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Von Evelin 01.03.2026 um 23:32 Uhr | melden
Als die Märzfee den Frühling brachte
Leise huschte die Märzfee mit der Morgenröte ins Land.
Sie hatte es eilig,
denn beinahe hätte sie diesen ersten
März-Frühlingstag verschlafen.
Schnell breitete sie die Arme aus
und umfing Wiesen und Felder, Gärten,
Parks und Wälder mit ihrem warmen, duftenden Umhang.
Dann begann sie zu singen:
Die Märzfee wandelt übers Land und bringt den Frühling mit.
„Hört, ich bringe Frühlingsfreude
in das Land zu allen heute.
Hört, ich bringe Frühlingsglück jeden Tag ein kleines Stück.
Lalalala, lalala, lalalala la …“
Ihr Lied klang frohgemut durch die Lüfte,
doch niemand hörte es.
Eine schläfrige Stille lag über dem Land.
Winterruhe.
Winterruhe?
Die kleine Fee sah sich verwundert um.
Hatte sie sich in der Zeit geirrt?
Sie atmete tief ein. Nein.
Es duftete nach Frühling.
Die ersten Sonnenstrahlen hatten zum
Morgenerwachen Bäume, Büsche,
Blumen und Gräser zuerst zart rosa angemalt
und nun in ein warmes sattes Sonnenlicht getaucht.
In kleinen Silberwölkchen zogen
die Tröpfchen der tauenden Schneereste himmelwärts.
Ein wenig flirrten sie im Licht der Sonne
und schmückten das Kleid
des Frühlings mit ihrem hellen Glänzen.
„Schön“, murmelte die Märzfee.
„Das Land ist bereit.
Nur die Tiere und Pflanzen ruhen noch.
Mir scheint, sie haben auch verschlafen.
Ich werde sie aus ihrem Winterschlaf wecken müssen.
Sie kicherte ein wenig,
dann machte sie sich wieder auf den Weg.
„Hey, hört ihr?
Der März ist da.
Frühling ist’s! Ihr sollt aufstehen!
Das neue Leben beginnt.“
Und so zog die kleine Märzfee viele Tage
singend und rufend durchs Land.
Unterwegs blieb sie immer wieder stehen
und griff in die Taschen ihres sonnengelben Feenumhangs.
Sie füllte die Hände mit kunterbunten Blumen-,
Gräser- und Kräutersamen und
streute diese auf die Böden der ruhenden Wiesen,
Gärten, Parks, Wegränder, Felder und Wälder.
Klitzekleine Sonnenstrahlen begleiteten
die Samen auf ihrem Weg und küssten sie.
Und jeder Sonnenstrahlkuss weckte
das Land ein bisschen mehr auf.
Dort nämlich, wo die Feensamen auf den Boden trafen,
regte sich sogleich geschäftiges Leben.
Tiere krochen aus ihren Schlafecken hervor.
Bäume, Sträucher, Gräser,
Blumen und Kräuter reckten sich
der Sonne entgegen und bildeten neue Triebe, Blätter und Blütenknospen.
Erste Blüten öffneten ihre Köpfe.
Bald herrschte überall im Land reges
Treiben und in der Luft lag ein süßer Duft,
der die Frühlingsfreude übers Land trug.
Die Natur erwachte.
„Fein!“, freute sich die Märzfee.
„Jeden Tag ein kleines Stück Frühlingsglück mehr.
So ist es gut.“
Sie lächelte und blickte über ihr Märzland.
Sie war stolz auf ihr Werk.
Nur für die Menschen,
die sich in diesen Tagen sehr schläfrig fühlten,
konnte sie nichts tun.
Die Taschen mit den Feen-Wundersamen waren leer.
Und so würde es eine Weile dauern,
bis auch die Menschen so richtig
aus ihrer Frühjahrsmüdigkeit aufwachen
und den Frühling genießen könnten.
Eine kleine Weile aber nur …
( von Elke Bräunling)




