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Von deiner Mama 06.11.2014 um 11:54 Uhr | melden
Die Tür aus gold‘nem Draht steht unverschlossen,
Nur einen Augenblick, doch lang genug.
Das Fenster, achtlos angelehnt, knarrt leise
Und öffnet einen Spaltbreit sich im Zug.
Das ist die grosse, langersehnte Chance,
Sie kommt nur einmal, jedes siebte Jahr:
Der Käfig offen und zugleich das Fenster,
Ergreife sie im Flug, jetzt nimm sie wahr!
Den Kopf tief eingezogen ins Gefieder,
Ein Zögern, dann ein rascher Flügelschlag,
Um aufzusteigen aus der dunklen Stube
Hoch in den gleissend hellen Vormittag.
Frei, frei, frei!
Endlich frei!
Der Gefangenschaft entflohen,
Alles and‘re einerlei,
Du bist frei, frei, frei,
Endlich frei!
Du, das Symbol der Freiheit, eingeschlossen,
Die Welt auf zwei Spannweiten eingeengt,
Das eig‘ne Bild als einzigen Gefährten
Im Spiegel, der an einem Kettchen hängt.
Nur ein Bewegungsablauf immer wieder
Bis zur Verzweiflung, stumpfsinnig gemacht.
Ein Tuch, über das Drahtgeflecht geworfen,
Bestimmt, ob für dich Tag ist oder Nacht.
Manchmal flatterten Schatten vor dem Fenster,
Da war ein Zanken, Zetern und Getos‘,
Das Rascheln und das Singen ihrer Schwingen -
Wie beneidetest du sie um ihr Los!
aus "Frei!" von Renhard Mey
Ich liebe dich mein Schatz
für immer.....
deine Mama
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