Ramona von Vogtareuth

Ramona
von Vogtareuth

29.11.1983
 
-
03.04.2020
Vogtareuth

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ZurückAus dem Kondolenzbuch: Mein persönlicher Gedenktag

von noname am 17.06.2025 - 13:00 Uhr | melden

Hallo Ramona,

mein persönlicher Gedenktag rückt näher und in all den Jahrzehnte gab es immer wieder Jahre wo es schlicht völlig normal war und es gab Jahre wo es wieder einmal extrem lastete. Man kann den Betreiber der Website nicht genug danken für diese Option sich mitteilen zu dürfen auch wenn das alles mehr oder weniger etwas eigensinnig erscheinen mag. Doch ich kann jedem nur anraten sich mal mit dem Thema PTBS zu befassen.

Leider so scheint es wird auf der Ebene PTBS viel Unsinn betrieben. Hier ein paar Tabletten da eine Therapie wenn denn die Krankenkassen mitspielen und je nach Auswirkung schaffen manche wohl gut gemeinte Hilfen eher noch mehr Unheil. Es ist immerhin bekannt das eine scheinbar harmlose Aktion schon fatale Wirkung haben kann. PTBS kann Auswirkungen haben die schlicht tödlich sein können. Man muss sich dem bewusst sein. Bei der Rettung von Personen kennt man die Umschreibung "Überlebenstod". Viel Fachliteratur dazu findet man bis heute nicht obschon jeden Tag wo und wie auch immer Leute Rettung erfahren.

Ich musste und wollte mich mit diesem Thema befassen zumal ich nicht nur aus salopp ausführende Gewalt sondern auch als Opfer als Betroffener da stehe. Ich weiß nicht was schlimmer ist. Doch es ging mehr stets darum etwas zu lernen versuchen etwas positives daraus zu gewinnen. Wohl setze ich das hier in die Tat um. Das Schreiben hilft enorm und nicht nur direkt auf deine Sache gesehen. Ich weiß das sich manche Leute fragen wer denn hier schreibt. Ist es der Ehemann ist es ein Angehöriger oder gar ein Liebhaber. Um es mal offen zu sagen:

Wir waren wie Bruder und Schwester im Kampf. Nicht mehr nicht weniger.

Der Kampf. Nun das war keine sportliche Sache mehr sondern das reale Leben. Knallhart für dich. Für mich wie eine Art Routine ein trauriger Akt was ich mein Alltag nenne. Krieg hier mal auf zivilem Sektor aber Krieg egal wo und wie er kommt ist immer eine harte Sache. Es kann Leute töten. Heute werde ich in Bezug auf viele Aspekte die ich zu schildern weiß nicht mehr deswegen belächelt. Man weiß wie Extrem so etwas werden kann. Nun ja und hier in deinem Fall sprechen wir von drei Toten und garantiert ein Berg an Menschen die ziemlich belastet sind.

Ich habe viele Menschen sterben gesehen. Tja und bald um aufs Thema zu kommen ist mein persönlicher Gedenktag. Auch drei Menschen mit einem Schlag tot. Wow da stehst du da. Ich sagte mir damals das wird wohl einzigartig sein aber schnell lernte ich das es fast schon Routine werden kann. Ja und dann kamst du. An einem morgen Telefon Hallo du Ramona und die Kinder sind tot. Erschossen.

Ich kann dir sagen das haute rein. An mir stellte ich da etwas fest fast mich nachdenklich machte. Ich bemerkte wie ich in eine Art Routine kam. Ablauf also wie immer dies und das ist zu tun usw. Als wenn es mein Alltag geworden wäre ja und es ist fast schon mein Alltag. Selbst damals als meine Liebsten starben war all das Grauen zu sehen für mich (salopp) Routine. Da wo die Notärztin zusammengebrochen war wo gestandene Polizisten bis heute zum Innendienst gingen - da war für mich Routine.

Das Verarbeiten allerdings brachte zu der damals ohnehin schon höchsten Form von PTBS zusätzliche Belastung die selbst Fachleute bis heute nicht "errechnen" konnten. Würde man heute jetzt und hier "rechnen" ich denke die Zahl wird etwas zum Ausdruckbringen das unfassbar ist.

Man überlebt nicht einfach so.

In Sachen Survival Extrem versuchte ich gerade diesen Aspekt meinen Studenten immer klarzumachen. Überleben an sich ist eine rein logische Sache. Entweder überlebst du oder du bist tot. Recht einfach oder? Was du aber daraus machst das ist die wahre Kunst des Survival. Ich erwähnte dann immer das klassische sich verlaufen haben. Für viele ein Alptraum. Warum? Ich erzähle dann wie ich eine Option fand damit umzugehen. Ich habe mich schon öfter verlaufen ok. Dann stellte ich fest wenn man sich der Lage Bewusst ist und sich schlicht eine Richtung aussucht wo man denn hingehen will und es umsetzt hat man einen Anfang. Weiter wird auf deinem Weg viele Herausforderungen sein oder womöglich die nächste Rettung direkt einige Meter weiter. Keine Ahnung lass dich überraschen. Du lebst du gehst dein Weg und mal sehen was sich ergibt.

So hatte ich in realen Situationen manchmal die schönsten ungeplanten Reisen.

Manchmal kann man das auf viele Situationen tun. Auch deine Lage. Irgendwo war es die falsche Stelle und man fühlte sich verirrt. OK. Na und? Man sucht eine Richtung und geht los. Das kann bedeuten weiter wie gehabt oder Scheidung und bayrischer Skandal pur. Natürlich gibt es noch andere Wege wie den Weg den du dann gegangen bist.

Wenn ein Mensch unter schrecklichster Folter Finger abgetrennt bekommt Hände abgehackt bekommt missbraucht wird uvm. dann würden viele Leute verstehen wenn dieses Opfer den Freitod wählt. Doch muss es immer die "sichtbaren" Folter Dinger sein? Wir wissen derweil was Mobbing anrichten kann. Nur ein Beispiel.

Die Menschen gehen immer härter miteinander um man kann fast schon aus einigen "Glaubensbücher" zitieren die da sagen das alle gegeneinander gehen. Kein Wettkampf mehr aber mehr ein Spiel mit Leben und Tod. Schrecklich und das kann doch jeder mehr als genug sehen. Man sagt es wären ja Einzelfälle nun dann sollte man mit offenen Augen umher laufen. Mobbing kann manchmal nicht direkt sichtbar sein und die Folgen sich dann erst zeigen wenn es zu spät ist und Mobbing gibt es wie Sand an Meer.

Auch eine Liebschaft die man ernst genommen hat die dann aber wie "ach es war nur zum Spaß" beendet wird kann schwere Folgen haben wenn man eben an das Gute in der Sache glaubte. Nun bei dir kamen viele Dinge zusammen. Angriffspunkte die man zunächst unterschätzte und genau das ist ein Fehler der manchmal tödlich endet.

Bei meinem Gedenktag. Nun ja damals sagte ich immer du musst die Augen stets aufhalten in noch so kleinsten Dingen kann Gefahr lauern. Man muss wirklich viel lernen um damit umzugehen und man lernte. Doch nicht genug. Kampf zu begegnen ist eine hohe Kunst. Wer denkt sich nicht mit dem Thema befassen zu müssen wird wahrscheinlich schnell lernen das es jederzeit anders kommen kann. Nein. Du sollst dich nicht verstecken und tarnen und stets auf die Härte gefasst sein. Denk einfach nur daran das es jederzeit passieren kann. Schon die großen Philosophen wussten

Memento mori.

Ein Motto von mir. Ja und zum Abschluss meine Top Motto Favoriten:

1. Memento Mori
2. Unterschätz mich ruhig. Dann wird es lustig.
3. Es gibt schlechtere und
4. das Leben - lieber kurz und knackig als lang und langweilig.

Auf bald.

noname
Geschenk Am 08.04.2020 von Gedenkseiten.de angelegt.
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