Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Ramona von Vogtareuth. Veredeln Sie jetzt diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.
von no name am 16.05.2026 - 16:10 Uhr | melden
ja man wird abschließend festgestellt haben, dass Ramona manchmal so ihre eigensinnige Seite hatte. Etwas, was man nicht so wirklich erklären konnte. Und das ist auch gut so.
Sie hatte über viele Jahre Kontakt zu mir und damit Kontakt zu etwas, was man Spezialeinheit nennt. Eine Welt, in der kaum jemand Einblick bekommt, was nicht nur wegen der Geheimhaltung und dem Eigenschutz so ist. Wir selbst erleben so viel, dass man salopp Menschen mit einer gewissen Vorsicht begegnet. Wir sehen jeden Tag, was Menschen so anrichten, und das ist oft an Grausamkeit nicht zu überbieten.
Wir können untereinander reden, was wir auch tun und wir haben ein gutes Paket an Unterstützung, was wir auch nutzen, doch nach Hause kommen und sagen, ach Liebling, heute war es wieder irre oder so nein, das können wir nicht. Ja und sehr selten ist es, dass völlig Fremde plötzlich im Kreis der Eliteeinheit stehen. Wir reden nicht darüber weniger wegen Geheimhaltung oder Eigenschutz - wir schützen damit jene, die wir lieben.
Ich denke, die meisten im engen und weiten Umfeld würden vor Sorge sterben, wenn sie wüssten, was wir arbeiten mit der Ungewissheit, dass man vielleicht nicht mehr heim kommt. Es waren für mich immer die schwersten Momente, Angehörigen genau dies mitzuteilen, denn die meisten Angehörigen wissen nicht mal, was ihre Liebsten arbeiten. Dann kommen Fakten auf den Tisch. Da brechen Welten zusammen. Eine Frau. Mein Kamerad war gefallen. Eine Kameradin und ich sprachen bei ihr vor. Eine kleine Mietwohnung, ein Kind, das gerade in der Schule war. Wir erklärten, wer wir sind, legten persönliche Sachen auf den Tisch und sagten, was passiert war. Mein Kamerad galt als Außenvertreter für Sportwaren und die Frau war überrumpelt, sie ahnte nicht mal, was ihr Mann gearbeitet hat. Das Kind kam nach Hause und erfuhr vom Tod des Vaters und was er wirklich machte Das Kind, ich glaube war 14 oder 15 Jahre alt. Auch für das Kind eine unbegreifbare Situation. Für solche Situationen haben wir weitere Programme und man man eines der Programme an. Sie leben heute irgendwo und sind weiter mit uns in gutem Kontakt.
Natürlich gab es damals etwas "Reiberei", aber wenn wir etwas wollen, dann erreichen wir unser Ziel und dass Ramona einfach dabei sein darf, das war schnell “genehmigt” ohne Papierflut, Antrag und Co.
Ich hatte zu Ramona den ersten Kontakt und damit den ersten Blick auf das wahre Gesicht. Das war es wohl, was sofort eine tiefe Verbindung schaffte. Ich erinnere mich, als ich die Maske abzog, war es auch ein Zeichen für die anderen “Lage sicher” und meine Kameradinnen und Kameraden zogen ihre Masken ab. Ich vergesse nie, wie Ramona umher sah. Manchmal kann man schon erstaunt sein und wohl ist es so, dass die meisten ein völlig falsches Bild von uns haben, wie wir wohl aussehen, was auch gut ist, denn so sehen wir garantiert nicht aus. Wenn dann noch die private Kleidung angezogen ist, würdest du wohl nie ahnen, wer dir vllt. gerade jetzt auf der Straße begegnet ist.
Wir haben Ramona immer vertraut und sie vertraute uns.
Über viele Jahre hinweg und das manchmal wahrlich auf abenteuerlichen Wege.
Sie war Bestandteil unseres Lebens und wir durften an ihrem Leben teilnehmen. Ich erinnere mich an eine Art Volkslauf. Ein Dorf in Bayern und wir überraschten sie halt. Eine nette Kameradin lief so im Hintergrund mit, was Ramona erst im Ziel bemerkte. Aber dort bemerkte sie auch mich und hätte fast einen Zuschauer überrannt, weil meine nette Kameraden von der Seite kommend auch noch unser Schlagwort "Surprise" leisen rief.
Später kam sie zu uns und meinte zu mir “das war doch bestimmt wieder deine Idee”und wie immer als ich es gestand sagte sie das typische “du bist verrückt”. Man muss wissen, ich höre es öfter, zumal ich in Sachen Strategie und Taktik schon sehr eigensinnige Ideen hatte, die aber stets zum Erfolg führten.
Hätten wir da gewußt das Ramonas Leben nicht mehr so lange dauern sollte nun wir hätten sie wohl eingepackt und mitgenommen. Bis zum Tod war noch einiges an Zeit doch sie hatte auch in den Jahren ihre Erlebnisse und einige waren nicht sonderlich nett. An einem Tiefpunkt sagte ich ihr mal etwas was sie so restlos sprachlos gemacht hat. Mein Fachbereich sozusagen innerhalb der Truppe. Man bekommt ein Auftrag und kein mensch weiß wie man das angehen soll. Ich erinnere mich an die Idee, bei einer Geiselbefreiung einfach einige gepanzerte Autos um den Block fahren zu lassen. Schön laut, schön auffällig. Immer wenn die Geiselnehmer aus dem Fenster schauten, sahen sie ein Fahrzeug, gefolgt von Fahrzeug von Fahrzeug und dachten, die große Invasion ging los. Schmunzeln dabei hatten wir nur fünf dieser Fahrzeuge, einige LKW und eines der Fahrzeuge krachte bei der ersten Rundfahrt auch nach sehr effektiv durch eine Absperrung. Es gab in einer unzensierten Aufnahme dazu eine Situation, als wir ins Gebäude eingedrungen waren, da ein Gegner mit AK 47 durchgeladen war, aber der konnte sich wirklich nicht mehr bewegen. So sehr setzt die Vorgehensweise zu. Ramona meinte zum Video was sie sah und die Situation, ach du hast bestimmt keine Maske getragen und der Mann war nur geschockt vom Anblick. Das war so typisch Ramona.
Ja, Menschen können schon übel sein und sie war in einer Lage, wo es ihr nicht sonderlich gut ging. Hilfe fand sie, aber das waren alles so Sachen. Irgendwie komme ich dann auch an einen Punkt wo mal wieder meine “Eigensinnigkeit” kommt und ich stellte mich so dicht wie es ging vor sie und das war schon sehr nahe und sagte
so jetzt mal Klartext: Wenn alle Stricke reißen, dann heirate ich dich, die Kinder gehören mit dazu und fertig.
Ihren Blick hätte man sehen sollen, aber das brachte sie sehr effektiv auf den Boden der Tatsachen und hat ihr wohl mehr geholfen, alle Gespräche mit angeblichen Freunden und Fachleuten. Es zeigte ihr auch diese Sache, die schwer zu beschreiben ist. Dieses Zusammen, rein zusammen raus diesem Verbund innerhalb einer Spezialeinheit, die bis heute schlicht als die Beste der Welt gilt und man sich oft fragt, was das Geheimnis des Erfolges ist. Nun, ein Geheimnis ist wohl dieser Zusammenhalt, das sind ungewöhnliche Schritte.
Es wird ein Geheimnis bleiben, wie Ramona reagiert.
Viel Zeit später waren sie und die Kinder tot.
Meine Kameradinnen und Kameraden haben den Eingang der ersten Meldung bekommen. ich auch. Wir alle haben wohl so eine Vorahnung gehabt. Als dann die Bestätigung kam, dass wir schon auf dem Weg waren, schaute mich eine Kameradin an. Sie meinte, du hast sehr engen Kontakt zu Ramona gehabt. Alles klar bei dir. Ich sagte ja mal wieder. Sie kannte das aus meiner Vorgeschichte. Meine Frau und meine Kinder wurden vor über 32 Jahren brutal ermordet. ich überlebte. Ja, dann die Verbindung zu Ramona viele Jahre danach. Da kommen Gedanken auf.
Man kennt sich und daher haben mich meine Kameradinnen und Kameraden an dem Tag sehr intensiv im Blick.
Zugegeben, es war fast wie damals, als wenn sich fast wieder eine Geschichte wiederholte und heute würde ich sagen, da hat sich so einiges wiederholt. Jemand vom Fach meinte, dass es in meinem Fall tatsächlich auch so ausgelegt sein kann.
Sechs Jahre später. Wir hatten die Idee mit der Gedenkseite und warum auch immer sie gerne gelesen wird. Auch einige Medien haben Interesse und es ist mir wichtig, dass es weniger Sensation, sondern einfach ein gewisses Wahren von Gedenken ist.
Ich vermisse Ramona und die Kinder sehr. Ja, man könnte sagen, jetzt habe ich den gleichen Mist zweimal erlebt oder überlebt, denn manchmal ist das nicht so einfach . Es gab auch viele andere Dinge und Ramona lernte von uns, wie wir damit umgehen. Es gibt so viele Optionen, die weit besser sind als seinen Kindern und sich ein Ende zu setzen.
Wir sind der Meinung, dass die Option von Ramona nur gewählt wurde, weil sie sich sehr plötzlich auf allen Ebenen ihres Lebens massiv in die Enge gedrängt fühlte. Sie liebte ihre Kinder. Sie sah wohl den einzigen Weg, die Kinder und sich ins Jenseits zu bringen, als Lösung.
Diese Lösung ist eine Lösung, aber ich kann und werde sie nie gutheißen.
Ramona wusste, wenn alle Stricke reißen, wird geheiratet und es gäbe noch andere Optionen. Wir hätten das für unsere Freundin getan. Aber sie ging lieber mit den Kindern ins Jenseits, was wir nicht ganz verstehen und was da oben noch ein Nachspiel haben wird. ich werde ihr, egal wo sie sein mag, kräftig in den Hintern treten, sie wie so oft in den Arm nehmen oder sie mich oder wie auch immer und dann geht es im Jenseits weiter.
Ich glaube, Ramona hatte mal einen schweren Einsatz und sagte, dass es sie fast erwischt hätte. Dann sagte mir, versprich mir, wenn es mich mal erwischen sollte, lebst du weiter, denn dann lebe ich in dir.
Sie merkte, dass ich etwas geschockt war, denn fast wortgleich sagte auch meine ermordete Frau etwa zwei Wochen vor ihrem Tod, was Ramona nicht wusste. Ich erklärte ihr die Situation und sagte ihr, dass ich dem zustimme. Um die Lage noch etwas zu entschärfen, brachte ich sie zum Lächeln. Sie hat wirklich ein wunderschönes Lächeln gehabt, was sie allzu selten zeigte. Ich sagte
du Ramona, in meinem Alter hat man nicht mehr die Absicht, sich selbst umzubringen, egal wie schwer es kommen mag, denn ich muss schlicht wohl nur einige Jahre warten, der Tod kommt von ganz alleine.
Zum Abschluss noch so ein Spruch. Es ging um ein Einsatz juristische Aufarbeitung es ging um die Absicht mich zu töten ich war schon Alt und einmal war mir das Gerede zu doof und ich führte weiter an … er wollte mich töten und das spricht weniger von Absicht sondern von innerer Verblödung denn so alt wie ich bin braucht man einfach nur abwarten. Fanden die Juristen jetzt weniger nett aber naja :)





