, die Ermittlungen zum 764-Netzwerk jedoch förderten Dinge zu Tage, die zu dem schlimmsten gehörten, was man beim FBI zu sehen bekäme.[66]
In den USA finden bei Mitgliedern von 764 teilweise Gesetze zur Abwehr von Terrorismus Anwendung. Diese werden auch auf Täter angewendet, die aus dem Ausland agieren, aber Straftaten mit Auswirkungen in den USA verüben. In diesen Fällen werden Auslieferungsersuchen gestellt.[57]
Verfolgte Straftaten von Tätern mit Bezug zum 764-Netzwerk umfassen:





