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von Martin Dieter Picotta am 06.07.2026 - 18:07 Uhr | melden
Ich vermisse dich.
Ich vermisse dich heute.
Ich vermisse dich gestern und morgen.
Ich vermisse dich an allen Tagen, die kommen und gehen, als hätten sie ihren Sinn verloren.
In mir rufe ich deinen Namen, leise, fast wie ein letzter Faden, an dem ich dich festhalte. Doch ich weiß, dass du nicht mehr antworten wirst. Die Stille, die früher Frieden war, ist jetzt ein Raum, der mich verschluckt. Der Gedanke, dass wir uns vielleicht im Jenseits wiedersehen, ist zu weit entfernt, um mich zu trösten. Ich brauche dich hier. Jetzt. Deine zärtliche Umarmung, deinen sanften Kuss, deinen warmen Fuß vor dem Kaminofen, der früher unser gemeinsamer Abend war.
Du fehlst mir jeden Tag, jede Stunde, in jedem Atemzug, der nicht mehr mit deinem zusammenfällt.
Ich vermisse deinen ruhigen Körper neben mir in der Nacht, deinen Atem, der mich immer beruhigt hat, deine stille Stärke, mit der du die Tage getragen hast. Du warst der Halt, an dem ich mich orientiert habe, ohne es zu merken. Erst jetzt, wo du fehlst, spüre ich, wie viel von meinem Leben an dir hing.
Immer wieder versuche ich, dich zu spüren. In Erinnerungen, in Träumen, in kleinen Momenten, in denen ich die Augen schließe und hoffe, dass du vielleicht für einen Herzschlag lang zurückkehrst. Doch du bist fortgegangen. Und dorthin, wo du jetzt bist, kann ich dir noch nicht folgen. Ich gehöre dort noch nicht hin, auch wenn der Schmerz mich manchmal in diese Richtung zieht.
Ich hoffe so sehr, dass du das Licht gefunden hast.
Dass es dich umarmt hat, so wie ich es nicht mehr kann.
Dass es dich aufgenommen hat, sanft, ohne Schmerz, ohne Angst.
Und ich weiß, dass ich dich loslassen muss. Nicht, weil ich es will, sondern weil das Leben mich dazu zwingt. Doch mein Herz weigert sich, diesen Schritt zu gehen. Es hält dich fest, so fest, dass es manchmal kaum schlagen kann.
Trost zu finden ist schwer. Vielleicht unmöglich.
Der Tod hat dich befreit, hat dein Leid beendet.
Aber er hat auch mein Leben zerbrochen — zumindest das Leben, das wir gemeinsam hatten, das Leben, das mich getragen hat, ohne dass ich es je hinterfragt habe.
Jetzt bleibt nur die Stille.
Und die Sehnsucht, die jeden Tag neu beginnt.
Und der Versuch, weiterzugehen, obwohl ein Teil von mir dort geblieben ist, wo du aufgehört hast zu atmen.





