Barbara Merckens

Barbara
Merckens

19.06.1957
Mönchengladbach
-
06.09.2023
Mönchengladbach

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ZurückAus dem Kondolenzbuch: Erinnerungen an und Persönliches über Barbara

von Herman am 29.09.2023 - 18:05 Uhr | melden

Liebe Barbara,
im Nachruf über dich habe ich viel über mich aber nichts über dich geschrieben. Es ist für mich in dieser Situation sehr schwer, deine Eigenschaften zu beschreiben. Erstens hätte ich Immer das Gefühl, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Ausserdem möchte ich nicht, dass ich über dich etwas schreibe, was sehr oft über Menschen in Anzeigen, in Kondolenzbüchern oder in Beileidskarten geschrieben wird. Am Ende wird immer etwas ungenannt bleiben.
Großes Herz, liebenswert, Lachen, Lächeln, Frohsinn, Großmut, Verzeihen, Liebe, Fröhlichkeit, Verständnis, Güte, Quelle und Sinn, hast immer gegeben. Diese Worte habe ich dir am 7. September geschrieben. Genauso wichtig wie diese Eigenschaften sind Alltagserinnerungen, die uns verbinden. Wichtig ist Unspektakuläres. Dass du gerne für Freunde und mich gekocht hast, dass du gerne im Garten gearbeitet hast, dass du Freude an blühendem Raps, an Rotkehlchen, an Eichhörnchen hattest. Schlimm, in der Vergangenheitsform zu schreiben. Solche Freuden, die sehr individuell sind, werden dir gerechter, als "In Liebe" oder "In tiefer Trauer" und so weiter. Sie beschreiben dich persönlicher. Wichtig ist, dass Menschen immer an dich denken und deine Seele tief in ihren Herzen ist. Und das ist sie ganz bestimmt. Immer hast du Gästen das Gefühl gegeben, nicht nur willkommen zu sein. Dein Haus war immer auch deren Haus, in dem sie sich genauso wohl fühlen sollten wie in ihrem eigenen Heim oder in einem sehr schönen Gasthaus. Im Unterschied zu mir haben die Menschen im allgemeinen und die Freunde im besonderen dich immer sehr ernst genommen. Sagtest du etwas, wurde es still und sie waren voller Aufmerksamkeit für dich. Ein bescheidenes Charisma.
Erinnerungen an dich - für mich sehr wichtig, auch sehr schwierig, weil sie schmerzen. Sehr oft wünsche ich mir, ich wäre blind, damit ich dich nicht mit allem verbinde, was ich sehe. Fotos zum Beispiel, aber auch ein einzelner Kugelschreiber oder ein Küchenmesser, das du immer benutzt hast. Auch wichtig für Erinnerungen. Aber sehr, sehr schmerzhaft. Zur Zeit unmöglich, von dir und uns Fotos anzusehen. Ganz unmöglich, Dinge von dir zu berühren, die du in Krankenhäusern bei dir hattest.
Noch gar nicht erwähnt wurde deine Kompetenz in Sachen Steuererklärung, die du für so viele Mensch gemacht hast und die mit deiner Arbeit immer hochzufrieden waren. Auch die ganzen Hilfen, die du mir bei Ärger mit Ämtern gegeben hast, müssen hier erwähnt werden. Dass du gegangen bist, ist mehr als schmerzhaft, es zerreißt mich.

Herman