Maxim Lock

Maxim
Lock

05.06.1984
Frankfurt am Main
-
09.02.1999
Frankfurt am Main

stimmungsbild

Gedenkseite für Maxim Lock

Maxim Lock wurde im Frühling am 05. Juni 1984 in Frankfurt am Main geboren und starb am 09. Februar 1999 mit 14 Jahren in Frankfurt am Main. Er wurde im Tierkreiszeichen Zwillinge geboren.

Diese Seite widme ich Maxim und seiner Mutter.

Damals gab es noch keine Handys, kein Social Media, kein Internet.

Es war 1995 als ich auf die weiterführende Schule kam. Bei der Einschulung sah ich mich um, wer ab nun in meiner Klasse sein wird; da sah ich ihn.

Blonde Haare, blaue Augen und ich war sofort in ihn verliebt. Liebe auf den ersten Blick gibt es; auch wenn man erst 10 Jahre alt ist.

Wir verbrachten ein Schuljahr zusammen mit 28 anderen Kindern und ich habe nie ein Wort mit ihm gesprochen.

Da ich nicht gut in der Schule war, wiederholte ich die 5. Klasse auf einer anderen Schule. An Maxim dachte ich nur noch ab und zu bis zu dem Tag, der mein Leben komplett verändern sollte.

Es war der 22.02.1999 als ich mit meiner Mutter und meiner Schwester auf dem Weg zu Freunden war. Draußen vor der Haustür traf ich per Zufall eine frühere Klassenkameradin, die mit Maxim und mir in eine Klasse ging.

Wir redeten kurz und plötzlich legte sie ihre Hand auf meine Schulter und sagte:

„Ani, was ich dir noch sagen wollte. Es ist etwas ganz schreckliches passiert. Der Maxim hat sich am 9. umgebracht.“

In dem Moment hörte meine Welt auf, sich zu drehen. Ab diesem Zeitpunkt hat sich alles wie im Nebel angefühlt.

Wir verabschiedeten uns, ich saß in der Straßenbahn auf dem Weg zu den Freunden und habe nichts mehr um mich rum mitbekommen. Tausend Gedanken, Erinnerungen, Situationen und Bilder von ihm waren in meinem Kopf.

Am nächsten Tag rief ich meine Klassenkameradin an um nochmal in Ruhe mit ihr zu sprechen. Warum er es tat, wie, wo er begraben ist.

Sie sagte mir, dass er mit dem ganzen Druck nicht klar gekommen ist. Sein Vater hatte ihn und seine Mutter verlassen, als er 8 Jahre alt war.

Er fand heraus, dass er noch weitere Halbgeschwister hat, dazu kamen Drogenprobleme (Marihuana) und Probleme in der Schule. Gehasst von den Lehrern, da er der Störenfried war der schlechte Noten schrieb, nie still sitzen konnte und geliebt von den Schülern. Er war der beliebteste Junge, mit dem jeder befreundet sein wollte und den jedes Mädchen toll fand.

Ich erfuhr von zwei Freunden, dass Maxim am 8.2. nicht mehr nach Hause kam nach der Schule. Abends hatte er einen Freund angerufen, um sich mit ihm zu treffen. Dieser Freund hatte allerdings keine Zeit.

Er hat sich in der Nähe der Uniklinik auf die Gleise gelegt. Als der Zug über seinen Körper rollte, merkte das der Zugführer leider gar nicht.

Am 9.2.1999 gegen 7:30 Uhr wurde er tot aufgefunden.

Maxim verschenkte einige Wochen vor seinem Tod alle seine Sachen an seine Freunde. Mit ihnen scherzte er rum, wie er sich wohl am besten umbringen kann.

Zu einem sehr guten Freund von ihm sagte er bei deren letzter Begegnung als er ihm die Hand gab: „Wir sehen uns ja dann nicht mehr“.

All diese Situationen wurden in Sekunden als ernst aufgefasst und dann als so unwahrscheinlich, dass keiner irgendetwas ahnte.

Maxim schrieb Abschiedsbriefe. An seine Mutter und 2 seiner Freunde.

Bei der Beerdigung war ich leider nicht, da mir die Freundin 5 Tage danach bescheid sagte was passiert war…

Am 27.02.1999 war ich das erste Mal bei deinem Grab. Mit einer Freundin, meiner Schwester und meinem Vater war ich bei dir. Es war voller Blumen, Kränze, Briefe, einer Tonfigur.

Bei deiner Beerdigung waren über 200 Menschen gewesen, die dich alle geliebt haben!

Und doch konnte kein einzelner verhindern, dass du den einzigen Ausweg im Tod gefunden hast.

Doch schau, ich bin immernoch hier und erzähle von dir. Deine Probleme und Sorgen, deine Ängste haben sich mit deiner Entscheidung, dich umzubringen, in einer Sekunde in Luft aufgelöst.

Doch diese Sorgen, Gedanken und Schuldgefühle beschäftigen mich auch heute noch; 20 Jahre nach deinem Selbstmord. Und es wird ein Leben lang so bleiben.

Hättest du es getan, wenn du wüsstest, was du mir damit antust? Oder deiner Mutter?

Ich schrieb deiner Mom unbekannterweise einen Beileidsbrief. Wie leid mir das alles tat; dass ich eine Klassenkameradin von dir war.

Und sie? Sie schrieb mir zurück.

Das Gefühl, als ich meinen Briefkasten nach der Schule öffnete und ihren Brief heraus holte, werde ich nie vergessen.

Sie schrieb mir, dass ich mir bestimmt vorstellen konnte, dass in ihrem Herzen die Sonne untergegangen ist; doch mit meinem Brief ein kleiner Sonnenstrahl zurück kam. Dass ich bisher die Einzige der Klassenkameraden war, die ihr persönlich geschrieben haben.

Ich soll Maxim lieb in meinem Herzen behalten, denn nur so wird er weiter bei uns sein.

Als ich diese Zeilen las, versprach ich ihr, dass ich, wann immer es mir möglich ist, von Maxim erzählen werde. Denn in meinem Herzen lebt er ewig weiter.

Ich überlegte, ob ich der Mutter noch einen Beileidsbrief zurück schreiben soll. Oft habe ich mir vorgestellt, dass ich sie besuchen komme, wir über ihn reden oder ich einfach für sie da sein kann in all der Trauer und dem Schmerz.

Doch ich tat es nicht. Ich dachte, das wäre ein zu großer Eingriff in ihre Privatsphäre.

Und dann? Dann kam der eine Tag im April; zwei Monate nach deinem Selbstmord, als meine Mutter an einem Samstag Morgen zu mir ins Zimmer kam. Sie machte die Tür auf, sagte: „Ani? ich hab da grade was in der Zeitung gefunden“. Und ich? Ich wusste genau was das bedeutet hatte. Ich wusste, in dem Moment zerbricht meine Welt erneut; denn sie zeigte mir die Todesanzeige deiner Mutter.

Sie hat sich ebenfalls umgebracht. Hat sich im Main ertränkt.

Und ich? Mache mir bis heute Schuldgefühle. Hätte ich ihr doch noch einen weiteren Brief geschrieben. Hätte ich doch wenigstens sie retten können.

Gleichzeitig hat sich das für mich so angefühlt, dass sie jetzt nicht mehr leiden muss, weil sie bei dir ist.

Ich kann meine Gefühle nicht mal in Worte ausdrücken. Es ist eine Mischung aus Wut, Verzweiflung, Trauer, Dankbarkeit für so viele schöne Erinnerungen und noch viel mehr die Gewissheit, dass du und deine Mom nie wieder hier sein werden.

Und dennoch spüre ich so viel Liebe wenn ich an dich denke. So viel Schönes, wenn ich mich an einzelne Situationen erinnere die ich mit dir hatte.

Wieviel Scheiße wir zusammen mit den anderen gebaut haben. Dass du auch nach deinem Tod Menschen unendlich viel bedeutest.

Als du 10 Jahre tot warst, war ich bei deinem Grab. Dort traf ich zufällig Marco. Er war ein echt guter Freund von dir.

Und er erzählte mir, dass er der Junge war, bei dem du dich verabschiedet hattest mit den Worten, dass ihr euch ja jetzt nicht mehr sehen werdet…

Weist du, wie viele Schuldgefühle er hatte? Dass es eine Sekunde war, die ihn an deinem Satz zweifeln lies, ob du das ernst meinst oder was du damit meinst?

Und dennoch, er ist nicht sauer auf dich. Er ist dir dankbar! Dankbar dafür, dass du ihn mit in eure Clique aufgenommen hattest. Du hast ihm gezeigt, was wahre Freundschaft bedeutet! Du hast ihm den Raum gegeben, frei seine Entscheidungen zu treffen und gleichzeit immer für ihn da zu sein, wann immer er wen zum reden brauchte.

Ich wünschte, das alles hättest du sehen können, bevor du dich dazu entscheidest, alles zu beenden.

Dein Vater war übrigens nicht bei deiner Beerdigung gewesen.

Doch deine Mom hat sich aus voller Verzweiflung und noch viel größerer Liebe zu dir auch in den Tod gestürzt. Damit sie für immer bei dir sein kann.

Und ich werde weiter von euch erzählen; wann immer ich es kann.

In ewiger Liebe… Ich





Mein Song für Maxim und über alles, was passierte (auch wenn ich nicht rappen kann):
https://youtu.be/lToaK4FL7YE





Von E Mails oder Nachrichten an mich bitte ich abzusehen, außer ihr kanntet eine von beiden persönlich.

Geschenk Am 15.10.2019 von Familie Kraft angelegt.
Geschenk Am 15.10.2019 von Familie Kraft angelegt.
Geschenk Am 09.10.2019 angelegt.
Geschenk Am 07.11.2018 von Familie Kraft angelegt.
Geschenk Am 07.11.2018 von Familie Kraft angelegt.
Geschenk Am 12.10.2018 von Ani Sarah Quetting angelegt.
Geschenk Am 03.10.2018 von Gedenkseiten.de angelegt.
Geschenk platzierenKlicken Sie mit der linken Maustaste auf ein leeres Feld um an dieser Stelle ein Geschenk zu platzieren.
Geschenke anzeigen
Geschenk wählen
Wählen Sie ein Geschenk

Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Maxim Lock. Veredeln Sie jetzt diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.