Charlie Watts

Charlie
Watts

02.06.1941
London
-
24.08.2021
London

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Gedenkseite für Charlie Watts

Charlie Watts  , Nachruf für den Schlagzeuger der Rolling Stones

Charlie Watts wurde als Charles Robert Watts am 2. Juni 1941 in London geboren und starb ebenda am 24. August 2021. Er war ein britischer Musiker und Schlagzeuger, der vor allem als Mitglied der Rockband The Rolling Stones bekannt wurde. Er stieß im Jahr 1963 zur Musikgruppe und beerbte Tony Chapman auf der Position des Schlagzeugers. Insgesamt 58 Jahre war er ein wichtiger Teil der Band und bildete gemeinsam mit Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards die längste Partnerschaft der Rockgeschichte.

Nach Aussagen von Mick Jagger, Ron Wood, Bill Wyman und Keith Richards war Watts der wahre Anführer der Band und der eigentliche Grund für die Langlebigkeit der Band.

Der gelernte Grafiker lernte seine späteren Bandkollegen Brian Jones, Mick Jagger und Keith Richards in den Londoner Rhythm and Blues Clubs kennen. Im Januar 1963 schloss er sich nach einigen Zögern der ein Jahr zuvor gegründeten Rolling Stones an.

Neben den Rolling Stones war er unter anderem mit seiner eigenen Bands, dem Charlie Watts Quintet und dem Charlie Watts Tentet, auf Tournee und trat im legendären Londoner Ronnie Scotts Jazz Club auf.

2006 wurde Watts in die Hall of Fame des Magazins Modern Drummer gewählt. Im selben Jahr wurde er von Vanity Fair in die International Best Dressed Hall of Fame aufgenommen.

Der renommierten Musikkritiker Robert Christgau bezeichnete Watts als den "größten Schlagzeuger der Rockmusik". 2016 belegte er Platz 12 auf der Liste der "100 Greatest Drummers of All Time" des Magazins Rolling Stone.

Frühe Jahre und musikalische Anfänge

Watts wurde am 2. Juni 1941 im University College Hospital in London geboren. Er war Sohn des Lastwagenfahrers Charles Richard Watts und seiner Frau Lillian Charlotte Eaves. Er wuchs zusammen mit seiner Schwester Linda im Stadtteil Kingsbury auf. Von 1952 bis 1956 besuchte er die Tylers Croft Secondary Modern School. Als Schüler zeichnete er sich vor allem durch sein Talent für Kunst, Kricket und Fußball aus.

Während seiner Kindheit lebte er mit seiner Familie in einem Fertighaus am Pilgrims Way 23 in Wembley. Viele der Häuser in diesem Gebiet waren während des Zweiten Weltkriegs durch deutsche Bombenangriffe zerstört worden.

Der berühmte Jazz-Bassist Dave Green war ein Nachbar und ein Kindheitsfreund von Watts. Die Freundschaft sollte über das ganze Leben Watts bestehen bleiben.

Mit zehn Jahren entdeckte er das erste Mal seine Leidenschaft für amerikanischen Jazz und baute sich aus einem alten Banjo seine erste Trommel.

Als Watts etwa dreizehn Jahre alt waren, begann er sich für das Schlagzeugspielen zu interessieren. 1955 kauften ihm seine Eltern sein erstes Schlagzeug.

Green und Watts begannen ihre gemeinsame musikalische Karriere 1958 und spielten bis 1959 in einer Jazzband in Middlesex, den Jo Jones All Stars.

Nach Abschluss der High School schrieb er sich an der Harrow Art School ein (die später in die University of Westminster integriert wurde), die er bis 1960 besuchte. Nach dem Schulabschluss arbeitete Watts als Grafikdesigner für eine Werbefirma namens Charlie Daniels Studios und spielte gelegentlich Schlagzeug in lokalen Bands in Cafés und Clubs.

1961 wurde der einflussreiche Bluesmusiker Alexis Korner auf Watts aufmerksam. Dieser lud Watts ein, ihrer Band Blues Incorporated beizutreten mit der er erste Erfolge feierte. Während des gesamten Jahres spielte er regelmäßig mit der Band, während er hauptberuflich weiterhin als Werbedesigner arbeitete.

Mitte 1962 lernte Watts Brian Jones, Ian Stewart, Mick Jagger und Keith Richards kennen, die ebenfalls als weitere Gäste in den Londoner Rhythm and Blues Clubs verkehrten. Bereits kurz nach dem Kennenlernen versuchten die vier Watts zum Beitritt zu ihrer Band, den Rolling Stones, zu bewegen. Im Januar 1963 stimmte Watts schließlich zu, einzusteigen und den bisherigen Rock Drummer Tony Chapman zu ersetzen und den nächsten Schritt mit der Band zu machen. Erste Aufnahmen mit den neuen Bandkollegen folgten schnell.

Musikalischer Durchbruch mit den Rolling Stones

Neben seiner Musik steuerte Watts auch Grafiken für frühe Stones-Alben, wie z. B. das Backcover des Albums Between the Buttons, bei.

Zudem war er verantwortlich für die Organisation von verschiedenen Touren, PR-Termien und Pressekonferenzen.

Unvergessen ist die legendäre Performance der Rolling Stones aus dem Jahr 1975 als sie mitten im Verkehr von Manhatten in den Vereinigten Staaten hunderte von Journalisten und die Öffentlichkeit überraschten, als sie "Brown Sugar" auf der Ladefläche eines Lkws unangekündigt aufführten.

Zudem entwarf Watts zusammen mit Jagger verschiedene aufwendige Bühnen für Tourneen. Bekannt ist vor allem lotusblumenförmige Bühnendesign für die 75 Tour of the Americas.

Watts hat sich auch außerhalb seines Lebens als Mitglied der Stones in vielen Aktivitäten engagiert. 1964 veröffentlichte er eine Auswahl von Cartoons als Hommage an Charlie Parker mit dem Titel Ode to a High Flying Bird. Obwohl er sich im Rockbereich einen Namen gemacht hatte, gab er immer wieder an, dass seine persönliche Vorliebe vor allem im Jazz lagen. Ende der 1970er Jahre schloss er sich mit Ian Stewart und Dick Morrissey zusammen und gründete die Band The ABC&D of Boogie Woogie, in der viele der besten Jazz-, Rock- und R&B-Musiker des Vereinigten Königreichs mitwirkten.

In den 1980er Jahren tourte Watts vermehrt mit einer Big Band zu deren Mitglieder Evan Parker, Courtney Pine und Jack Bruce gehörten um die Welt. 1991 stellte er ein Jazz-Quintett als Hommage an Charlie Parker zusammen.

1993 erschien Warm And Tender des Charlie Watts Quintet, zu dem auch der Sänger Bernard Fowler gehörte. Gemeinsam mit dieser Gruppe veröffentlichte er 1996 die Alben Long Ago und Far Away. Beide Alben enthielten Lieder aus der Sammlung des Great American Songbook.

Nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Musiker Jim Keltner auf dem Stones-Album Bridges to Babylon veröffentlichten Watts und Keltner ein Techno/Instrumental-Album mit dem einfachen Titel Charlie Watts / Jim Keltner Project. Watts erklärte, dass die Stücke zwar Namen wie "Elvin Suite" zu Ehren von Elvin Jones, Max Roach und Roy Haynes trugen, sie aber nicht deren Schlagzeugstil kopierten, sondern das Gefühl dieser Künstler einfingen.

Watts wurde mit seiner Band, dem Charlie Watts Tentet, in Londons berühmtem Jazzclub Ronnie Scotts aufgenommen. Seit April 2009 gab er Konzerte mit Boogie Woogies ABC&D zusammen mit den Pianisten Axel Zwingenberger und Ben Waters sowie seinem Jugendfreund Dave Green am Bass.

Im Jahr 1989 wurden die Rolling Stones in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Im Jahr 2006 wurde Watts in die Hall of Fame des Magazins Modern Drummer aufgenommen und reiht sich damit in die Reihe von Ringo Starr, Keith Moon, Steve Gadd, Buddy Rich und anderen hochgeschätzten und einflussreichen Schlagzeugern der Rock- und Jazzgeschichte ein.

Privates

Am 14. Oktober 1964 heiratete Watts Shirley Ann Shepherd , die er kennengelernt hatte, bevor die Band erfolgreich wurde. Das Paar hat eine im März 1968 geborene Tochter, Seraphina, die ihrerseits Watts einziges Enkelkind, ein Mädchen namens Charlotte, zur Welt brachte. Ungeachtet des Lebens als Rockmusiker, galt Watts stets als treuer Ehemann.

Watts Privatleben schien stets ruhiger als das seiner Bandkollegen und vieler seiner RocknRoll-Kollegen zu sein. Auf der Bühne gab er stets einen ruhigen, lustigen Kontrapunkt zu seinen extravaganten Bandkollegen.

Berühmt ist eine Anekdote aus der Mitte der 1980er Jahre als einbetrunkener Mick Jagger mitten in der Nacht in Watts Hotelzimmer anrief und fragte: "Wo ist mein Schlagzeuger?". Watts soll aufgestanden sein, sich rasiert, einen Anzug angezogen, eine Krawatte und frisch geputzte Schuhe angezogen haben, die Treppe hinuntergegangen sein und Jagger ins Gesicht geschlagen haben, mit den Worten: "Nenn mich nie wieder deinen Schlagzeuger, du bist mein verdammter Sänger!".

Watts war stets bekannt für seine persönliche Garderobe und sein gesetztes Leben: In der britischen Presse wurde er öfter zu einem der bestgekleideten Männer der Welt gekürt. Im Jahr 2006 wurde er von Vanity Fair in die International Best Dressed Hall of Fame aufgenommen.

Im Juni 2004 wurde bei Watts Kehlkopfkrebs diagnostiziert, obwohl er in den späten 1980er Jahren mit dem Rauchen aufgehört und einen gesunden Lebensstil geführt hatte. Er unterzog sich einer sechswöchigen Strahlentherapie. Nach einem medizinischem Eingriff schaffte er es, rechtzeitig zurückzukehren, um das 2005 veröffentlichte Album A Bigger Bang der Rolling Stones aufzunehmen.

Anfang August 2021 sagte Watts alle geplanten Konzerte mit den Stones ab, nachdem er zuvor Anfang Juni noch seinen achtzigsten Geburtstag feiern konnten. Nur Wochen darauf starb er an seinem Krebsleiden.

Bis zu seinem Tod lebte Watts in Dolton, einem ländlichen Dorf in West-Devon, wo er und seine Ehefrau Shirley, mit der er insgesamt 57 Jahre verheiratet war, eine Araberpferdefarm besaßen.

Nach seinem Tod, drückten viele Musiker und Bands, wie Elton John oder die Toten Hosen, Ihre Anteilnahme in den sozialen Netzwerken  aus. Mick Jagger bezeichnete Watts als einen „großartigen Freund“. Die Bestattung folgte aufgrund der Covid-Pandemie im kleinen Kreis.

Kurz vor dem ersten Todestag Watts sind die Gedanken an ihn in der vergangenen Woche größer geworden. Laut seiner Familie war er ein geschätzter Ehemann und Großvater. Seine Fans halten ihn als tollen Musiker und ein Vorbild in Erinnerung. Ruhe in Frieden! 

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