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Von Nadine 16.11.2020 um 18:16 Uhr | melden
...ist es genau ein Jahr her, dass ich mit Daniela und Marcus bei Dir war und ich Dir so schonend wie möglich beigebracht habe, dass Du keinen Leberkrebs, sondern bereits Lebermetastasen hattest.
Deinen entsetzten Blick werde ich nie vergessen.
Einer deiner ersten Sätze war "Ich will leben".
Leider war Dir dies nicht vergönnt.
Und ich respektiere Deine Entscheidung absolut; Du wolltest keine OP mehr nachdem feststand, dass der Krebs schon so weit fortgeschritten war.
Alles was ich noch tun konnte war, Dich zu mir...nach Hause zu holen...in meine Nähe.
Und das habe ich geschafft.
Jetzt, wo die Tage wieder dunkler werden und die Nächte kälter, kommt alles wieder hoch. Vorhin bin ich über Sprachnachrichten, die ich an Daniela geschickt habe, gestolpert...und im Hintergrund waren Deine Atemzüge zu hören.
Mich erschrickt die Nüchternheit in meiner Stimme. Ich muss schlimmer dran gewesen sein, als ich dachte. Der "Fachkraftmodus" kommt extrem durch.
Und dieser hat mir wahrscheinlich dabei geholfen, nicht den Verstand zu verlieren.
Ein Jahr, seit ich das letzte Mal mit Dir auf Deiner Couch saß. Direkt neben Dir.
In deiner Wohnung.
Die es nicht mehr gibt.
Alles nur noch Erinnerung.
Bald kommen die Weihnachtstage.
Nie zuvor habe ich mich davor so gefürchtet wie in diesem Jahr.
Du fehlst mir.
Ich hab Dich lieb, Mama.
Und ich vermisse Dich...
Jeden Tag.
Deine Nina





