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Von Nicole 15.01.2026 um 19:37 Uhr | melden
Lieber Jarek!
Ein helles Licht für dich!
Du fehlst hier!
Das Märchen vom strahlenden Monat Januar
„Eigentlich“, sagte der Januar,
bin ich ein sanfter Monat.
Ein weißer. Ein kluger.
Und das sanfte weise Weiße bringe ich mit.
Ich decke mein Land mit einer schützenden Schneeschicht zu,
die Seen und Teiche verschließe ich mit einer eisigen Pforte.
An manchen Tagen werfe ich meine Schneeflocken und Eiskristalle auch auf Straßen und Wege.
Dann legt sich Stille über meine weiße Welt.
Eine gemächliche Stille,
die nur ein langsames Fortkommen gewährt.
Die Natur holt Atem,
ruht sich aus
und auch die Menschen halten inne.
Jaaaaa!
Er dehnte dieses ‚Ja’ in die Länge
und sah seine Monatskollegen bedeutungsschwer an.
Die schwiegen ergriffen – oder hatte ihnen die Eitelkeit
des jungen Kollegen die Sprache verschlagen?
Egal.
Dem Januar war es gleichgültig.
Er, der junge Monat mit dem hellen Gewand,
durfte das Jahr beginnen.
„Jaaaaa!“, rief er, lauter nun,
in die Winterwelt hinaus.
„Ich bin einzigartig, schön und strahlend.
Ich, der Januar, bin der Monat der feierlichen Stille.
Und dennoch komme ich mit einem Paukenschlag.
Die Menschen begrüßen mich mit Jubel und Feuerwerk.
Weil sie sich auf mich freuen.
Auf mich und auf das neue Jahr,
das ich ihnen mitbringe.
Ich nämlich bin der Schöne und der Neue.
,,Oder“, fast kicherte er nun,
der neue Schöne!
„Unsinn!“, unterbrach ihn der Dezember.
Er war gekränkt.
So viel Mühe hatte er sich mit all seinen Festen gegeben!
Glaubte denn der Januar,
dieser Schnösel,
die Menschen freuten sich mit Feuerwerk über sein Ende?
„Ich!“, rief er laut.
„Ich wurde geliebt.
Die Menschen feiern mich deshalb am letzten Tag meiner Dezemberzeit mit einem fröhlichen Fest.
Du aber musst dich erst beweisen,
Kollege Januar.“
„Jeder muss sich beweisen“,
protestierte der Januar.
„An jedem Tag.
Und ich …“
Die anderen Monate stöhnten.
Sie fühlten sich etwas genervt.
„Tu das!“, brummten sie.
Und der Juni fügte hinzu:
„Reden ist Silber, Schweigen Gold.“
„Und Handeln ist weiß“, sagte der Januar.
Er sagte es nur leise,
doch er nahm sich vor,
seinen Worten Taten folgen zu lassen.
Voller Eifer rief er seine Helfer,
die Schneeflocken und Eiskristalle herbei
und schmückte sein Land
mit einem blendenden Weiß.
Dann rief er seine helle Freundin,
die Sonne, aus dem Süden zurück.
Jeden Tag ein kleines Stück näher.
Ihre Strahlen bemalten das Land
mit Abermillionen funkelnder Schneeflockensternchen
und verwandelten die Januarwelt in eine prachtvolle
weiße Glitzerfunkelwelt.
Toll sah das aus.
Der Januar triumphierte.
„Und?“, rief er seinen Kollegen zu.
„Entspricht mein Tun nun euren Erwartungen
von einem ersten Monat im Jahr?“
Die Monate aber schwiegen.
Längst hatten sie sich in weiser Stille
in Winterschlaf begeben.
Beifall erhielt der strahlende Januar
nur vom Februar,
der auf einem Koffer
voller bunter Gewänder saß
und mit einem,
wie es schien,
närrischen Grinsen applaudierte.
© Elke Bräunling
Hallo liebe Ursula!
Wünsch euch einen angenehmen warmen Abend!
Fühlt euch lieb umarmt!
Liebe Grüße
Nicole





