Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Marie Gerda Bertram. Veredeln Sie jetzt diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.
von Siegfried Bertram am 01.12.2021 - 10:26 Uhr | melden
Es geht mir schon lange im Kopf herum.
Meine Erinnerungen an meine von mir so sehr geliebte Gerda, aufzuzeichnen.
Ich bin diesem lieben Menschen zum ersten Mal begegnet und war sofort von Ihm begeistert.
Sie wandelte mein ganzes Leben um und ich habe sofort daran gedacht, sie für mich zu gewinnen.
Ich habe Gerda auf dem Tanzboden in Döbeln kennengelernt.
Sie war eine sehr gute Tänzerin. Ich bin, so oft es die Umstände zugelassen haben, mit ihr zum Tanz gegangen. Manchmal haben wir die Nacht durch getanzt und hatten Muskelkater.
Dieses Mädchen hatte so großen Einfluss auf mich, dass ich mich wie umgewandelt fühlte.
Aus meiner Kindheit heraus erinnere ich mich, ich hatte mit 9 Jahre die Mutter durch Krankheit verloren, ich hatte die Ehre zwei Stiefmütter kennen zu lernen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Ich sehnte ich mich nach Liebe. Ich suchte Mutterliebe, die Liebe einer großen Schwester und die Liebe einer Frau, die mich ebenso liebte und viel Verständnis für mich hatte. Ich war bereit alles aufzugeben für die Liebe dieser Frau.
Sie gab mir, was ich so sehr suchte. Sie war die erste Frau, der ich mich hingab. Zunächst nur platonisch.
In der Zeit unseres Kennenlernens konnte ich erfahren, dass meine Gerda einen sehr schweren Herzfehler hatte und man Ihr eine Lebenserwartung von nur 30 Jahren zugebilligt hatte. Das scheute ich keineswegs. Ich wollte Ihr die verbleibenden Lebensjahre zu glücklichen Jahren werden lassen. Mich konnte Ihre Krankheit nicht in Zweifel bringen. Ich habe immer zu Ihr gestanden.
Du warst von Anfang an etwas Besonderes für mich. Ich habe mich sofort und immer in deiner Nähe wohlgefühlt. Es fühlte sich an, als wenn wir uns schon seit Ewigkeiten kennen!
Worin bestanden nun die Besonderheiten meiner lieben Gerda? Ihr Elternhaus, so sage ich es auch mit vielen Jahren Abstand, war ein Haus der Liebe. Ein Haus, in dem ich voller Zuneigung aufgenommen wurde. Besonders schön war es für mich - es war eine kinderreiche Familie. Ich entstamme ebenfalls einer kinderreichen Familie. Damit ist für mich die Verhaltensweise der Familie irgendwie logisch. Ich fühlte mich sofort wie zu Hause. Ich durfte zu Gerdas Eltern Vater und Mutter sagen. Gerda war sehr liebevoll zu ihren Eltern.
Sie strahlte den ganzen Tag und ihre Nähe bedeutete frohen Mut. Sie konnte mit ihrem Wohlgefallen einen ganzen Raum füllen. Ich habe mehrfach zu ihr gesagt, wenn sie in meiner Nähe ist, scheint für mich die Sonne. Sie war so liebevoll im Umgang mit anderen Menschen. Vor allem mit Kindern konnte sie liebe- und verständnisvoll sein. Bis ins hohe Alter war sie glücklich, wenn die Kinder im Hause waren.
Gerda war sehr liebevoll und man konnte ihr Nichts übelnehmen. Aber streiten konnte man gut mit ihr, nicht bösartig. Sehr gut erinnere ich mich an die Versöhnung. Wir haben unsere Probleme nicht über die Tage hinaus provoziert. Wir haben eigentlich immer eine Lösung gefunden.
Jeder konnte sehen, was du zu sein scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
Ich konnte an Deiner Seite deine Liebe spüren und glücklich sein.
So ist unser gemeinsames Leben eine Zeit des Glückes und der gegenseitigen Achtung gewesen. Als meine Gerda von mir gegangen ist, ist ein Teil von mir mit gegangen. Ich bin seelisch amputiert worden.





