Ramona von Vogtareuth

Ramona
von Vogtareuth

29.11.1983
 
-
03.04.2020
Vogtareuth

stimmungsbild
ZurückAus dem Kondolenzbuch: Du bestimmst das Extrem nicht das Extrem dich

von no name am 29.07.2026 - 14:05 Uhr | melden

Liebe Ramona, ich glaube in all den vielen Jahren habe ich dir sehr viele Extreme gezeigt, gerade wenn du selbst mal wieder ein Extrem erlebt hast. Aktuell ist auch heute logisch mein Leben ohne Extreme undenkbar. Was du und viele andere immer so bewundert haben, war diese Ruhe in mir. Da gab es die Situation:

Man war da und viele Berichte über Extreme kamen rein, mal so, mal so und die einen waren etwas angespannt, andere etwas in Sorge oder gar in Panik und ich saß da und bastelte an einem Puzzle. Ich hörte aufmerksam zu, aber ich war am Puzzle auch als Aspekte kamen, die schlichtweg mein Wohl mein Leben bedrohten. Du hast dich mir gegenüber gesetzt, schaust mich an, unsere Blicke trafen sich wieder, weil ich ja wusste jetzt kommt wieder eine ganz klassische Frage und du hast mich gefragt: wie kannst du bei all den Sachen so ruhig da sitzen und Puzzle machen?

Natürlich erweckte die Frage bei anderen Kameradinnen und Kameraden die Neugier, obwohl einige meine Antworten schon kennen. Ich stand auf, wedelte mit den Händen umher, sagte ach wie schrecklich, dann setzte ich mich wieder und machte das Puzzle weiter. Dein Blick vergesse ich nie und ich fragte dich was meinst du, was ist besser wild umher zu laufen, sich was auch immer auszudenken oder ein Puzzle zu machen und sich zu den Anliegen eine Strategie auszudenken. Wie so oft dein typisches Augenbrauen hochziehen. Dann schaust du zu Elisa, die dir so mit ihrem typischen Lächeln sagt: "Du hast ihn herausgefordert".

Es ist wahrlich eine Kunst geworden, Extrem Ruhe zu bewahren und in dieser Ruhe seine Gedanken zu ordnen und den Verstand zu verwenden, um mögliche Lösungen zu finden. Zugegeben, ich brauchte Jahre und ich schiebe es mal auf eine übliche Erziehung, die jeder so erlebt, aber auch auf mich selbst, der viel stupide Erziehung auch noch für die einzige Wahrheit gehalten hat. Wir bekommen tatsächlich etwas mit für das Leben, aber vieles davon ist wahrlich Müll. Wenn ich an das Schulsystem denke. Es ist gut, dass es Schule gibt, aber die Umsetzungen sind fast schon absurd und passen nicht. Viele übernehmen einfach und dann kommt das böse Erwachen, wenn man etwas erlebt und das, was man glaubt zu wissen, anwendet und es klappt dann doch nicht.

Du hast viel aus solchen Situationen gelernt und manchmal frage ich mich, ob es nicht noch besser gewesen wäre dich auf ultimative Extreme vorzubereiten wie das Extrem will ich sterben um zu leben oder lebe ich und was weiß ich was da noch kommt.

Solche Dinge zu lernen gehört heute zu unserem Alltag. Ich sehe dich noch in den ersten Zeiten. Viele Jahre eine junge Frau und ich weiß nicht, was du dir unter Elite so genau vorgestellt hast, aber vieles ist wahrscheinlich das, was die meisten Leute denken, und vieles davon ist ein schlichtes Klischee. Elisa ist auch zu uns gekommen, so wie viele andere und die meisten davon dachten, was auch immer. Sie kannten das Ding mit dem Puzzle und das garantiert jemand fragt. Elisa fragte damals auch und sie lernte damit umzugehen. Wir ergänzen die Techniken jeden Tag, lernen üben usw. Die meisten Leute denken ach Elite immer draußen Wald, Schießstand, Waffen usw. Ach, je weit weg davon. Natürlich haben wir auch auf den Ebenen Übungen, doch wir trainieren auch ganz andere Sachen und wie man in deinem Fall sieht, liebe Ramona, ist es wichtig zu wissen, wie man mit einem Extrem umgehen kann, das dir und den Kindern das Leben gekostet hat.

Ja, die Handbücher der Polizei weltweit kennen wir in und auswendig inkl. denen für die höheren Laufbahnen oder spezielle Dinge wie Spurensicherung oder Verhörtechnik. Das kriegt man noch irgendwie gefasst, aber kaum jemand weiß das wir andere Lektüren haben wie “der schwarze Schwan” oder “die ein Prozent Methode” uvm. Wir kombinieren, basteln, verbinden, lösen usw und haben am Ende Leute, zu denen man sagt, es sei die beste Eliteeinheit der Welt. Schmunzel: Wir sehen uns lediglich als Leute, die ihren Kopf gebrauchen. Einige unserer “Lehren” hattest du in dein Konzept gebracht und kein Wunder, es war der Erfolg auf breiter Linie. Ich denke, man wird nach deinem Tod hier und da versucht haben dein Konzept zu kopieren, doch das ist bis heute niemandem gelungen. Es fehlt eben was und das ist die Freundschaft du du und ich hatten das Vertrauen das Miteinander.

Ach ja, Elisa meint, ich soll das noch rein schreiben… Manche Tests bei uns sind oft keine Übungen, sondern absolut real. Wir üben nicht mit Platzpatronen, das wäre so ein Beispiel. Ebenso kann uns eine reale Lebenssituation beschert werden mit dem Fakt dann mach mal. So eine reale Übung habe ich gerade und ich weiß in der späteren Aufarbeitung werden gerade neuere Kameradinnen und Kameraden sagen “wie kannst du nur in so einer Situation gemütlich erstmal Tee trinken, locker Smalltalk machen, für Ramona etwas schreiben usw."

no name
Geschenk Am 08.04.2020 von Gedenkseiten.de angelegt.
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