Norbert Kaiser

Norbert
Kaiser


Hettenleidelheim
-
01.09.2023
Hettenleidelheim

stimmungsbild
ZurückAus dem Kondolenzbuch: Nachruf Die Rheinpfalz

von Markus Stutzenberger am 09.10.2023 - 06:26 Uhr | melden

Ein Seelsorger auf Augenhöhe: Pfarrer Norbert Kaiser mit 83 Jahren gestorben

Lebensbejahend und lebensfroh war Norbert Kaiser als Pfarrer in Kaiserslautern bekannt. Anlässlich seines 66. Geburtstages überraschten die Frauen der Pfarrei St. Martin ihn mit einem Messgewand in den Farben der Fußballnationen, die bei der WM 2006 zu Gast waren.


Joachim Schwitalla
03. September 2023 - 12:22 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
„Ich wollte da sein für die Menschen“, so Norbert Kaiser über die 35 Jahre, die er als Pfarrer von St. Martin gewirkt hat. Ende Juni 2010 begann für ihn der Ruhestand. Am Samstag ist der Seelsorger, der sich über die Grenzen von St. Martin für das Wohlergehen der Menschen eingesetzt hat, im Alter von 83 Jahren gestorben.

Er war ein leidenschaftlicher Seelsorger, der vermeintliche Grenzen zwischen Konfessionen, Religionen und Kulturen zu überwinden versuchte.

Wer kannte ihn nicht in Kaiserslautern, den Pfarrer, der zusammen mit seiner betagten Mutter und seiner Schwester seit 1975 über drei Jahrzehnte das Pfarrhaus neben der Martinskirche bewohnte? Dessen Türen immer offen standen und dessen Lächeln einem jeden galt, dem er begegnete. Einmal mehr verkörperte Norbert Kaiser das Bild des guten Hirten, der für Gläubige und Nicht-Gläubige ein offenes Ohr hatte.

Ansprechpartner für Menschen aus allen sozialen Schichten
Die Beliebtheit des Seelsorgers, der Ansprechpartner für Menschen aus allen sozialen Schichten war, kam nicht von ungefähr. Seine gelebte Glaubensüberzeugung war es, die seine Gemeinde geprägt und Ökumene hat lebendig werden lassen. Norbert Kaiser hat der Kirche in Kaiserslautern ein Gesicht gegeben. Für seine Pfarrei und die Stadt Kaiserslautern war der Seelsorger ein Glücksfall.

Als Verkünder der frohen Botschaft hat sich Norbert Kaiser mit den Menschen seiner Pfarrei auf den Weg gemacht. Aufbauarbeit hat er geleistet. Pfarrliche Gruppen hat er belebt und weiter entwickelt. Die Martinskirche hat er renovieren lassen und mit 150 Boten eine Gemeindeerneuerung angestoßen. Als Vorsitzender der Katholischen Gesamtkirchengemeinde war er Anfang der 80er Jahre federführend für die Errichtung des „Edith-Stein-Hauses“ verantwortlich. Beliebt waren seine Bildungsfahrten ins europäische Ausland und seine jährlichen Wallfahrten nach Walldürn.

Bundesverdienstkreuz am Bande für Verdienste um Ruanda
Mit Partnerschaften in Ruanda, Uruguay und Brandenburg hat es Norbert Kaiser verstanden, Weltkirche lebendig werden zu lassen. Umso schmerzlicher muss die Nachricht von seinem Tod für die Gäste aus der Partnergemeinde Shangi in Ruanda gewesen sein, die anlässlich des 40. Partnerschaftsjubiläums zurzeit in Kaiserslautern weilen. Für seine Verdienste um die Partnerschaft mit Ruanda wurde Norbert Kaiser mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Ökumene wurde von Norbert Kaiser praktiziert und gelebt. Beispielsweise mit der protestantischen Stiftskirchengemeinde, mit der zusammen er einen ökumenischen Partnerschaftsvertrag unterzeichnete. Verantwortungsbewusst sah er in Gemeindepartnerschaften und in der Ökumene das, was Christen verbindet.

Als Priester hielt er sich mit Stellungnahmen zu kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen nicht zurück. Er meldete sich zu Wort, wenn es um verkrustete Hierarchien in der Amtskirche ging, die Positionen von Laien im Kirchendienst oder wenn in der Region Arbeitsplätze auf dem Spiel standen. Verbesserungswürdig war für ihn der innerkirchliche Dialog. Die Kirche müsse offen sein für die Nöte der Menschen und sie nicht auf ihre Antworten von gestern festnageln. Für Kinder und sozial Schwache ist er auf die Straße gegangen. Mit der Belebung von Martinszügen hat er sich gleich dem Namenspatron seiner Pfarrei auf die Seit der Armen gestellt. Für den Aufstieg des 1. FCK hat er die Glocken geläutet.

Für den FCK-Aufstieg ließ er die Glocken läuten
Norbert Kaiser wurde 1967 in Speyer zum Priester geweiht. Seine ersten Priesterjahre als Kaplan leistete er in Oberndorf in der Pfalz. Während seines Ruhestandes, den er in seinem Heimatort Hettenleidelheim verbrachte, übernahm er Gottesdienste, stand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) des Diözesanverbandes Speyer als Präses vor und leitete in der Bildungsstätte „Heilsbach“ in der Südpfalz Einkehrtage.

Sein persönliches Glaubensbekenntnis, das über den Tag des Abschieds aus seiner Pfarrei St. Martin hinaus der Kirche eine positive Perspektive eröffnet und zum Glauben an einen liebenden Gott einlädt, hat er seiner Gemeinde in zwei Bänden „Briefe an die Seele“ (1994) und „Briefe an das Leben“ (2010) hinterlassen.

Markus Stutzenberger
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenke anzeigen
Geschenk wählen
Wählen Sie ein Geschenk

Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Norbert Kaiser. Veredeln Sie jetzt für 2,99 Euro diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.