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von Michaela Schuster am 19.01.2014 - 14:05 Uhr | melden
Ich bin bei dir
Eigentlich kann man gar nicht trösten.
Man kann gar nicht ungeschehen machen,
was war oder ist.
Eigentlich kann man gar nicht trösten.
Nicht mit Verharmlosungen,
Nicht mit Beschwichtigungen.
Nicht mit Versprechen
oder dem Ausblick auf ein anderes Morgen.
Möglicherweise ist das Einzige,
was eine Ahnung eines Trostes in sich trägt
ein einfaches, aber gelebtes
»Ich bin bei dir«.
Andrea Abele
Hallo mein geliebter Sohn, ich möchte heute diese Kerze anzünden und mich für eine ganze Weile zurückziehen, der Schmerz um dich, ist so unendlich groß er macht mich unfähig dieses Leben anzunehmen! Alles fällt mir schwer, ich sehe in allem nur das, das du geliebter Sohn mir fehlst, das egal was ich tue alles mit Schmerz und Trauer verbunden ist, jeden Tag aufzustehen, mit dem selben Gedanken, Paddy ist tot, nie mehr, darf ich ihn hier auf Erden sehen, etwas mit dir erleben, dich bestaunen, wie zielstrebig du deinen Weg gegangen wärst, alles tut weh.
Bald ist dein 20 Geb. und auch dieser Schmerz wieder an dein Grab zu gehen, sonst nichts zerreißt mein Herz, und ich habe mir ab heute vorgenommen, ich lebe meine Trauer um dich, ohne Erklärung, oder Verdrängung,es hilft doch alles nichts, der Schmerz muss gefühlt werden, mit allen Tränen die kommen.
Aus diesem Grund werde ich mich eine ganze Weile zurück ziehen, ich möchte niemanden mit meiner Trauer um dich belasten, und der Nichtbetroffene, der uns nicht beisteht in dieser so schweren Zeit, soll auch hier nicht mehr lesen können, wie scheiße es mir ohne DICH geht, wer es nicht von mir persönlich erfahren möchte, soll auch hier nicht still einfach nur schauen, na wie tickt sie denn, im Moment, ihr habt leider keine Ahnung, und deshalb bleibt weg, ich schaffe meinen Weg, auch ohne jeden von euch.
Und jeder von euch, der uns als Familie im Stich gelassen hat, sollte sich einfach nur schämen, ihr hattet drei Jahre Gelegenheit, und auch in Zukunft, jeden Tag die Möglichkeit, uns bei zustehen! Mal zu fragen, oder einfach nur zuzuhören, einfach für unsere beiden anderen Kinder, Paten, Onkel, Tanten, usw. zu sein, aber nichts dergleichen, wurde getan, selbst dich haben sie am Todestag nicht besucht.
Ich glaube der Mensch möchte nur das wir so wären wie vor deinem Tot mein geliebter Sohn, aber sie können es ja nicht wissen, wie tief der Schmerz um dich ist, und es gibt keinen Vergleich, mit den Verlusten von Mama, Papa usw. dieser Schmerz ist ein völlig anderer, er hat unsere ganze Zukunft verändert, nichts ist mehr wie vorher.
So ich bin sehr traurig, das ich dich hergeben musste, und ich habe jetzt eine Umfrage gelesen, dort wurden ca. 100 Familien, zum Tode eines Kindes befragt, und ich fand mich in sehr vielem wieder, vor allen wurde auch erwähnt, das der plötzliche, unvorhersehbare Verlust eines Kindes, ca. bis zu 15 Jahre dauern, kann bis man wieder einigermaßen in dieser Welt klarkommt, schlimm das zu lesen, aber ich stimme dem zu, es hat seine Berechtigung, und ich fühle es auch so, das es eine sehr lange Zeit dauern wird, zu lernen OHNE DICH hier zu überleben, mein Schatz, weil es gibt keinen TROST dafür. In Liebe deine Mama
Noch einen Satz an meine lieben Mittrauernde, ja wir trösten uns oft gegenseitig, die meisten Kerzen bei unseren Kindern werden von uns Trauernden angezündet, weil wir sprechen und fühlen die selbe Sprache. Es macht mich aber trotzdem so Traurig, das es den Mitmenschen an Mut, Empathie, und Mitgefühl mangelt, oder einfach nur Angst das falsche zu sagen, obwohl wir uns doch über jede Kerze für unser geliebtes Kind freuen! Ich frage mich oft, was soll der Satz, jetzt muss es mal langsam gut sein, was soll denn wieder gut sein, der TOD unserer Kinder wird nie etwas Gutes haben. Der Tod meines Kindes, hat aus meinem Leben einen Totalschaden gemacht, und aus dem versuchen wir jeden Tag zu überleben!!





