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Von Max Sealtiel 14.09.2026 um 02:27 Uhr | melden
Nähe des Toten
Wohl müßt ich herzlich weinen,
Herz! wärst du wirklich tot,
Und könnt mich nichts mehr einen
Mit dir in Freud und Not.
Doch, sieh, seit du gestorben
(Weiß nicht, wie mir geschah),
Hab ich dich erst erworben,
Herz, bist du erst mir nah.
Nicht Berg und Tale trennen,
O Herz! mich mehr von dir,
Leis darf ich dich nur nennen,
Da bist du schon bei mir;
Dann legt sich schnell die Welle
Im Herzen stürmisch-trüb,
Und in mir wird es helle
Und um mich alles lieb.
Die andern nicht begreifen,
Was Selges ich ersah!
Was die nicht schauen, greifen,
Das ist für sie nicht da.
Die wissen nichts von drüben,
Die wissen nur von hier,
Nicht wie sich Geister lieben,
Doch, Herz! – das wissen wir!
Justinus Kerner
Manchmal lebt die Liebe von den
Momenten der Sehnsucht und
vertieft sich um die Stunden,
in denen Liebende einander nicht
sehen. Wohl darum liebt die Liebe
mit geschlossenen Augen und
gehört einzig den Herzen, die sie fühlen.
Petra Franziska Killinger





