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Von deiner Familie und Freunde 27.01.2026 um 12:54 Uhr | melden
Ich stelle mir das Sterben vor
So wie ein großes, helles Tor
durch das wir einmal gehen werden.
Dahinter liegt der Quell des Lichts
oder das Meer, vielleicht auch nichts.
Vielleicht ein Park mit grünen Bänken
Doch eh nicht jemand wiederkehrt
und mich eines Besseren belehrt
möcht ich mir dort den Himmel denken.
Höher, als Wolkentürme stehn
Höher noch, als Luftstraßen gehn
Jets ihre weißen Bahnen schreiben
Jenseits der Grenzen unsrer Zeit
Ein Raum der Schwerelosigkeit
Ein guter Platz, um dort zu bleiben
Jenseits von Zwietracht, Angst und Leid
In Frieden und Gelassenheit.
Weil wir nichts brauchen, nichts vermissen
und es ist tröstlich, wie ich find
die uns vorangegangen sind
Und die wir lieben, dort zu wissen.
Und der Gedanke, irgendwann
auch durch dies Tor zu gehn, hat dann
nichts Drohendes, er mahnt uns eben
jede Minute bis dahin
wie ein Geschenk, mit wachem Sinn
in tiefen Zügen zu erleben.
- Reinhard Mey -



