Christian Geisler

Christian
Geisler

28.03.1977
Dresden
-
07.05.2020
Berlin

Stimmungsbild-Christian-Geisler-2

Für Dich

So, wie man sagen würde: besser spät als nie.
Das ist ja letztendlich auch wirklich dein Zeichen gewesen, so dein Merkmal.
Besser spät als nie.
Lange Zeit konnte ich übrigens auch nichts wirklich sagen, nichts schreiben, von dir.
Besser spät als nie.
So auch ein bisschen in dem Sinne, wie ich das für mich gerne ausdrücke, dass ich ja gewisse, einige Sachen von dir einfach mal so zu sagen: eingenommen habe. So, dass sie ja praktisch in mich hinein gegangen sind, geflossen sind. So, wie ich das für mich gerne ausdrücke, so dass ich ja praktisch manchmal ein bisschen, manchmal mehr als ein bisschen, wirklich, wirklich: DU sein könnte.
Nachdem du so plötzlich verschwunden bist, dich wirklich entmaterialisiert hast.
Besser spät als nie.
Wirklich. Wirklich im letzten Moment. In dem Moment, an dem ich gedacht habe, ich werde gar nichts mehr über dich, von dir sagen, schreiben, hinterlassen können.
So wie an diesem Tag, als ich echt dachte - ja, das habe ich getan! -, ich habe echt gedacht, du wirst irgendwann, besser spät als nie, in dem letzten Moment - bestimmt! - wieder nach Hause kommen.
An diesem Tag, als du die Wohnung verlassen hast und nie wieder kamst.

Ciao Christian.
(15.01.2025)


ZUSAMMENHÄNGE
Lustig. Dass ich, nachdem ich diese Seite hier für dich erstellt habe, dann gleich von dir hörte. Von deinem Namen, deinen Initialen, genau die. Mehrmals und mehrmals aus der Stimme dieser Frau, die aus diesem Radiosender sprach.
Ciao Christian.
(20.01.2025)


BILDER VON DIR
So habe ich als Stimmungsbild für deine Gedenkseite hier einfach mal direkt ein Bild von dir genommen. So eins, was du gemacht hast.
Denn: Ich muss sagen, ich hab’ mich ja schon wirklich, aber wirklich, wirklich habe ich mich fragen müssen: Wie denn man so einen Himmel überhaupt zu Gesicht bekommen kann? So ein Tor zum Himmel.
Ja. Das habe ich mich gefragt, als ich irgendwann unter deinen Sachen – all deinen Sachen, all deinen da so stehengebliebenen Sachen –, auch dieses Bild fand.
Und dann wusste ich, woher du das hattest also wo du es gemacht hast, dieses Bild von diesem Himmel.
Du hast es unten geschrieben.
Es war im Osten.
Da wo du herkommst.
Es war im Osten sieben Jahre vor deinem Tod.
Mir ist ein solches Tor zum Himmel niemals begegnet. Aber dir. Dir schon.
Ja. Ich hab’ mich schon gefragt, wie man so was überhaupt einmal im Leben vorgespielt bekommen kann.
Aber ich denke, jetzt weiβ ich das.
So sagt ein arabischer Dichter: Glück liegt nicht vorne, sondern hinten. Es ist nicht ein Ziel zu erreichen, sondern ein Heim, zu dem man zurückkehren kann.
Ciao Christian
(01.02.2025)


SO, WIE ES IST
Wie befreiend, einmal diesen Worten zu begegnen.
Umsomehr, weil sie nicht von jemanden stammen, der sich in der Geschichte verewigt hat, mit – was weiβ ich – seiner Trauergeschichte.
Nein! Die Worte stammen von einem Revolutionär.
Sie stammen von einem Revolutionär und dennoch bleiben sie für mich wahrscheinlich der beste Ausdruck der Spiritualität. Der am klarsten, am authentischsten, derjenige der es vermutlich am besten beschreibt, was ist, worum es geht.
Wie befreiend das war, diesen Worten zu begegnen, in diesem alten Interview auf Italienisch, in dem es wirklich um etwas Anderes, um andere Themen ging.
Doch, am Anfang.
Als Fidel Castro von seinem Freund und Genossen Che Guevara gesagt hat:

«Ich hatte sogar Mühe, die Vorstellung des Todes von Che anzunehmen [...], es ist noch immer schwierig, die Vorstellung seines Todes anzunehmen, aber: Woran liegt das denn?
Meiner Meinung nach liegt es daran, dass seine Anwesenheit immer so permanent, überall, in allem ist.»

Wie befreiend.
Was mich dabei am meisten beeindruckt, ist, dass er nicht vom “Tod”, sondern von der “Vorstellung des Todes” redet. Was für ein wesentlicher Unterschied.
Und dann diese Frage, diese grundlegende, substantielle, entscheidende Frage: “Woran liegt das denn?”.

Ciao Christian
(13.03.2025)


DER FRÜHLINGSTAG
Feiern, dass du geboren wurdest. Wir uns begegnet sind. Dass dies überhaupt passieren konnte.
Trotz der brutalen körperlichen Trennung, die auf uns wartete.
Trotz dieses gewissen Etwas. Etwas wie ein Kratzen, irgendwo zwischen Hals und Herz.
Trotz alledem kann ich feiern, dass du geboren wurdest.
Dass wir in deinen letzten Geburtstag reinfeiern konnten. Ohne dass wir die geringste Ahnung davon, von dem letzten Mal, natürlich hatten.
Selbst wenn der Tag dann nicht so lief, wie man es sich vorstellen könnte. Also wie man es sich vorstellen könnte unter dem Begriff: “das Letzte Mal”. Aber wirklich.
Trotz alledem denke ich, ich kann heute feiern, dass du an diesem Frühlingstag geboren wurdest.

Ciao Christian
(28.03.2025)


NIE ZU WEIT ENTFERNT
Der Tag, an dem alles anders wurde.

So sehr, dass dein Todestag bzw. der Tag, an dem sie dich für tod erklärt haben, für mich eigentlich schon eine ganz andere Geschichte, ganz andere Welt, andere Dimension ist.

Aber heute.

Ich sehe nichts so wirklich Merkwürdiges, nichts Schräges, nichts Absonderliches darin, dass dieser Tag in mir, in meinem Bewusstsein eingeprägt ist.
Denn heute ist der Tag, an dem dein, mein und unser Leben von damals im Nu zersplittert wurde. Ohne einen Übergang. Ohne alles. Einfach nur so.
Nachdem du gesagt hast: «Ciao. Bis dann.»
Als du die Wohnung verlassen hast und nie wieder kamst.

Selbst wenn ich dich wieder gesehen habe. Selbst wenn ich irgendwie, irgendwo muss ich doch wissen, dass du es warst, dass ich es war, dass wir es waren dort, die Tage danach im Krankenhaus. Selbst dann.
Wie gesagt, schon eine ganz andere Nummer.

Aber heute.
Heute bleibt definitiv der Tag, an dem sich alles zum ersten Mal verändert hat. Der erste entscheidende Kollisionspunkt.
Selbst wenn ich es später, Stunden später erfahren habe. Selbst wenn alles eigentlich vor mir, vor meiner Nase schon die ganze Zeit stand.
Und ich habe es doch nicht gesehen.

Nein, ich sehe nichts Falsches darin, dass ich von diesem Tag rede.
Was ich im Gegenteil für absurd halte, ist: Diesen Tag mundtot zu machen. Ihn zu verschweigen. Als ob es ihn nicht gegeben hätte.

So konnte ich endlich mal auch Folgendes feststellen. Denn: Wie sollte ich von diesem Tag überhaupt Abschied nehmen, wenn ich eigentlich – jetzt ist es mir klar –, wenn ich eigentlich in all dieser Zeit nichts anderes getan habe, nichts anderes tue bzw. versuche als: Von dir, von uns, von einem ganzen Leben, von diesem Ganzen, was plötzlich und brutal unterbrochen wurde, Abschied zu nehmen? Von all dem, was durch diesen Tag selbst in diesem einem Leben vernichtet wurde?
Ob das etwas bedeutet.

Jedenfalls habe ich von diesem Tag bereits mehrmals geschrieben.
U.a. habe ich geschrieben:
«Würdest du heute wiederkehren, dann würdest du noch immer deine Orangen finden; diejenigen, die du an diesem Tag auf der Fensterbank in der Küche gelassen hast, diejenigen in dem roten Netz, genau die. Ich habe sie mitgenommen, egal wohin ich gegangen bin.»

Dann habe ich einmal dazu noch geschrieben:
«Ich erinnere mich noch an diese Zeugin. Diejenige, die mich auβerhalb des Gerichtssaals – als es dann gar kein Termin mehr stattfand, und ich kann mich ja noch immer fragen, warum es so war, warum es dieses Mal wirklich so war –, auf jeden Fall die Zeugin, diejenige, die mich dann gefragt hat, wer ich bin.
Aber ich dachte an deine Orangen.»

Umso mehr heute bin ich bei dir.
Denn du wolltest an diesem Tag wieder nach Hause kommen.
Selbst wenn ich weiβ, dass du im Guten bist, überall wo du jetzt bist.
Aber das eine schlieβt das andere nicht aus.
Ob das etwas bedeutet.

Ciao Christian
(27.04.2025)


NACHTRÄGLICH
Ich habe es nicht geschafft, am 7. Mai hier etwas zu schreiben. Alles hat sich noch mal verschlungen. Vorher und nachher, gestern und heute und ich: Ganz genau dazwischen.
Nicht zuletzt habe ich gemeint, dein Todestag ist an sich eine ganz andere Dimension.

Zum Schluss noch eine 7. In Anführungszeichen könnte ich sagen: Sie hätten keinen "besseren" Tag aussuchen können, um dich für tod zu erklären. Selbst wenn das für sie gar keine Rolle spielt. Selbst wenn ich mich weiter fragen kann: Wann wärst du eigentlich gestorben? Wann wäre das alleine passiert? Wann genau?
Selbst wenn es so ist, war es irgendwann nicht mehr zu übersehen, dass du zum Schluss eine dreifache 7 hast. Vo der Geburt zum Tod eine dreifache 7. Einmal habe ich das so ausgesprochen, wie ich es hier schreibe.
Und irgendwann wollte ich von dieser Zahl mehr wissen, was sie mit sich trägt, was sie ausdrückt. Ich wollte mehr von dieser Zahl wissen, die mir seitdem so oft begegnet, wenn ich in Gedanken bei dir bin.

So eins von vielen Sachen, so eins von den wenigen, die sich überhaupt sagen lassen.

Und nein, als ich damals an diesem Abend dann wirklich ging, als ich die Tür hinter mir geschlossen habe, habe ich nicht im Geringsten, nicht im Entferntesten, absolut nicht gecheckt: Dass ich dich nun wirklich, aber wirklich nie wieder und zwar buchstäblich nie wieder gesehen hätte.
Zehn Tage davor standst du noch. Und nun.
Erst Monate später ist mir dieser Moment wieder in den Sinn gekommen. Erst dann wusste ich, dass ich nichts wusste, nicht die vage Vorstellung davon wirklich haben konnte, was das nun bedeuten sollte, du bist tot. Wirklich nicht.

In Gedanken bei dir.
Ciao Christian
(Mai 2025)


ZWISCHEN ERDE UND HIMMEL
Diesen Begriff habe ich damals schon in dieser Zeit, diesen Wochen nach deinem Tod verwendet. Selbst wenn ich ihn nicht aufgeschrieben habe.

Zwischen Erde und Himmel war alles, von A bis Z, alles.
All das, was plötzlich nicht mehr war. All das, was plötzlich da war.
Du. Ich.
Ganze Räume und Zeiten.
Eine ganze Dimension.
Alles.

Es war die reinste und die gröβte Verzweiflung dieses einen Lebens für deine plötzliche, grausame, unwiderrufliche körperliche Abwesenheit, für deinen absurden, undenkbaren, unverständlichen Tod und es war gleichzeitig, in einem Zug, als Ganzes, es war dieses gewisse, zum Teil rätselhafte und doch unübersehbare Spüren: Deine Anwesenheit spüren. Jenseits deiner körperlicher Form und dennoch um mich, überall.

Es waren diese kleinen, gröβen, scheinbar unerklärlichen Ereignisse.
Die damals schon auf alles andere, aber wirklich auf alles andere hingewiesen haben statt, wie man sagen würde: auf den Zufall. Das konnte ich damals schon wirklich nicht übersehen. Trotz der unbegrenzbaren Trauer.

Es war, im Kern, schon alles da.
Zwischen Erde und Himmel.
Angesichts der Ereignisse wundert mich das alles wirklich ganz und gar nicht.

Ciao Christian
(19.06.2025)


DEIN TOD UND ICH
Hier habe ich einmal schon letztes Jahr von dir geredet. Es waren “nur” drei Fragen. Doch drei wesentliche.

https://deintodundich.blog/alleinterviews?v=0

Vielleicht auch etwas für andere, die von ihrer Erfahrung mit dem Tod und der Trauer reden wollen.

Ciao Christian
(04.07.2025)


ZWISCHEN ERDE UND HIMMEL (II)
Unter den Tagen, die für mich definitiv auβerhalb, jenseits jeglicher Raum und Zeit bleiben, unter ihnen gibt es definitiv den Tag deiner Trauerfeier.
So, dass heute noch nichts wirklich dagegen spricht, es heute noch gar nicht ausgeschlossen ist, dass ich mich ja so ein bisschen wie aus dem Nichts fragen kann: «Was soll das denn überhaupt heiβen?». Deine Trauerfeier.

Und nicht weil, wie man annehmen könnte, weil es mir nicht irgendwo, irgendwie klar ist, dass es sie gab, dass es um dich ging, um uns.

Aber schade, dass ich diese wenigen und doch aussagekräftigen Zeilen nicht mehr gefunden habe bzw. nicht mehr weiβ, wo ich sie genau gelesen habe.
Jedoch ging es in diesem Text um diesen Mann, der davon berichtete, davon erzählte – ah! genau –, der von seiner eigenen Trauerfeier erzählte.
Der Mann, der seine eigene Trauefeier mitgesehen, miterlebt hat.
Der an diesem Tag alles versucht hat, um sich bei den fassungslosen und bestürzten Anwesenden bemerkbar zu machen. Der als Energiekörper versucht hat, an seine weiter geliebten Menschen ranzukommen. Um zu sagen: «Ich bin noch da.»

Zum Glück habe ich den Inhalt aber nicht vergessen und werde es auch niemals tun.
Denn dieses bleibt definitiv eins der besten Bildern von dem, was ich meine. Eine der besten Darstellungen der Frage: «Was soll das heiβen?». Deine Trauerfeier.
Eine der besten Schilderung meiner Wahrnehmung an diesem Tag.

Und es ist nicht so, dass die Essenz, die wesentliche Bedeutung, dass die eigentliche Kraft dieser Tatsache weggekommen ist, einfach nur weil die Zeit vergeht.
Im Gegenteil.

Ciao Christian
(18.07.2025)


ZWISCHEN ERDE UND HIMMEL (III)
Etwas, was wirklich sehr nahe daran liegt, was ich hier oben in meiner letzten Meldung gemeint habe, gibt es jedenfalls in: “Und wenn das Leben ... weiter gehen würde?”.
Das trifft umso mehr zu, weil es dabei um die Geschichte von der Frau geht, die aus dem Leben gerissen wurde.

Was das angeht, beschreibt die Frau schon zuvor den Moment, in dem sie es beobachten konnte, als ihr eigener Körper aus dem Fahrzeug geborgen wurde. Geschockt, von traurig bis wütend, tatsächlich ahnungslos konnte sie dem zusehen.

Eine gewisse Klarheit entsteht aber nach und nach aus dieser Unkenntnis, indem die Astralreise von der Frau namens Lea weitergeht. Dieser Klarheit entspricht eine gewisse Kraft, die sich erstaunlicherweise und aber ganz konkret entfaltet.

So bei ihrer eigenen Trauerfeier: «Lea amüsiert sich darüber, die Gedanken der Anwesenden zu greifen, ihnen näher zu kommen, um ihnen ein Wort ins Ohr zu flüstern und zu schauen, was passiert.»
Und: «Lea küsst jeden von ihnen zart auf die Stirn und manche – so, als ob sie diesen plötzlichen Kuss wahrnehmen würden –, manche lächeln ohne scheinbaren Grund, vor allem in einem solchen Moment.»

Ich bin dankbar dafür, dass mir diese Worte aus dem Buch von Anne Givaudan irgendwann mal, und zwar eigentlich in dem richtigen Augenblick, begegnet sind.

Ciao Christian
(31-08-2025)

(Or. Ausg.: Anne Givaudan, Et si la vie continuait ..., S.O.I.S. 2019.
Ital. Ausg.: E se la vita ... continuasse?, Edizioni Amrita 2019
Auszüge aus dem Italienischen von mir übersetzt).


ZWISCHEN ERDE UND HIMMEL (IV)
Herbst.
Ich erinnere mich an die weiβen und die roten Blätter im Herbst nach deinem Tod.
Ich bin nur ins Zimmer nebenan gegangen. Ins Zimmer nebenan.
Ha.
Aber im Zimmer nebenan wohnen zwei Italiener. Aber offiziell bist du seit knapp sechs Monaten tot. Aber ich krieche vor Schmerz.

Ich einnere mich an deine Salzlampe. Funkeln, Glitzern, Knacken. Auslöser.
Den Zusammenbruch.
BLACKOUT.
Ha.
Aber die Italiener meinen, das gab es sonst nie davor in der Wohnung.
Alle unsere Sachen in diesem Lager. In meinen Händen wieder mal deine Salzlampe. Scherben eines Überlebenden.

Ich erinnere mich an die Frau, die deinen Namen ausspricht, als sie an mir vorbei geht.
Als ich bei dir in Gedanken bin.
Rausgegangen bin, um zu schauen: Ob Laufen die Trauer erträglicher macht.
An deine Ziffer am Ende meines Weges – unverkennbar auf diesem Schild.

Nur ins Zimmer nebenan gegangen.
Morgens: Alles nur noch ein Augenblick. Einziger Stich. Dann der Sturz. Ich weiβ es einmal wieder. Du. Tot.
Manchmal morgens: Atemgeräusche um mich.
Aber nicht so dahergesagt, wie man einiges mal sagen kann.
Atemgeräusche.

Ich werde gefragt: «Wie geht’s dir?».

Ciao Christian
(15.10.2025)


DIE SACHE MIT DER ENERGIE
Nicht, dass ich danach gesucht habe.
Alles ist passiert.
Dran musste was sein.
Damit konnte ich was anfangen.
Ob das alles nur von mir kommen kann?
Ob das alles auch nicht woanders her kommt?
Von etwas anderem?
Nicht, dass ich danach gesucht habe.
Alles ist passiert.

«Wir sprechen zwar davon, wir haben einen Menschen verloren. Aber wir haben ihn nicht verloren. Denn das Wesentliche dieses Menschen ist nicht weg. [...]. Im Krankenhaus kann man ja das sehen. Auf der Intensivstation, da wird was gemessen, und plötzlich ist da nichts mehr. WAS IST DA GEMESSEN WORDEN? ELEKTRISCHE ENERGIE ist gemessen worden. UND DIE IST WEG. AUS DEM KÖRPER. ABER DIE KANN NICHT INS NICHTS ZERFALLEN SEIN, WEIL ENERGIE KANN NICHT AUFGELÖST WERDEN ODER SICH AUFLÖSEN. Energie bleibt bestehen.»

Wer hat das nicht schon einmal gehört, die Sache mit der Energie.
Erstaunlich fand ich aber, dass ich zum allerersten Mal in diesem Zusammenhang davon hörte.
Von der Sache mit der Energie in Bezug auf den Tod. bzw: auf die Toten.

Ciao Christian
(21.11.2025)

Für alle Trauernende und nicht nur:
https://www.youtube.com/watch?v=mCfVGIfMq4k
(Philosoph Wilhelm Schmid über das Thema der Energie: ab Min. 40’ 30’’).


VIEL MEHR ALS EINE ERINNERUNG
Viel anders als eine Erinnerung.
Aus den Räuchermännchen weht die bunte Mischung.

Ciao Christian
(01.12.2025)


ALLES NUR EIN AUGENBLICK
Als ich dachte, ich würde Zeit haben.
Aber ein Jahr später, zu Weihnachten ein Jahr später: Da warst du tot.
Was auch immer das bedeuten soll. Was auch immer das bedeuten mag – angesichts von allem.

Ciao Christian
(22.12.2025)


ZUM JAHRESWECHSEL
«[...] That wasnt no DJ, that was hazy cosmic jive
Theres a starman waiting in the sky [...]»
(David Bowie)

Ciao Christian
(10.01.2026)


ZUM JAHRESWECHSEL (II)
Hier zum ersten Mal an dich, von dir etwas geschrieben.

Ciao Christian
(15.01.2026)


SCHNEEGLÖCKCHEN
Fast habe ich dieses Jahr dran zweifeln können, ob sie sich nochmal blicken lassen.
Aber: UNIVERSUM REGELT.

Ich erinnere mich daran, als ich diesmal um die Ecke ging und sie wie aus dem Nichts, wie ein Funke aus dem Nichts und zwar als das Allerletzte, womit ich in diesem einem Leben habe rechnen können – das Allerletzte wirklich –, als ich sie gleich um die Ecke erblickte.

Als ich verzweifelt um die Ecke ging, aber nicht so daher gesagt, nein, verzweifelt wie der Stern ohne seinen Himmel, wie der Sankkorn ohne seinen Sand, der Grashalm ohne seine Wiese.

Denn du warst für mich etwas wie ein wunderbarer unzerstörbarer Held und du hattest aber gleichzeitig auch: eine Lieblingsblume.
Denn du warst eben so: voller Kontraste.
Wie ich.

Ciao Christian
(27.02.2026)


MÄRZ
March is the Month of Expectation.
The things we don’t know –
[...]
Are coming now – (Emily Dickinson)

Knapp ein Jahr nachdem sich alles plötzlich und brutal änderte, ist mir das Gedicht begegnet.
Ich muss dazu sagen: Wie ein Messerstich fühlte es sich an.
Aber im Sinne, dass ich damit so viel anfangen konnte.
Aufgrund der Reihenfolge der Ereignisse, der kleinen groβen Ereignisse bevor sich alles änderte.
Irgendwie noch gleichzeitig wieder: eine Art Funke.
Vor allem, weil es um mich eigentlich viel viel mehr die Rede davon war, es eigentlich fast ausschliesslich die Rede war: vom Zufall.
Als ob alles wirklich nur noch und nichts anderes als ein Zufall war.
Als ob es keine Verbindungen gibt.
Als ob es nie einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen gibt.
Aber wirklich?

Ciao Christian
(08.03.2026)


MÄRZ (II)
Alles Gute in die Sterne!

Ciao Christian
(28.03.2026)


NOCHMALS ÜBER DAS TRAUERN, DAS ABSCHIED NEHMEN UND ÄHNLICHES
«Versuch nicht, in dieser Zeit des Verlusts, ‘nicht traurig zu sein’. Trauer und Traurigkeit gehören zu den Methoden des Herzens, einen anderen zu ehren. Und Glücklichsein ist ebenso eine Methode. Du ehrst die Seele deines Geliebten, [...], indem du jetzt deine Traurigkeit voll und ganz fühlst. Und du wirst die Seele deines Geliebten ehren, indem du auch dein Glücklichsein voll und ganz fühlst, wenn der Tag und die Zeit dafür gekommen sind – was ganz sicher der Fall sein wird»

(Neal Donald Walsch, Zuhause in Gott – Über das Leben nach dem Tode, Goldmann Verlag 2009 /Orig.: Home with God – In a Life that Never Ends, Simon & Schuster Inc., New York 2006)

Wie wahr.
Wie wahr ist es, wie wahr ist es gewesen.
All die Zeit. Im selben Augenblick sogar. Als ob es das eine ohne das andere nicht gibt. Aber eigentlich nicht “als ob”, eigentlich so, genauso.

Ciao Christian
(10.04.2026)


APRIL
«We’re leaving together
But still it’s farewell
[...]
We’re leaving ground (leaving ground)
Will things ever be the same again?

It’s the final countdown»
(Europe)

Ciao Christian
(19.04.2026)


APRIL (II)
«Cant you see it in my eyes?
That this might be our last goodbye
[...]»
(Europe)

Ciao Christian
(27.04.2026)



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