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Von Susi Michel Mathis 13.01.2020 um 19:37 Uhr | melden
Das Schiff, auf das die Welt einst schaute,
Es war bereit zur Jungfernfahrt,
Das größte, das man je erbaute,
Ging in Southampton an den Start.
Sie war so wunderschön und prächtig,
Gefeiert voller Euphorie,
Denn sie erschien so übermächtig,
Kein Schiff war einst so groß wie sie.
Titanic war in aller Munde,
Ein Schiff von dem ein jeder sprach.
Dann kam für sie die große Stunde,
Als in die See, sie schließlich stach.
Und während ihrer Fahrt da kamen,
Beim großen Stolz der White Star Line,
Die manche nicht so wichtig nahmen,
Stets Warnungen von Treibeis ein.
Nichts ließ die schwarze Nacht erhellen,
Kein Mond der hell am Himmel stand.
Das schöne Schiff glitt durch die Wellen,
So majestätisch, imposant.
Am 14. April passierte,
Das Unglück dann trotz klarer Sicht,
Als man sie weiter manövrierte,
Nachts durch ein Eisfeld, groß und dicht.
Sehr wachsam blickten Offiziere,
Vom Ausguck aus aufs weite Meer.
Und Eiseskälte machte ihre
Arbeit nur noch doppelt schwer.
Die Nacht war schön und sternenklar,
Die Flagge wehte stolz am Mast
Und niemand ahnte die Gefahr,
Auf diesem schwimmenden Palast.
Dann plötzlich, so wie aus dem Nichts,
Da tauchte dieser Eisberg auf.
Im Schatten seines Angesichts,
Da nahm das Schicksal seinen Lauf.
Es war zu spät ihm auszuweichen,
Man hatte ihn zu spät erkannt.
Es gab die ersten Seenotzeichen.
Das Schicksal lag in Gottes Hand.
Ein Eisberg schön und mächtig groß,
Er gab dem schönsten Schiff der Welt,
White Star Lines Stolz den Todesstoß,
Das Todesurteil war gefällt.
Als Wasser in das Schiff gelang,
Da machte sich Verzweiflung breit.
Das Schiff war längst dem Untergang
Von da an hoffnungslos geweiht.
Der Eisberg ließ das Schiff erzittern,
Die Nieten platzten aus dem Rumpf.
Das Wasser ließ den Stahl zersplittern,
Ein leichtes Beben, lautlos dumpf.
In Kessel-und Maschinenräume,
Schoss mit gewaltig großer Wucht,
Das Wasser in das Schiff der Träume,
Nur Wenigen gelang die Flucht.
Dann Hilfeschreie und Gebete,
Das CQD als Notsignal.
Es schoss die erste Leuchtrakete
Zum Himmel, wie ein heller Strahl.
Um eine Panik zu verhindern,
Hat man die Boote klar gemacht,
Zuerst mit Frauen und mit Kindern,
Sirenen tönten durch die Nacht.
Die Mannschaft hatte längst begonnen
Rettungsboote abzufieren
Doch jede Hoffnung war zerronnen,
Dieses Schiff nicht zu verlieren.
Doch trotz der großen Wassermassen,
Da dachten viele nicht daran,
Das Schiff des Todes zu verlassen,
Ein Wettlauf mit der Zeit begann.
Sehr vieles wurde noch besprochen,
Für jede Rettung dort an Bord.
Der Funkkontakt war abgebrochen,
Das letzte Rettungsboot war fort.
Fern waren schon die Rettungsboote,
Als mancher sprang in seiner Not,
Vom Schiff, das nun zu sinken drohte,
Doch fand er nur den kalten Tod.
Für manche galt das Schiff vor Stunden,
Für sicher und für unsinkbar.
In einem Bruchteil von Sekunden
War nichts mehr so, wie es mal war.
Die Bordkapelle spielte Lieder,
Sie spielten fast zwei Stunden lang,
Aus vollem Herzen, immer wieder,
Bis schon das Meer den Bug verschlang.
Verzweiflung, Trauer, Abschiedsszenen,
Zwei Stunden nach der Kollision.
Noch immer heulten die Sirenen,
Es gab die erste Explosion.
Für die, die auf dem Schiff noch blieben,
War die Hoffnung längst verloren.
Von denen, die im Wasser trieben,
Waren viele schon erfroren.
Und die Bordmusik, sie tönte,
Bis auf das weite Meer hinaus.
Als die Sirene nicht mehr dröhnte,
Da gingen alle Lichter aus.
Verstummt war die Musik für immer,
Die letzte Leuchtrakete schoss
In die Nacht, mit hellem Schimmer,
Wo sich ihr Licht aufs Meer ergoss.
Voll Wehmut blickte Edward Smith,
,Der Kapitän, ein letztes Mal,
Auf sein längst todgeweihtes Schiff,
Dem schönen Traum aus Prunk und Stahl.
Dem Schiff blieb nicht mehr sehr viel Zeit,
Im Smoking sah man Gentlemen.
Sie alle waren nun bereit
Gemeinsam in den Tod zu geh`n.
Zu hören war ein lautes Dröhnen
Auf einmal brach das Schiff entzwei,
Mit einem großen lauten Stöhnen,
Dann sank der Bug, es war vorbei.
So langsam kam das Schiff zu Fall,
Ein Schornstein schlug mit heißem Dampf,
Aufs Wasser auf, mit lautem Knall.
Das Schiff verlor den Todeskampf.
Das Heck stand senkrecht für Minuten,
Zum Himmel ragte es empor
Und dann versank es in den Fluten,
Wo es für immer sich verlor.
Beendet war die Jungfernreise
Des größten Schiffes seiner Zeit,
Sie wurde auf absurde Weise,
Zur Reise in die Ewigkeit.
Verloren zwischen Zeit und Raum,
Im Nordatlantiks tiefem Schlund,
Ruht der einst schöne stolze Traum
Für immer auf dem Meeresgrund.
(©) Simone Wiedenhöfer 15. April 2012





