Ramona von Vogtareuth

Ramona
von Vogtareuth

29.11.1983
 
-
03.04.2020
Vogtareuth

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ZurückAus dem Kondolenzbuch: Psychologischer Unsinn

von noname am 27.12.2025 - 09:56 Uhr | melden

Gerade wenn es um Gewalt Verlust und Trauer geht macht das Feld der Psychologie so richtig gut Kasse. Wir schein oft all die Grausamkeiten zu vergessen die Psychologie oft ans Tageslicht brachte. Denken wir an den Fall der Familie Haase oder Zierd oder Perez oder Mollath. Oder an das Grauen was Schwule Lesben oder behinderte Menschen erleben mussten. Da dürfen wir wahrlich an viel Psychologie zweifeln. Hinzu kämen noch all die Mittelchen die Menschen verabreicht werden und diese Mittelchen sind alles andere als harmlose Pillen.

Trauer hat nie etwas mit Depression zu tun. Trauer ist Trauer. man trauert. Ein absolut menschliches Ding. Das man da nicht ach so lustig ist versteht sich von selbst. Je länger eine Trauer dauert um so kranker wird ein Trauernder eingestuft. Klar wenn dein Leben durch deine Trauer aus der Bahn kommt dann stimmt was nicht und es ist absolut richtig sich dann Hilfe zu suchen.

Du kannst dir auch eine PTBS eingefangen haben mit der nicht zu spaßen ist aber deshalb bist du nicht Sterbens krank und Pillen helfen da auch weniger.

Der Mensch ist von Anfang an optimal ausgerüstet. Er weiß ganz genau wie und was er tun kann um zu leben und im Härtefall zu überleben. Vieles ist auf der Ebene durcheinander geraten zumal wenn Psychologie ins Spiel kommt. Störungen - den Begriff wird man oft hören. Doch was sind Störungen? Abweichung von einer Norm. Doch wer macht diese Norm? Wer sagt das sie wirklich richtig ist? Wer kontrolliert Norm und verbessert sie?

Man merkt wenn man in so einem Kreislauf steckt wird man wahrlich ein Problem zum eigentlichen Problem haben.

Ich musste diesen Denkanstoß hier mal schreiben denn wahrscheinlich viele die hier lesen werden mehr als weniger ein Problem haben. Wahrscheinlich ist es schlicht Trauer was ich weniger als Problem bezeichne. Trauer ist das Normalste was ein Mensch haben kann. Du darfst trauern ! Du darfst so trauern wie es dir beliebt !

Ja und dann kommt sehr schnell ein Ding auf das man mit "loslassen" umschreibt. Schmunzeln manchmal werden Fachleute sehr unruhig wenn man sagt ach soll ich vergeben und vergessen. Man bietet oft eher abenteuerliche Wege an denn das "nicht loslassen" habe ja schwere Lebenseinbußen gebracht.

Ja das Leben wird sich nach dem Tod eines geliebten Menschen verändern doch das ist schlicht einfachste Logik.

Er kann aber auch heftig zusetzen. Dann ist es nicht mehr schön dann ist es auch keine Trauer dann hast du ein Problem und wie gesagt Hilfe suchen und nehmen ist immer richtig und wichtig.

Schon als Kind kam ich mit Extreme in Kontakt und niemand brachte mir bei wie man damit umgehen kann. Die üblichen Floskeln waren (und sind bis heute) im Umlauf und die meisten dieser Floskeln sind schlicht Blödsinn Berühmt der Satz "die Zeit heilt alle Wunden" oder womit ich meine Eltern schlicht auf 180 brachte war der Satz "ein Indianer kennt kein schmerz" worauf ich sagte "aber ich bin kein Indianer".

Heute weit mehr als ein halbes Jahrhundert später kann ich durchaus sagen das meine PTBS in ein nicht mehr messbares Feld reicht. Auch ich suchte Hilfe und fand oft sehr gute Hilfe. Manche Hilfe war echt Unterkannte. Doch der wichtigste Aspekt war ich lernte. Und das ist wunderbar denn:

jeder Mensch kann lernen kann darf und soll seine ganz eigene Auslegung oder Meinung haben.

Den wohl wichtigsten Satz in Sachen "Mord und Totschlag" war: Sie ist/sind Tod.

Unmittelbar nachdem ich von Tod erfahren hatte sagte ich mit ganz frei offen raus deutlich diesen Satz - sie sind Tod. Diese extrem harte aber reale Darstellung von dem was geschehen war ist Fakt. Ein wichtiger Fakt. Schnell wünscht man sich nach Tod den Verstorbenen wieder herbei oder man denkt das kann doch nur ein Alptraum sein. Das ist völlig normal aber nicht real oder nicht machbar. Was kommt ist dann diese Einsamkeit. Manchmal echt schrecklich. Du lebst auf einem Planeten mit rd. 8 Mrd. Menschen und bist einsam.

Aber es ist nicht die Einsamkeit zu Massen sondern das Fehlen des geliebten Gegenübers. Was soll daran krank sein sich jetzt einsam zu fühlen? Es ist menschlich normal oder?

Die Welt ist oft eine verdrehte Welt. Trauer Einsamkeit wird als Schwäche gesehen dabei ist es genau das Gegenteil - es ist Stärke. Noch heute ist es so ein Thema "ein Mann der weint" oder das man seinem neuen Partner sagt "ich liebe dich aber ich liebe auch meine verstorbene Frau". Auch sowas hatte ich schon selbst erleben dürfen und zugegeben ich war im Anfang über so einige Reaktionen schockiert. Beispiel: eine Dame sagte mir mal "ach dann geh doch zu deiner toten Tusse". (Wörter etwas verändert denn da kamen Ausdrücke die ich hier nicht nennen will).

Das traf hart. Logisch. Aber 1:0 für mich denn diese Dame war und wird nie die Partnerin meines restlichen Lebens. Mit sowas kaltherzigem will ich einfach nicht zusammen sein. Als dieser Spruch kam war ich schon weit (salopp) drin in der Szene Trauer Mord und Totschlag und ich gebe zu mein lächeln auf diesen Satz brachte die Dame in Rage. Und zwar heftig und mit ihrem Gewaltausbruch brach sie mir ein Knochen.

Klar das alles hat auch eine andere Seite. Die Fraktur tat weniger weh als dieser Satz. Doch damals wie heute sage ich ich bin mir selbst treu geblieben ... und liebe meine ermordete Frau bis heute :)

Man kann nun auch sagen ach der Typ der schreibt sich da ein psychologischen Unsinn zurecht was jeder auch so sehen kann. Anderen aber auch mir haben viele Dinge geholfen zu (über)leben und ich muss sagen so hart es klingen mag ich habe sehr viele Menschen und sehr viele Extremsituationen überlebt. Es gibt Tage wo ich mich nicht so gut fühle und es gibt Tage die echt super sind. Darauf kommt es weniger an.

Mir kommt es darauf an das ich relativ frei leben kann und die Erinnerung an geliebte Menschen bewahre.

... auch an Ramona und die Kids.

noname
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