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von Unstrut Hainich Kreis am 03.04.2023 - 16:23 Uhr | melden
Nach dem schweren Unfall mit sieben Toten bei Bad Langensalza ermittelt die Polizei wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts.
Eine Polizeisprecherin sagte, mit einem Laborergebnis der Blutprobe des mutmaßlichen Unfallversursachers könne voraussichtlich erst Mittwoch gerechnet werden. Hintergrund sei, dass diese nicht im Krankenhaus ausgewertet wird, sondern in der Gerichtsmedizin. Der mutmaßliche Unfallverursacher konnte bislang noch nicht vernommen werden.
Die Polizeisprecherin bestätigte MDR THÜRINGEN außerdem, dass der 45-jährige Mann bereits seit 2007 ohne Führerschein ist. Zu den Gründen wurde nichts mitgeteilt.
Zudem haben sich laut Polizei eine Reihe von Zeugen gemeldet, die sich zum Unfallhergang oder zum Geschehen vorher äußern wollen. Alle Hinweise und Informationen würden geprüft.
Das Gutachten eines Sachverständigen steht laut Polizei noch aus. Er habe Spuren vor Ort gesichert und müsse nun die ausgebrannten Fahrzeuge begutachten.
Freunde planen Gedenken in Mühlhausen
In den Wohnorten der Verstorbenen sind Schock und Trauer groß. In Mühlhausen wollen Freunde der 19-jährigen Verstorbenen für Dienstagabend ein Gedenken mit Blumen und Kerzen in der Innenstadt organisieren. Zudem ist am Mittwochabend in der Mühlhäuser Divi Blasii-Kirche ein ökumenischer Trauergottesdienst geplant.
Der Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, Harald Zanker, ordnete für Dienstag Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden im Landkreis an.
Unfallspuren auf der B 247 im Unstrut-Hainich-Kreis. Bildrechte: MDR / Silvio Dietzel
Eine Person weiter in Lebensgefahr
Bei dem Unfall waren am späten Samstagnachmittag sieben Menschen ums Leben gekommen, drei wurden schwer verletzt. Eine Person schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.
Der mutmaßliche Unfallverursacher hatte laut Polizei keinen Führerschein und war vermutlich betrunken. Der 45-Jährige und sein 34-jähriger Beifahrer überlebten schwer verletzt, ein 44-jähriger Mitfahrer starb.
Ihr Auto war in den Gegenverkehr geraten und gegen zwei andere Autos geprallt. Die Fahrzeuge gingen in Flammen auf. In einem Auto starben drei 19-jährige Männer und zwei gleichaltrige Frauen. In dem anderen Auto im Gegenverkehr kam ein 60-jähriger Mann ums Leben. Seine 73-jährige Beifahrerin konnte sich verletzt selbst aus dem Autowrack befreien.
Kriseninterventionsteams im Einsatz
Für die Angehörigen der Unfallopfer sowie für die Rettungskräfte und Polizisten stehen weiterhin Kriseninterventionsteams bereit. "Ein tödlicher Unfall von diesem Ausmaß lässt sich schwer in Worte fassen", sagte der Einsatzleiter und Stadtbrandmeister von Bad Langensalza, Steven Dierbach.
19 Feuerwehrleute waren neben Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. "Die Einsatzkräfte wollen Menschenleben retten. Das Schlimmste war, das sie für sieben Leute nichts mehr tun konnten."
Bundesstraße seit Sonntagabend wieder frei
Nach dem Unfall war die Straße von Samstagabend bis Sonntagabend voll gesperrt. Die Polizei sicherte Spuren zum Unfall, anschließend wurden die beteiligten Fahrzeuge geborgen.
Weil die Straße an mehreren Stellen erhebliche Schäden erlitt, mussten anschließend Reparaturen vorgenommen werden. Seit Sonntagabend ist die Straße wieder frei, jedoch wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt.
Polizeigewerkschaft fordert härteres Durchgreifen
Die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen fordert nach dem schweren Unfall ein härteres Durchgreifen bei Fahrten ohne Fahrerlaubnis. Fahrern, die sich ohne gültige Fahrerlaubnis hinters Lenkrad setzten, sollte das Auto "ohne Wenn und Aber" entzogen werden, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende, Dirk Weidenbach. "Das Fahrzeug sicherzustellen und in polizeiliche Verwahrung zu nehmen wäre ein hilfreiches Mittel - und wohl auch abschreckend für Fahrten ohne Fahrerlaubnis."




