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Von Maren Krause 26.02.2020 um 11:32 Uhr | melden
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■ Den niemand kommen hört
■ und kommen sieht,
■ Er hat geweht,der Wind,
■ den Baum geschwungen,
■ Des Wurzelwerk
■ die Erde überzieht,
■ In dessen Kron ich
■ dieses Lied gesungen;
■ Das jüngste Knösplein,
■ gestern dran erblüht,
■ Hat über Nacht sich
■ leise losgerungen;
■ Es fiel, und niemand
■ gab wohl weiter acht,
■ Als ich, der mit dem Zufall
■ hielt die Wacht.
■
■ So bist erlöscht du,
■ lieblich junges Licht,
■ Das mir erquickend
■ in das Herz gezündet?
■ Noch sprach zwei Wörtchen
■ deine Zunge nicht,
■ Doch hat dein Lallen mir
■ so viel verkündet!
■ Das Sehnen, das die
■ zartsten Bande flicht,
■ Es hat tiefinnig mich
■ mit dir verbündet;
■ Ja, vor viel Grossem
■ unter dieser Sonnen
■ Hab ich dich
■ kleinen Nachbar wertgewonnen!
■
■ Ob ich gen Himmel sah,
■ ins blaue Meer,
■ Ob in dein Aug,
■ es war das gleiche Schauen;
■ Es leuchtete aus
■ diesen Sternen her
■ Ursprünglich helles Licht
■ von schönern Auen.
■ Wie oft senkt ich den Blick,
■ von Mühsal schwer,
■ Ihn frischend,
■ tief in dies verklärte Blauen!
■ Wie war das Lachen
■ deines Mundes fein!
■ Wie echt war unsre Freundschaft,
■ still und rein!
■
■ Nie hab an deine Zukunft
■ ich gedacht,
■ War ja die Gegenwart
■ so klar und heiter!
■ Du hast wie eine Blume
■ mir gelacht,
■ Nicht dacht ich an
■ gereifte Früchte weiter;
■ Ob einst vielleicht
■ ein Held in dir erwacht,
■ Ob du am Fuße bliebst
■ der langen Leiter:
■ Du lieblich Kind warst
■ in dir selbst vollkommen -
■ Was sollte dir und mir
■ die Sorge frommen?
■
■ Zu der du wiederkehrst,
■ grüß mir die Quelle,
■ Des Lebens Born, doch besser,
■ grüß das Meer,
■ Das eine Meer des Lebens,
■ dessen Welle Hoch flutet
■ um die dunkle Klippe her,
■ Darauf er sitzt,
■ der traurige Geselle,
■ Der Tod, verlassen, einsam,
■ tränenschwer,
■ Wenn ihm die Seelen,
■ kaum hier eingefangen,
■ Laut jubelnd wieder
■ in die See gegangen.
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■ G. Keller
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¤*♥*¤ Ich hab Dich lieb
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