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In Erinnerung an meinen Vater Friedhelm „Meckie“ Pfeiffer
Geboren am 24. Mai 1944 in Neckarbischofsheim
Verstorben am 13. Juli 2026 in Berlin
Wenn ich an meinen Vater denke, dann denke ich nicht zuerst an Jahreszahlen, Berufsbezeichnungen oder Titel. Ich denke an einen Mann, der etwas erreichen wollte. Einen Mann, der zielstrebig war, Ideen hatte und es verstand, Menschen zusammenzubringen.
Viele kannten ihn nur unter seinem Spitznamen „Meckie“. Seine Freunde beschrieben ihn als zielstrebig, humorvoll, hilfsbereit, clever und kreativ. Einer nannte ihn einen „tollen Hecht“. Wahrscheinlich trifft gerade diese etwas augenzwinkernde Beschreibung meinen Vater ziemlich gut.
Sein Weg begann in Neckarbischofsheim. Später lebte er in Wiesbaden, wo er eine Ausbildung zum Koch absolvierte. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr in Schierstein wurde er 1970 vom Hertie-Konzern nach Berlin versetzt. Aus dieser beruflichen Veränderung wurde ein neuer Lebensabschnitt. Berlin wurde zu der Stadt, in der er sich ein Leben aufbaute, seine Spuren hinterließ und viele Menschen kennenlernte.
Mein Vater wollte sich weiterentwickeln und gab sich nicht mit dem zufrieden, was bereits erreicht war. Über den zweiten Bildungsweg studierte er Betriebswirtschaftslehre. Er übernahm Verantwortung, wurde Verkaufsleiter und war später als Geschäftsführer des Schultheiss-Bräuhauses am Kurfürstendamm, Ecke Meinekestraße, tätig.
An diese Zeit kann ich mich noch gut erinnern. Das Bräuhaus war nicht nur ein Restaurant. Es war über viele Jahre ein Treffpunkt für Menschen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Sport und Berliner Brauchtum. Für den Berliner Karneval war es zeitweise Hauptquartier und Prinzenhauptquartier. Mein Vater war mittendrin. Er kannte viele Menschen, knüpfte Kontakte und brachte Dinge auf den Weg.
Auch bei großen Veranstaltungen spielte das Bräuhaus eine Rolle. Ich erinnere mich an eine große Radsportveranstaltung auf dem Kurfürstendamm, bei der dort die Fahrräder der Teilnehmer untergebracht wurden. Solche Geschichten gehörten zu seinem Leben. Er war nicht nur Zuschauer, sondern häufig jemand, der organisierte, unterstützte und dafür sorgte, dass etwas funktionierte.
Besonders verbunden war er mit dem Berliner Karneval. Er engagierte sich über viele Jahre und wurde im Dezember 2013 im Ehren-Corps der Prinzengarde der Stadt Berlin zum Generalmajor befördert. Für Außenstehende mag ein solcher Titel ungewöhnlich klingen. Für ihn war er Ausdruck einer Gemeinschaft, der er sich verbunden fühlte und für die er viel Zeit und Energie aufgebracht hatte.
Auch außerhalb Berlins war er aktiv. In Großenbrode an der Ostsee organisierte er die sogenannten Berlin-Wochen. Berliner Unternehmen bekamen dort die Möglichkeit, sich und ihre Stadt zu präsentieren. Aus einem kleinen Ort an der Ostsee wurde für einige Tage ein Stück Berlin. Auch das war typisch für meinen Vater: Er hatte eine Idee, sprach mit den richtigen Menschen und machte daraus eine Veranstaltung.
Er war in der AG City verwurzelt und engagierte sich für den Kurfürstendamm und die Berliner City West. Auch der Sport gehörte zu seinem Leben. Er interessierte sich für Eishockey und unterstützte die Berliner Preussen als Sponsor. Reisen und Walking gehörten ebenfalls zu den Dingen, die ihm Freude machten.
Doch hinter all diesen Aktivitäten, Kontakten und Funktionen war er vor allem mein Vater.
Er war Vater von Ralph und mir und Großvater meiner Tochter Polly. Mit ihrer Geburt im Jahr 2010 bekam sein Leben noch einmal eine neue Rolle.
Mein Vater musste schwere Verluste tragen. Im Jahr 2008 starb seine Frau Elvira. Im Jahr 2021 starb mein Bruder Ralph. Solche Verluste verändern einen Menschen. Sie hinterlassen etwas, das sich nicht einfach mit Worten erklären oder irgendwann vollständig überwinden lässt.
Unsere gemeinsame Geschichte bestand nicht nur aus einfachen Momenten. Wie wahrscheinlich in vielen Familien gab es Nähe und Entfernung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, gute Zeiten und Zeiten, in denen jeder seinen eigenen Weg ging. Ein Nachruf sollte daraus keine Geschichte machen, die glatter und harmonischer klingt, als das wirkliche Leben gewesen ist.
Aber unabhängig von allem bleibt er mein Vater.
Er hat mein Leben geprägt. Durch das, was er mir gegeben hat, durch das, was er mir vorgelebt hat, und auch durch die Dinge, in denen wir unterschiedlich waren. Vieles von dem, was er organisiert, aufgebaut und angestoßen hat, ist heute Vergangenheit. Doch die Erinnerungen daran bleiben.
Es bleiben die Geschichten vom Kurfürstendamm, vom Bräuhaus, vom Berliner Karneval, von den Berlin-Wochen an der Ostsee und vom Eishockey. Es bleiben Menschen, die ihn kannten, mit ihm gearbeitet, gefeiert, diskutiert und gelacht haben.
Und es bleiben wir, seine Familie.
Friedhelm „Meckie“ Pfeiffer war ein Mann mit Ecken und Kanten, mit Ehrgeiz, Humor und einem starken Willen. Er war nicht immer leise und sicherlich nicht immer einfach. Aber er war unverwechselbar.
Nun ist sein Weg zu Ende gegangen.
Was bleibt, ist die Erinnerung an meinen Vater.




