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Donna Summer

Donna
Summer

31.12.1948
Boston
-
17.05.2012
Florida

stimmungsbild

Gedenkseite für Donna Summer

Donna Summer war eine US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin. Summer gilt als bekannte Vertreterin des Disco-Pop. Gemeinsam mit den Produzenten Giorgio Moroder und Pete Bellotte entwickelte sie den sogenannten „Munich-Disco“-Stil. Weltweit verkaufte sie geschätzte 130 Millionen Schallplatten. Mit Songs wie Love to Love You Baby, I Feel Love, Hot Stuff oder On the Radio wurde sie in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre zum internationalen Star. Sie eroberte die Hitparaden der ganzen Welt und war in den 1970er Jahren die weltweit erfolgreichste Musikerin. Donna Summer starb in Florida im Alter von 63 Jahren an Lungenkrebs.

Donna Summer in Deutschland

Wie viele afroamerikanische Musiker sammelte sie ihre ersten Gesangserfahrungen in einem Gospelchor. Mit 10 Jahren feierte sie bereits ihren ersten Soloauftritt im Gospelchor der Grant-A.M.E.-Kirche in Boston mit Johnny Langes/Mahalia Jacksons I Found The Answer. Mit 17 Jahren wurde sie die Frontfrau der weißen Bostoner Psychedelic-Rock-Band Crow. Mit ihr ging sie 1968 nach New York City, wo sie nach einem Auftritt der Band ein Angebot für einen Plattenvertrag von RCA erhielt. Doch sie entschied sich anders. Sie bewarb sich für das Musical Hair und flog nach Zusage der Produzenten am 28. August 1968 nach Deutschland, um am 24. Oktober 1968 als 19-Jährige bei der deutschen Erstaufführung dieses Musicals auf der Bühne des Münchner Theaters an der Brienner Straße zu stehen. Das Musical Hair „ist die ins Bild umgesetzte, getanzte, gesungene, gespielte Philosophie einer Jugend, die eine heile Welt ersehnt, eine Welt ohne Bomben, Völkermord und Hunger, einer Welt der Liebe“. Hair wurde mit diesem Lebensgefühl Ende der 1960er / Anfang der 1970er Jahre für viele Jugendliche in Deutschland zum Vorbild. Und Donna Summer sang in diesem Musical Ohrwürmer wie Wassermann (Aquarius) auf Deutsch, das sie fließend sprach. Wassermann wurde gleichzeitig Donna Summers erste Single überhaupt, noch unter dem Namen Donna Gaines und Ensemble veröffentlicht. Das Album Haare (Hair), aufgenommen mit den Sängern der deutschsprachigen Uraufführung, wie Reiner Schöne (Berger), Ron Williams (Hud), Gudrun ‚Su’ Kramer (Sheila), Elke Koska (Jeannie) und Donna Summer (Donna), erreichte Platz 4 in der deutschen Hitparade. In dem erfolgreichen Musical-Ensemble wirkten später neben ihr unter anderem auch Jürgen Marcus, Jutta Weinhold und Peter Kent mit, für die das Musical ebenfalls den Sprung ins Showgeschäft bedeutete.

Für Donna Summer folgten Fernsehauftritte (z.B. sang sie im TV-Krimi-Dreiteiler 11 Uhr 20 (ZDF 1970) den vom Filmkomponisten Peter Thomas geschriebenen Song Black Power). Sie wirkte 1968 im berühmten, provozierenden Afri-Cola-Werbespot von Charles Wilp mit. Sie trat mit Haare (Hair) in weiteren Städten sowie in weiteren Musicals in Österreich und Deutschland auf (Porgy and Bess, Show Boat, Ich Bin Ich (The Me Nobody Knows), Godspell (in Ich Bin Ich und Godspell unter dem Pseudonym Gayn Pierre). Bei Proben an der Volksoper Wien begeisterte sie die Opernsängerin Julia Migenes mit einer herausragenden Sopranstimme. Während dieser Zeit entstanden Freundschaften, die ihr lebenslang wichtig waren.[16] Sie lernte dabei auch ihren ersten Ehemann kennen, ihren österreichischen Kollegen und heutigen Zahnarzt Helmuth Sommer (von 1969 bis 1970 Hair-Ensemblemitglied, Ich Bin Ich-Ensemblemitglied, 1971 Godspell-Ensemblemitglied), aus dessen anglifiziertem Namen ihr Künstlername Donna Summer wurde. Aus dieser Ehe ging 1973 ihre Tochter Mimi hervor.

In München war sie auch Mitglied des elfköpfigen Popchors FamilyTree, der im Sommer 1972 vom damals ziemlich erfolgreichen Würzburger Musikmanager Günter „Yogi“ Lauke für das europäische Prime-Time-Fernsehen zusammengestellt worden war. Mit dieser Gruppe war Donna Summer 1973 und 1974 in vielen europäischen Fernsehstudios und auf Konzerten zu Gast. Weitere Mitglieder von FamilyTree waren u. a. Claus „Tommy“ Dittmar († 2000), Timothy „Timmy“ Touchton und die Luxemburgerin Monique Melson, die ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest 1971 in Dublin vertreten hatte.

1973 traf Donna Summer dann Giorgio Moroder und Pete Bellotte, ein Münchner Produzenten- und Songwriterteam. Ihre ersten gemeinsamen Songs hatten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich und Deutschland Erfolg (The Hostage, Lady Of The Night).

Casablanca Records

Der weltweite Durchbruch gelang dann mit Hilfe von Neil Bogart, dem Boss der kleinen, amerikanischen Plattenfirma Casablanca Records, und als Donna Summer sich nicht nur als Sängerin, sondern auch als Ko-Songschreiberin einbrachte. Donna Summer hatte die Zeile „I’d love to love you“ im Kopf und Marilyn Monroe vor Augen. Sie fand diese Zeile so cool, dass sie sie unbedingt Giorgio Moroder vorsingen musste. Er war begeistert und produzierte sofort die Musik dazu. So entstand 1975 in den Münchner MusicLand-Studios das 17-minütige Disco-Stück Love To Love You Baby mit der jazzigen Basslinie und dem erotischen Stöhnen. Dieser Song wurde nicht nur z.B. in den U.S.A. (Platz 2) und in Deutschland (Platz 6) ein Hit, sondern er war so wegweisend, dass selbst das offizielle Kultur-Institut der Bundesrepublik Deutschland, das Goethe-Institut, mit Giorgio Moroder und Donna Summer auf seiner Internet-Seite wirbt und sie in eine Reihe mit anderen Protagonisten der deutschen, elektronischen Musik stellt, wie Karlheinz Stockhausen, Can, Kraftwerk, Neu!, Tangerine Dream, Conny Plank: „Kaum weniger einflussreich für die elektronische Tanzmusik [wie Kraftwerk] war das Schaffen des Produzenten Giorgio Moroder in München. … Love To Love You Baby … war eine 17-minütige, am orchestralen Philadelphia-Soul orientierte, dabei rein synthetische Tanzekstase, zu der … Donna Summer orgasmisch stöhnte … Das Stück … initiierte die Maxisingle und stand mit seinem … Endlosrhythmus Pate für Housemusik.“ Love to Love You Baby entwickelte sich damals zum Skandal, da die Aufnahmen besonders durch die aufreizenden Stöhnlaute der Sängerin auffielen. 1976 zog Summer mit ihrem neuen Lebensgefährten, dem Münchner Maler Peter Mühldorfer, auf Betreiben von Neil Bogart wieder zurück in die U.S.A., nach Los Angeles.

1977 erschien das Album I Remember Yesterday mit Giorgio Moroders, Pete Bellottes und Donna Summers minimalistischem Überhit I Feel Love. Es ist der weltweit erfolgreichste Song der 1970er Jahre aus Deutschland und der Song, der Donna Summer 1977 auch zur erfolgreichsten Frau in den deutschen Single- und Album-Hitparaden machte. Er nahm mehr als ein Jahrzehnt den Techno-Lifestyle vorweg. Mit I Feel Love schrieben die Drei endgültig Musikgeschichte. Dieses Mal komponierte zunächst Giorgio Moroder die elektronische Musik. „Da kämpft sie mit ihrer Kindfrau-Stimme gegen eine frenetische Synthesizer-Basslinie aus dem linken Kanal und duckt sich gleichzeitig vor einem Vocoder-Klang aus dem rechten Kanal, der wie eine Peitsche auf Beton schlägt. Dazu kreischen verfremdete Gitarren lustvoll wie metallene Star Wars-Monster, die in einer Wiederaufbereitungsanlage kopulieren.“ Es wirkt wie ein Kampf gegen die unbekannte Dimension dieser damals neuen Musikmaschine. Doch der Eindruck trügt. Denn nachdem sie zunächst viel Text zu dieser tanzbaren, elektronischen Musik geschrieben hatten, war es dann Donna Summer, die intuitiv spürte, worauf es ankommt: „Geh mit der Stimme mit dem Rhythmus mit.“ Sie spielte im Studio herum und sang schließlich mit dieser hohen Stimme. Schon damals hielt der englische Musiker und Produzent Brian Eno I Feel Love für den „Sound der Zukunft“. Selbst Leute, wie die Neue-Deutsche-Welle- und Electro-Pop Sängerin Inga Humpe von der Gruppe 2Raumwohnung, für die diese Musik Ende der 1970er Jahre verpönt war, lernten Ende der 1980er Jahre, als sich Techno als Musik- und Lebensstil durchsetzte, Donna Summer schätzen. Und noch heute ist für den amerikanischen Electro-Musiker Moby Donna Summer die revolutionärste Künstlerin der letzten 30 Jahre. I Feel Love sei der erste Song überhaupt gewesen, der in dieser Art geschrieben wurde (elektronische Musik und Stimme und sonst nichts).

Ferner veröffentlichte sie im gleichen Jahr ein Album namens Once Upon a Time, auf dem sich die Sängerin als Märchenprinzessin auf vier LP-Seiten präsentierte. Musikalisch wandelte sie dabei wie gewohnt auf Disco-Pfaden, überraschte aber auch durch Balladen und Mid-Tempo-Stücke. Giorgio Moroder war sich sicher, dass sie den Erfolg von Love To Love You Baby mit neuen Stücken nur dann wiederholen würden, wenn sie das Publikum langsam, Album um Album, darauf vorbereiteten, dass in Donna Summer mehr steckt als nur diese kleine Stimme, mit der sie Love To Love You Baby sang. Mit dem von Paul Jabara geschriebenen und von Giorgio Moroder im Las-Vegas-Pop-Stil produzierten Song Last Dance wurde dann endlich Donna Summers Wunsch erfüllt, zeigen zu dürfen, dass sie wirklich singen kann. Diesen Song präsentierte Donna Summer 1978 – als der Kinoerfolg Saturday Night Fever den Höhepunkt der Disco-Ära anzeigte – im Musikfilm Gottseidank Es Ist Freitag (Thank God It’s Friday) neben (damals noch völlig unbekannten) Filmschauspielern wie Debra Winger und Jeff Goldblum. Der Film war jedoch kein großer kommerzieller Erfolg. Der Titelsong Last Dance wurde jedoch zum Platz-3-Tophit in den Billboard Hot 100 und wurde mit dem Filmpreis Oscar in der Kategorie Bester Song bei der Verleihung 1979 prämiert.

Nach Last Dance brach Donna Summer in den U.S.A. Rekorde. Sie hatte danach drei Nummer-1-Doppelalben in Folge; keiner anderen Musikerin, keinem Musiker, keiner Gruppe war dies vor ihr gelungen. Sie war die erste Frau mit einem Nummer-1-Album und einer Nummer-1-Single zeitgleich in der U.S. Billboard-Hitparade, eine Leistung, die sie sechs Monate später zweimal wiederholte. Sie war die erste weibliche Solo-Künstlerin mit vier Nummer-1-Hits innerhalb von zwölf Monaten; darunter zwei weitere Stücke, die im tanzbaren Las-Vegas-Big-Entertainmentstil produziert sind: MacArthur Park (Coverversion des 1960er-Jahre-Klassikers von Jimmy Webb / Richard Harris) und das Duett mit Barbra Streisand No More Tears (Enough Is Enough). Und sie war schließlich in 1979 und in 1980 die erfolgreichste, weibliche Musikerin der U.S.A.[28]. Platz 1 der Album-Hitparade eroberten Live And More, Bad Girls und On The Radio: Greatest Hits Volumes I & II, Platz 1 der Single-Hitparade MacArthur Park (zeitgleich mit dem Album Live And More), Hot Stuff, Bad Girls (beide zeitgleich mit dem Album Bad Girls) und No More Tears (Enough Is Enough). Ihr Live-Album Live And More eroberte nicht nur Platz 1, sondern schon die Konzerte dazu im Juni 1978, die im Las-Vegas-Showstil konzipiert waren, begeisterten die Öffentlichkeit. Alle drei Konzerte im Universal Amphitheater in Los Angeles waren ausverkauft und das amerikanische Musikmagazin Billboard schrieb: „Summer voller Eleganz während zweier glanzvoller Stunden … Sie sang und trat auf der Bühne mit so viel Ausdruckskraft, mit solcher Klangfülle der Stimme auf …“ In Deutschland wurde das Las-Vegas-artige On The Radio von 1979, die Titelmelodie zum Film Jeanies Clique (Foxes), zu Donna Summers bestplatziertem Lied in der Airplay-Hitparade.

1979 veränderte Donna Summer wieder ihre Stimme wie ein Chamäleon und erhielt für Hot Stuff aus dem Album Bad Girls einen Grammy in der Kategorie Rock; es ist einer von fünf Grammys, die sie gewonnen hat. Sie gewann die fünf Grammys in vier verschiedenen Musik-Kategorien: 1978 für Last Dance in der Kategorie R’n’B, 1979 für Hot Stuff in der Kategorie Rock, 1983 für He’s A Rebel sowie 1984 für Forgive Me in der Kategorie Gospel und 1997 für Carry On in der Kategorie Dance. Hot Stuff war der Song, der mit dazu beitrug, dass Donna Summer auch 1979 die erfolgreichste Frau in den deutschen Single- und Album-Hitparaden wurde. Das neue Rock-Lexikon (1990) krönt das Album Bad Girls zum „quintenziellen Album der späten 70er Jahre“. Dieses in Los Angeles aufgenommene Konzept-Album beschreibt das Disco-Zeitalter, indem es „Hysterie, Furcht, Dekadenz, hilflose Suche und Zelebration des narzisstischen Ichs in frappierenden musikalischen Statements einfängt und damit das präzise Abbild einer orientierungslosen Lebewelt beim Tanz auf dem Laserlicht-Vulkan liefert“. Wieder war Donna Summer von vielen Songs Ko-Autorin bzw. Autorin; und wieder stammte von ihr die Idee für Melodie und Songinhalt des Titelstücks. Dabei drückte sie in den Liedern nicht ihre eigenen Gefühle aus, sondern sie verstand sich als Beobachterin, die sich in den Stücken in andere hineinversetzte und dabei auch ihre Stimme veränderte, mal hart und direkt fordernd, mal schüchtern bittend. Ihre Musik verband in den Diskotheken Schwarze und Weiße, Schwule und Heteros. Ihr gelang es also abermals, das Lebensgefühl einer Generation in Musik auszudrücken. Für die Rock’n’Roll Hall of Fame ist sie die „unbestrittene Disco-Queen“. Doch ihre Musik ist eigentlich gar nicht dem Musikstil Disco zuzuordnen, der sich durch Streicherhintergrund, Percussioneffekte und funkigem Bass auszeichnet. Der Rolling Stone schreibt: „Mit ihren brillianten Produzenten Giorgio Moroder und Pete Bellotte entwickelte sie eine neue Idee von internationalem Pop. Madonnas Karriere ohne Summer und Bad Girls? Undenkbar.“ Denn anders als bei Soulsängern schwang in ihrer Stimme ein eisiger, geschäftsmäßiger Ausdruck mit. Ihr gelang es also, nur allein mit dieser geerdeten Stimme der Popmusik eine neue Richtung zu geben. Doch damit nicht genug. Donna Summer spornte Giorgio Moroder dazu an, elektronische Musik in weitere Musikrichtungen vordringen zu lassen; das Album ist ein Crossover von tanzbarer, elektronischer Musik mit R’n’B, Pop, Country, Rock. Und das Team um Giorgio Moroder und Pete Bellotte mit z.B. Harold Faltermeyer und Keith Forsey arbeitete mit einer solchen Perfektion, dass die elektronischen Soundeffekte eine Einheit mit den Songinhalten zu bilden scheinen. So wurde das Titelstück in Deutschland genauso wie Hot Stuff ein Hit. Und in den U.S.A. stürmten beide sogar wie das Album an die Spitze der Billboard-Hitparade.

Im gleichen Jahr kam es zum Bruch mit ihrer Plattenfirma. Sie verklagte die Firma Casablanca Record & FilmWorks sowie ihre ehemalige Managerin Joyce Bogart wegen Vertragsbruch auf Schadensersatz. Donna Summer kam endgültig nicht mehr damit zurecht, tagtäglich dem Marketing-Konzept ihrer Plattenfirma folgen und die „First Lady Of Love“ geben zu müssen. Sie wollte einen neuen Weg einschlagen und Anerkennung als Musikerin. Nach den Jahren, in denen das Musikgeschäft ihr Leben bestimmt hatte, wollte sie außerdem ihrem Verlangen nach einem privaten Leben, einer Familie, mehr Raum geben

Geffen Records

1980 heiratete sie ihren zweiten Ehemann, den Amerikaner Bruce Sudano. Ihn lernte sie als Mitglied der Gruppe Brooklyn Dreams kennen, mit der sie seit 1977 musikalisch zusammengearbeitet hatte. Mit ihm schrieb sie z.B. Starting Over Again und verhalf damit Dolly Parton 1980 zu einem Platz 1 in der U.S.-Country-Hitparade. 1981 kam ihre zweite Tochter Brooklyn und 1982 ihre dritte Tochter Amanda zur Welt. In den frühen 1980er Jahren offenbarte sie ihre Hinwendung zum Christentum.

Wie von einer Künstlerin dieses Formats nicht anders zu erwarten, drückte sie diese Änderung ihres Lebens in entsprechenden Texten und dem dazu passenden Musikstil aus. Und damit zog Donna Summer es auch nach Bad Girls vor zu experimentieren, als stehen zu bleiben, und entwickelte sich so sowohl als Sängerin als auch als Songschreiberin weiter. 1980 erschien von Donna Summer, Giorgio Moroder und Pete Bellotte das von der Kritik gefeierte, mehr Rock- und New-Wave-orientierte Album The Wanderer. Auch dieses Mal war die Musik ihrer Zeit voraus. „Wäre Cold Love [die zweite Single-Auskopplung] drei Jahre später veröffentlicht worden, … es wäre der Hit geworden, … der die Entwicklung von Dance-Rock erheblich gefördert hätte“, so der ehemalige Rockmusikkritiker des Rolling Stones Dave Marsh in seinem Buch The Heart of Rock & Soul (1989). Es war die erste Veröffentlichung bei Geffen Records; außerhalb der U.S.A. vermarktete WEA International ihre Platten. Der Rock’n’Roll Gesang auf The Wanderer überzeugt so, dass John Lennon ihre Stimme auf dem Titelstück mit der Stimme von Elvis Presley verglich.

Ihre Stimme ist so vielseitig, dass das Rock-Lexikon (2008) auch ihre Jazz-Balladenversion des Billy Strayhorn-Klassikers Lush Life, die auf ihrem 1982 von Quincy Jones produzierten Album zu finden ist, als „grandios“ bezeichnet. Zu dem von Quincy Jones produzierten und kurz Donna Summer genannten Album wurde Donna Summer von Geffen Records bewegt, nachdem Geffen Records sich 1981 geweigert hatten, das Album I’m A Rainbow von Donna Summer, Giorgio Moroder und Pete Bellotte zu veröffentlichen. Es erschien erst 1996. Diese Weigerung bedeutete das Ende der Zusammenarbeit mit Giorgio Moroder und Pete Bellotte. Mit dem Album Donna Summer sollte sie als R’n’B-Sängerin etabliert werden. Die Single Love Is In Control (Finger On The Trigger) erreichte die Top 10 der US Single Charts. Auf der zweiten Single, dem von Jon Anderson & Vangelis geschriebenen, New-Age-artigen State of Independence, wirkte u.a. Michael Jackson in einem All Star Chor mit. Bruce Springsteen schrieb für das Album das rockige Protection und begleitete Donna Summer auch mit der Gitarre und als Background-Sänger. Auch wenn Lush Life als grandios bezeichnet wird, so war jedoch weder Donna Summer noch die Kritik vollständig mit diesem Album zufrieden.

Im gleichen Jahr starb Neil Bogart; Summer sang auf seiner Beerdigung. Und parallel zu der schwierigen Zeit bei Geffen Records liefen noch die Verhandlungen zur Trennung von Casablanca Records, die mittlerweile PolyGram gehörten. Sie verabredeten, dass Donna Summer noch ein letztes Album für PolyGram herausbringt. 1983 folgte daraufhin das poppig-rockige She Works Hard for the Money (sie arbeitet schwer für ihr Geld). Für den Kultur-Spiegel ist der von Michael Omartian produzierte Charts-Erfolg Donna Summers „Hymne“. PolyGram erkannte, welches Erfolgspotenzial das in der Tradition von Bad Girls geschriebene She Works Hard For The Money hat, und produzierte ein professionelles Musikvideo. Der Song basiert auf einem Erlebnis von Donna Summer. Als sie auf dem Weg zu einer Grammy Afterparty war, musste sie erst einmal auf Toilette. Dort sah sie eine erschöpfte, für einen kurzen Moment eingeschlafene Toilettenfrau. Ihr schoss die Zeile „She Works Hard For The Money“ in den Kopf. Am nächsten Morgen sang sie ihrem Produzenten die kämpferische Melodie von She Works Hard For The Money vor und schrieb den Text dazu. Hauptdarstellerin im Video ist eine Kellnerin, die außerdem in Büros putzen muss und in einer Fabrik erschöpft näht, um ihre beiden Kinder und sich ernähren zu können. Doch sie gibt nicht auf, sondern verwirklicht sich am Ende ihren Traum: Sie tanzt und demonstriert auf der Straße mit anderen arbeitenden Frauen. Das Video zu She Works Hard For The Money wurde vom Musikfernsehsender MTV in die High Rotation aufgenommen, was in den U.S.A. zur damaligen Zeit für eine schwarze Künstlerin nicht alltäglich war.

Nach dem Erfolg von She Works Hard For The Money bei PolyGram wurde die Zusammenarbeit mit Geffen Records noch schwieriger. Bei Geffen Records stellte sich einfach nicht die kreative Magie wie in den 1970er Jahren bei Casablanca Records ein. Und die Zeit bei Geffen Records wurde auch kein wirtschaftlicher Erfolg. Angeblich homophobe Äußerungen brachten ihr einen herben Karriereknick ein, obwohl sie immer wieder abstritt, etwas gegen Homosexuelle zu haben. Bei vielen Benefizkonzerten setzte sie sich für den Kampf gegen AIDS ein. Donna Summer verließ Geffen Records, bevor ihr 1989er Album veröffentlicht wurde. Ihr Vertrag mit WEA International lief noch bis 1991. 1988 schrieb sie mit den britischen Hitproduzenten Stock / Aitken / Waterman das Dance-Pop-Stück This Time I Know It’s For Real und landete 1989 abermals z.B. in der deutschen und der amerikanischen Hitparade. Mit dem Lied Let There Be Peace aus ihrem 1991 veröffentlichten Album Mistaken Identity bezog Donna Summer sehr deutlich Stellung gegen den Zweiten Golfkrieg.

Im Jahr darauf erhielt sie ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. In einem Interview in der Talk-Show Boulevard Bio im deutschen Fernsehen (ARD) erzählte sie 1994, es sei gut für sie gewesen, dass es in den 1980er Jahren um sie ruhiger wurde. Dies gab ihr die Möglichkeit, Tablettenabhängigkeit sowie Depressionen, die ihren Aufstieg im Musikgeschäft in den 1970er Jahren begleitet hatten, hinter sich zu lassen. Sie fand in den 1980er Jahren – nach ersten Erfahrungen während ihrer Zeit in München und Wien – auch wieder zur Malerei. Ihre Arbeit wurde weltweit ausgestellt, z.B. von der Steven Spielberg-Stiftung Starbright Foundation oder im Whitney Museum of American Art.

Donna Summer in Nashville

In den Jahren danach zog sie zusammen mit ihrem zweiten Ehemann Bruce Sudano ihre drei Töchter Mimi, Brooklyn, Amanda groß und beeindruckte ihr Publikum in Konzerten. Im selben Jahr entstand in Nashville, Tennessee, ihr Weihnachtsalbum Christmas Spirit; ein Jahr später zog sie ganz dorthin. Mit Liza Minnelli nahm sie 1996 das Duett Does He Love You? auf. 1998 gab sie in der New Yorker Carnegie Hall ein AIDS-Wohltätigkeitskonzert für die Gay Men’s Health Crisis; dabei kamen 400.000 US-Dollar zusammen. In diesem Konzert sang sie Don’t Cry For Me Argentina aus dem Musical Evita: „The truth is I never left you … I kept my promise, don’t keep your distance.“ (Die Wahrheit ist, ich habe euch nie verlassen … Ich habe mein Versprechen gehalten, bleibt ihr nicht auf Distanz.) Und sie stellte ihr Live-Album und -Video VH1 Presents Donna Summer: Live & More Encore! bei Europas erfolgreichster Fernsehshow Wetten, dass ..? (ZDF) mit einem Medley ihrer größten Hits live vor. Sie verfasste im Jahr 2003 zusammen mit Marc Eliot ihre Autobiografie Ordinary Girl – The Journey. Im Rahmen ihrer Sommertour 2005 durch die U.S.A. und Kanada trat Donna Summer vor 45.000 Zuschauern bei einem Open-Air-Konzert in Chicago auf. Im selben Jahr sammelte Donna Summer in einem Wohltätigkeitskonzert Geld für die VH1-Musikstiftung, die die Anschaffung von Musikinstrumenten für öffentliche Schulen in Amerika finanziert. Dort sang sie Try A Little Tenderness im Duett mit Joss Stone, die mit ihrer Version von Donna Summers On The Radio ihren ersten Plattenvertrag erhielt.

Das Gefühl, mit dem Publikum verbunden zu sein, und der Wunsch, neue Songs zu schreiben, brachten sie schließlich zurück ins Plattenstudio, um Crayons aufzunehmen. Mit diesem bei Burgundy Records, einer SonyBMG-Tochter, veröffentlichten Album begann sie die Frage zu beantworten, die sie sich in einem Konzert in 2006 für die New Yorker Parkside Schule stellte. Wie solle sie den Rest ihres Lebens gestalten, nun da ihre Kinder erwachsen seien. Brooklyn ist Schauspielerin, Amanda Musikerin, Mimi ist Mutter von vier Kindern und die älteste Enkeltochter von Donna Summer, Vienna, schrieb schon mit zehn Jahren Songs am Klavier. Die Promo-Single Im a Fire, die Singleauskopplung Stamp Your Feet und die Promo-Single Fame (The Game) erreichten Platz 1 der Billboard Dance / Club Play Charts. Anfang Juli 2009 in Paris, im ausverkauften Palais de Congrès, wurde sie mit stehenden Ovationen empfangen.

Videoregisseur Chris Cunningham nahm mit ihr 2008 für einen Gucci-Werbespot I Feel Love neu auf. Diesel remixte mit ihr 2011 Love To Love You Baby für einen Werbespot. Die Modemacher Dolce und Gabbana luden sie 2005 anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihres Modelabels zu einem Auftritt nach Mailand ein, Tiffany 2010 nach Peking, Modedesigner Marc Jacobs und Louis Vuitton nach London. Louis Vuitton widmete sie To Paris With Love, ein Song, den sie mit Bruce Roberts geschrieben hatte Mit diesem Lieder verzeichnete sie ihren 16. Nummer-1-Hit in den amerikanischen Dance-Charts.

Donna Summer ist es gelungen, mit ihrer Musik die Musikszene zu beeinflussen, und sie übt auch heute noch direkten Einfluss auf junge und etablierte Künstler aus. Jim Kerr von der Band Simple Minds bestätigt dies zum Beispiel. Simple Minds wäre niemals gegründet worden, wenn er nicht Donna Summers I Feel Love gehört hätte; er löste seine Punk-Band auf, gründete die Pop-Rock-Band Simple Minds und setzt seitdem Synthesizer ein. Es ist aber nicht allein ihre Musik, sondern gerade auch ihre Stimme, auf die sich andere Musiker beziehen, wie das junge Electropunk-Trio Gossip mit Sängerin Beth Ditto. Sie stellten sich bei ihrer Hitsingle Heavy Cross vor, dass Donna Summer einen Song der Gothik-Punk-Band Bauhaus singen würde. Auch für Topmodel Naomi Campbell ist Donna Summer eine großartige Stimme, eine weibliche Pavarotti. Donna Summer ist auf dem Weg, auch in der Öffentlichkeit nicht nur als die „unbestrittene Disco-Queen“, sondern als die Stimme wahrgenommen zu werden, die zusammen mit Giorgio Moroder und Pete Bellotte sowie ihren intuitiven Ideen für Melodien und Songinhalte eine neue Idee von internationaler elektronischer Popmusik entwickelte, die mit ihrer Stimme der Musik eine neue Richtung gegeben hat. Und diese Stimme, so das kritische Musikmagazin Spex nach ihrem Auftritt Ende Juli 2009 bei Electronic Beats im Berliner Tempodrom, ist „immer noch energiegeladen, emotionaler geworden und sehr geerdet“. Als sie zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2009 an U.S. Präsident Barack Obama nach Oslo eingeladen wurde, war sie beim Konzert zu seinen Ehren für viele der Höhepunkt des Abends. Hier wurde noch einmal deutlich, was das britische Musikmagazin Blues and Soul bereits im Oktober 1999 hervorhob: „Strukturierte Arrangements, ein Wechsel der Töne, im Ohr bleibende Melodien und Texte“ zeichnen ihre Songs aus, „Songs, die Pop-Standards geworden sind“.

Sie lebte mit ihrem Mann Bruce Sudano in Englewood, Florida. Donna Summer starb am 17. Mai 2012 im Alter von 63 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Donna_Summer
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