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von Michaela Schuster am 02.12.2013 - 09:46 Uhr | melden
Alle Jahre wieder (geschrieben von einer Mutter, deren Kind vorausging)
Weihnachtslieder dringen ungebeten an unser Ohr.
Weihnachtlich geschmückte Geschäfte und Märkte
Weisen unerbittlich darauf hin:
Weihnachten
Das Fest der Freude,
das Fest des Schenkens,
das Fest der Familie,
das Fest der Geburt eines göttlichen Kindes
will gefeiert werden.
Doch: Was fangen wir damit an,
wenn am Fest der Freude alles übertönt wird von Schmerz und Trauer?
Wenn die Lichter am Christbaum erlöschen und nur die Kerze für das verstorbene Kind brennt?
Im Herzen das Entsetzen brennt, dass das Kind nicht mehr da ist?
Wenn die Stimme bricht,
wo sie doch einstimmen sollte in die seit Kindheitstagen vertrauten Weihnachtsliedern?
Was fangen wir damit an?
Jene, die das Unerträgliche ertragen lernten,
und jene, die einfühlsam mit Leid umgehen,
mögen jene trösten,
die am Anfang des Schmerzes stehen.
Eines Tages lässt der Schmerz nach.
Ein wenig.
Ganz langsam und allmählich.
Vielleicht erst nach vielen Jahren.
Da tröstet dann auch ein Lied text eines wenig bekannten Weihnachtsliedes:
O Bethlehem, du kleine Stadt, wie stille liegst Du hier…
Doch in den dunklen Gassen
Das ewige Licht heut scheint,
für alle, die da traurig sind,
und die zuvor geweint.
Ich wünsche für Weihnachten den Schein dieses ewigen Lichtes, in das unsere Kinder vorausgingen.
Josefine Mülleder
Mein lieber Paddy, für mich gibt’s kein Weihnachten mehr, 2010 hatten wir ein so wundervolles Weihnachtsfest, schönes Essen, liebevolles Beisammensein, fröhliche Gesichter, wundervolle Stunden mit euch drei Kindern, und Geschenke für euch. Und du wunderbarer, geliebter Sohn hast mich am 24.12. das letzte mal liebevoll gedrückt, wie schmerzhaft im Nachhinein, dein Kind drückt dich zum letzten mal in diesem Leben und du ahnst es nicht, das drei Tage der Albtraum deines Lebens beginnt!!!!
Und was ist uns geblieben, Trauer und Schmerz, nichts ist mehr wie es wahr, nichts, und wird es auch nie wieder werden, weil du fehlst.
Ich möchte am liebsten einschlafen, und erst im März wieder aufwachen, dann wäre die schlimmste Zeit erst mal überstanden, wie kann ein Kind drei Tage nach Weihnachten, ins Bett gehen, aus einem ganz normalen Tag, ohne Krankheit, ohne irgendetwas und stirbt im Schlaf, das werde ich nie verstehen, nie hörst du.
Wir gehörten auch zu den Menschen, die es einmal sehr schön hatten in dieser Zeit, die jetzt ist, aber leider durften wir nicht mehr dazu gehören, und es gibt keinen Trost für dieses besch…. Leben, nein niemals gibt es den.
Wir versuchen nur noch das Bestmögliche aus diesem Albtraum zu tun, es ist wirklich der gelebte Albtraum, sein Kind und Bruder in so einer Zeit zu verlieren, die eigentlich so viel schönes hat, wir waren den Baum am abschmücken, und oben im Zimmer liegt dein Kind verstorben, und ich ahnte nicht was uns erwartet, als ich in dein Zimmer ging, um dich aufzuwecken, obwohl ich das ja schon Jahrelang nicht brauchte, immer bist du alleine aufgestanden, immer, nur an diesem scheiß Tag nicht, nie mehr solltest du hier in unserem Haus die Treppe runter kommen, und „Hallo sagen, unfassbar, diese Gedanken, was wir hier erleben mussten und müssen, für den Rest dieses Lebens!!!
Ja damit beging der Albtraum, fast 17 Jahre ist dein Kind bei dir, und dann wird es dir beschlagnahmt, einfach so und dann liegt dann Kind in der Leichenhalle, ganz alleine ohne die Mama und Papa, alleine, und du kannst nichts machen, man ist hilflos, dem allem ausgesetzt.
Am Silvester Morgen wurdest du Obdukziert in Dortmund, der Albtraum, dein Kind wird Obdukziert,(von Kopf bis Fuss) weil man muss ja wissen woran du gestorben warst, ja dann Mittags um 12:00 Uhr der Anruf, Frau Schuster ihr Sohn ist an Herzstillstand verstorben, ja da sitzt man dann man begreift in diesem SCHOCKZUSTAND nichts, alles geht an uns vorüber, wie ein Roboter, der Fremdgesteuert wird….
Dann am 02.01 der Geb. von Marvin an seinem 14 Geb. hört Marvin die Totenglocken für seinen Bruder, er hat sich das vom Pastor gewünscht, weil sie bis dahin noch nicht geläutet wurden, ja dein 14 jähriger Sohn sitzt im Wohnzimmer und hört an seinem Geb. die Glocken für seinen Bruder, unfassbar.
Und deine kleine zu dem Zeitpunkt 8 jährige Schwester, leidet so unendlich, wie sie dich vermisst, das tut Eltern sooooo weh, die lebenden Kinder so leiden zu sehen, wer oder was lässt so was nur zu,lässt er es zu, oder verhindert er nie etwas, dann braucht ja keiner mehr Fürbitten oder Gebete zu sprechen, weil dann ist alles Quatsch. Also nach der Antwort suche ich immer noch!!!
Dieses Versterben eines geliebten Menschen, aus deinem ganz normalem täglichen Leben, ist so unbeschreiflich, für immer.
Und am 04.01.2011 wurdest du beerdigt, es waren mehrere hundert Menschen dort, alle waren bestürzt von deinem Tod, all deine Klassenkameraden, hatten eine Rose in der Hand, das wurde mir später erzählt, deine Lehrer von Grundschule und Gymnasium ich weiß von diesem HORROTAG in unserem Leben nichts mehr, nichts, außer das ich immer den Wunsch hatte, es solle mich mal jemand aufwecken, aber es kam niemand, leider!!!!
So mussten deine beiden Geschwister etwas in ihrem Leben ertragen, was manch ein 80 jähriger niemals erleben muss, und aus diesen Trümmern versuchen wir vier weiter zu gehen.
Ja so beging, unser Albtraum und diesen ÜBERLEBEN wir jetzt fas 3 Jahre, und ich könnte schreien vor Traurigkeit, und da draußen geht für alle das Leben weiter, nur für die vielen Menschen die ihr Kind zu Grabe tragen mussten, geht es nie wieder so weiter, eben anders mit einer sehr großen Traurigkeit im Herzen, weil dieses eine KIND so fehlt!!!
Und du lieber Paddy fehlst hier so sehr, das wir immer noch gelähmt sind, und ob es mal anders wird, wer oder was weiß das schon, ob das Fest Weihnachten, jemals bei uns noch mal so Traditionell gegangen wird wie vorher, ich zweifle daran, aber wer weiß, ich lasse mich leiten von diesem Restleben, was ich hier begehen muss.
Deine Mama





