Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Ramona von Vogtareuth. Veredeln Sie jetzt diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.
von No Name am 11.04.2026 - 10:32 Uhr | melden
Liebe Ramona,
sechs Jahre später. In der regel erlebe ich, dass die Erinnerung und das Gedenken schnell stirbt. Bei dir also hier auf der Seite sehe ich, dass die Erinnerung bleibt. Diese Seite wurde umgestellt und scheint viel gelesen zu werden. Was mich ebenso freut ist, dass es eine weitere Gedenkseite gibt. Das ist wunderbar.
Dich und die Kinder nie vergessen.
Ich scheine immer Jahre zu brauchen, bis ich mich gewissen Orten wieder nähern kann. Sechs Jahre sind eine lange Zeit und es steckt viele Erinnerungen in mir. An dich und was wir alles so erlebten. Ja, auch die Kinder. Ach die Kinder - sie wären jetzt junge Frauen. Manchmal frage ich mich, warum du sie mir geholt hast. Auf der anderen Seite (für viele wird das schwer sein) verstehe ich vieles. Nun ja, mein Vorteil ist, vieles schon mal miterlebt zu haben. Ich weiß wie es ist, wenn du mit einem Schlag drei geliebte Menschen verlierst.
Man sagt sich am Anfang ach das erlebst du einmal, aber doch nicht in Wiederholung". Doch das gibt es und ich sitze hier und ehrlich, manchmal frage ich mich, was das nur für ein Schicksal ist.
Der letzte Gedenktag war heftig. Es kam einfach vieles wieder hoch und ich halte es für richtig und wichtig, darüber zu schreiben. Nur so kann man etwas weitergeben. Nur so können andere etwas daraus ziehen. Es gibt viele, die jetzt gerade Trauer empfinden, die geliebte Menschen verloren haben, aber niemand hat ihnen gesagt, wie man damit umgehen soll. Manche Kulturen verlangen dies und das, was aber eher nichts bringt. Der Mensch ist ein Unikat und jeder verarbeitet Trauer auf seine Art und Weise und nicht nach Vorgaben oder so das es anderen schmeckt.
Schmunzel das sage ich und blicke gerade auf Oberbayern auf ein Dorf, das eine gute Kulisse zu Peter Steiners Theaterstadl sein könnte. Zwar hat sich vieles verändert, aber in vielen Köpfen ticken Dinge, die einfach skurril sind. Ich erinnere mich noch. Unsere Vorsicht. Aufpassen, denn ein fremdes Auto in Vogtareuth fällt schnell auf und die Gardinen an den Fenstern wackeln wie von geisterhand schnell, wenn da plötzlich ein fremdes Auto parkt.
Mir war das stets sowas von egal, aber du hattest mit diesem guten Ruf zu kämpfen.
Ich fragte dich damals und ich frage mich bis heute, was das überhaupt sein soll? Der gute Ruf. Ok, da trifft sich eine Frau mit einem Mann. Was ist dabei? Wer dann weiter schräg denkt, ist fernab jeder Realität. Was waren wir?
Bruder und Schwester im Kampf.
Nicht mehr, nicht weniger und diese Kämpfe kamen doch gerade aus der Richtung, wo alles ach so schöne heile Welt sein soll. Solche Leute kotzen mich einfach an. Schmunzel: Ich denke gerade an Peter Steiner und die Folge der Lügenglocke.
Also wenn es in deiner alten Heimat und auf deiner Arbeit eine solche Glocke gäbe, die heute noch klingelt.
Aber egal, liebe Ramona. Ich werde dich immer in Erinnerung halten, nicht nur an die schlechten Zeiten, sondern auch an die guten Zeiten erinnern. Immer wieder, wenn ich in Kufstein bin, denke ich an unsere Tankaktion. Du gibst mir deine Karte und sagst, geh bezahlen und ich und wenn man nach dem Pin fragt. Du sagst mir so locker deine Pin. Ich geh bezahlen, komme wieder und begreife das erst.
Hey Mona du hast mir gerade deine Pin gesagt, das macht man doch nicht.
Du so locker, ach stell dich nicht so an, wir sind Freunde.
Nun ja, es gäbe noch ganz andere Geschichten, die wir so erlebten. Ich denke oft daran und sehe dein Gesicht. manchmal ein Lächeln. Manchmal warst du glücklich und es tut gut zu wissen, dass ich es schaffte dir etwas Glück und ein Lächeln zu bringen.





