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Von Mama 26.05.2018 um 14:41 Uhr | melden
Papa hat heute für eine Inspiration gesorgt.
Er hatte ein Seifenblasen - oje wie sagt man? Fläschchen? - ausprobiert.
Ist ja immer faszinierend, manche Künstler machen ja sogar so riesige, dass sie darin stehen können.
Oder im Mathemathikum Gießen, gibt es auch so ein Teil, oder warst du schon erwachsen, als das aufmachte? Wäre ja typisch, denn das war ja deine Welt, die Naturwissenschaften und Mathe dein Faible.
Doch was mir dazu einfiel, zu den kurzlebigen Gebilden, hat natürlich mit dir zu tun und all denen, die wir unsere Engel nennen.
Denn mir gefiel die Metapher und die Seifenlauge ist erst etwas völlig anderes, unscheinbar statt wunderschön und niemand findet eine zerplatzte Seifenblase wieder, dabei hat sie nur ihre Form verändert, alle Bestandteile sind noch da!
Daraus ist kein Reim geworden, denn die Worte haben ihren eigenen Weg gefunden, habe sie nur aufgeschrieben und sie fühlen sich - für mich- gut an:
Seifenblasen
Alle wunderschön, perfekt
Manche klein, manche groß.
Mit Geschick und den richtigen Mitteln sogar riesig.
Manche platzen sofort
Manche steigen auf,
werden vom Wind getragen,
sehen viel von der Welt und halten lange
manche bleiben irgendwo hängen
lösen sich langsam auf
manche halten sich aneinander fest,
denn lassen sie los, gehen sie kaputt
sie schillern in allen Farben des Regenbogens
alle gleich und doch verschieden
manche gehen nur kaputt,
weil sich jemand in den Weg stellt
weil jemand sie fangen will
weil jemand zu ungeschickt ist,
um sie so zu bewahren, wie sie sind
oder weil jemand Spaß daran hat,
Spaß, sie platzen zu sehen
Besonders die Großen,
die platzen effektvoll
Da können wir noch so vorsichtig pusten
Noch so viel hinterherlaufen,
auf den richtigen Weg bringen
schnell Luft zufächeln,
wenn die Blase droht, auf den Boden zu sinken.
Hindernisse aus der Flugbahn rücken
Warnen und rufen
Die Seifenblasen fliegen ihren eigenen Weg
Wir können uns an ihnen freuen
Ihnen das Beste wünschen
Doch wir wissen,
sie bestehen aus Wasser
nur mit etwas Seife
und wir haben sie mit Luft versorgt,
unseren Atem gegeben.
Irgendwann zerfallen sie
In Wasser und Seife, die auf dem Boden bleibt
Unser Atem, unsichtbar, doch existent
Vermischt sich mit der Luft um uns herum
Ist immer da
Für uns nicht unterscheidbar
Alle gleich, doch völlig verschieden
Alles ist da, alles bleibt,
nur wir,
wir sehen sie nicht,
unsere Seifenblasen
unsere wertvollen,
unvergessenen,
ganz besonderen,
unendlich geliebten
Seifenblasen
(von Astrid Gerbershagen)





