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Gedenkseite für Michaela Sommer
Am 28.02.1977 wurde ich als 3. Kind und zweites Mädchen in die Welt im Sternzeichen Fische (wie mein Vati) hineingeboren. In den nächsten zwei Jahren kamen noch zwei Brüder dazu.
Meine Eltern gaben uns Kindern allen Namen aus verschiedenen Ländern. „Michaela“ leitet sich von seinem männlichen Pendant „Michael“ ab, einer der vier Erzengel und Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches und Deutschlands, er stammt aus dem Hebräischen und wird als ganzer Fragesatz übersetzt "Wer ist wie Gott?". Noch Fragen?
Ein weiterer kleiner „Funfact“: alle Vornamen meiner Geschwister beginnen mit „M“, was unsere Postkarten- und Briefgrüsse immer einfach gestalten lies „… die 5 M‘s“.
Als kleines Kind wuchs ich in der Oberlausitz in der Nähe der Spreequelle auf. Zentralheizung und warmes Wasser aus der Wand kannte man dort nich nicht, folglich heizte man mit Kohle und nutzte die gute alte Zinkbadewanne für die ganze Familie. Unsere damalige Katze „Piefke“ überwachet sehr oft das ganze. Papa hat sich um die ganze Familie sehr gekümmert. Einmal baute er aus mehreren großen Kartons für uns Kinder eine große Bude und bastelte sogar Licht da hinein. Ich besuchte, wie meine Geschwister in unserem kleinen Ort den „Max & Moritz - Kindergarten“. Das war ein großes Haus komplett in grünen Weinblättern bewachsen, welche im Herbst sich komplett bunt färbten. Oft vertrödelten wir Kinder unseren Hin- oder Rückweg mit dem Sammeln von Schnecken an der kleinen Mauer vor dem Kindergarten. 1985 zogen wir einen Ort weiter und ich besuchte schon die örtliche Schule. Zusammen mit meinem Bruder Marian beschritt ich lange Zeit gemeinsam den Schulweg. Von zu Hause aus gestartet ging es über die Bahnbrücke, vorbei an den Villen, dem örtlichen Kino und der damaligen Diskothek „Stadt Zittau.“ Kurz vor der Schule kamen wir noch am Kranichteich unterhalb der Neugerdorfer Kirche vorbei, an dem ich häufiger mein Schulbrot lieber mit den Schwänen und Enten teilte als den Weg rasch fortzusetzen.
Später führte mich mein Weg nach Meißen. Ich wuchs in die weiteren Jahre in einer Gemeinschaft auf und verblieb dort bis 1997.
2004 verstarb meine Schwester Mandy im Alter von 33 Jahren plötzlich und unerwartet. Sie war seit ihrem sechsten Lebensjahr durch eine Erkrankung und die Behandlungsfolgen Blind sowie geistig und körperlich behindert. Die ganze Familie sowie Freunde aber besonders unser Vati kümmerten sich sehr aufopferungsvoll um sie.
Ab da begann mein Erwachsenenleben. Ich schloss eine Lehre im kaufmännischen Bereich ab und probierte mich hier und da aus. Unter anderem arbeitete ich 2 Jahre in einem Fotolabor. Ich lernte meinen heutigen Mann kennen und brachte 2002 meinen ersten Sohn Franz auf die Welt. Ab diesem Tag mochte ich ihn nicht mehr missen. Ich bin auf seinen bisherigen Lebensweg sehr stolz. Er hat sich zu einem jungen Mann entwickelt der wohl überlegt sein Leben sehr gut meistern und in die Zukunft schauen kann. Dabei hat er mir sehr viel Liebe gegeben und ist besonders, in für mich schweren Zeiten, nicht von meiner Seite gewichen.
2008 folgte ebenso plötzlich und unerwartet mein Vati unserer Mutter und Schwester und verstarb. Nun waren wir nur noch vier von sieben.
Während der nächsten Jahre entdeckte ich mein Interesse am Pflegeberuf und arbeitete in diesem. Ich merkte das diese Arbeit mir sehr viel Freude bringt. Vor allem entdeckte ich mein Talent anderen Menschen mit meiner Art ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Dies war für mich der schönste Lohn.
Das ganze wurde durch eine noch größere Freude 2010 mit der Geburt meines zweiten Sohnes Philip unterbrochen. Nun war mein Familienglück perfekt. Zusammen mit meinen Jungs machte ich sehr viele Unternehmungen. Mal in die Oberlausitz (unseren Garten) oder mal Radtouren. Dabei suchte ich immer Unternehmungen mit viel Lerninhalt. Ich freute mich, konnte ich so bei meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Fahrradfahren, zusammen mit meinen Jungs die Natur und Umgebung geniessen. Als Philip aus den Babyjahren heraus war, ging ich wieder zurück in den Pflegeberuf und erfreute mich bis zuletzt daran Bewohnern und Kollegen mit meiner oft lockeren Art ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Im September 2021 ging es mir zusehends immer schlechter und man stellte bei mir eine bösartige Erkrankung im Bauchraum fest. Um es meinem jüngsten schonend zu erklären, nannte ich diese „Bob“. Die Ärzte und die moderne Medizin schafften es mit Bestrahlung und Chemotherapie, in der Zeit der weltweiten Pandemie mit dem gefährlichen Coronavirus an dem ich ebenfalls erkrankte, Bob zu verdrängen.
Die nächsten 2 Jahre der Pandemie nutzte ich, um mich von der Behandlung zu regenerieren und widmete meine Kraft für meine Jungs uns mich.
Leider verschlechterte sich mein Gesundheitszustand 2023 erneut und so erfuhr ich an Valentinstag von Bob’s Kindern in meinem Bauch. Ich nutze die mir noch unbekannt verbleibende Zeit intensiv und sinnvoll. Ich besuchte mit dem Flugzeug meine beiden Brüder Marian und Marek in Bergheim bei Köln, schaute mir dort den Karneval an und feierte diesen und unseren gemeinsamen Freunden Sebastian und Carmen im Kostüm und mit Kamelle-Party. Zurück in der Heimat wagte ich es, trotz meines Zustandes und der stetigen Betreuung eines Palliativ-Dienstes, nach Ebersbach in Vati `s Garten. Zusammen mit meinem Sohn Philip erlebte ich 2 Wochen noch einmal das volle Urlaubs-Oberlausitzprogramm. Wir machten Lagerfeuer, Ausflüge u.a. in die Sternemanufaktur nach Herrnhut und bastelten auch selber Sterne. Eine Tagestour ins Erzgebirge nach Annaberg Buchholz mit meiner Familie zu meiner Schwägerin Sabine war auch dabei.
Aufgrund meines stetig schlechteren Gesundheitszustandes zog ich bald ins Hospiz nach Radebeul (20min von zu Hause entfernt). Dort wurde ich sehr liebevoll von einem ganz tollem Team gepflegt und hatte immer Unterstützung durch meine Familie. Ich durfte das dortige Sommerfest, auf welches ich mich schon sehr freute, geniessen und den liebevollen Umgang aller dort Angestellten von der Küchenkraft bis hin zur Pflegerin. Dabei kam ich mir wie ein Hochprivatpatient vor dem alle Wünsche erfüllt wurden. Ich genoß die Besuche meiner Familie und Freunde und zeigte allen medizinisch bewanderten, das sie sich mit der kurzen Prognose welche sie alle mir jeweils gaben irrten. Ich habe sehr viel länger alle mit meiner doch so unverwechselbaren Art unterhalten habe als vorausgesagt. Auch hier habe ich die Schwestern und Menschen um mich herum zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Viele der Schwestern verbrachten lange nach ihren Feierabend Zeit bei und mit mir.
Am 23.08.2023 machte ich zum letzten mal im Beisein meiner Familie die Augen zu und zog in den Armes meines Mannes und meines jüngsten Bruders aus dem Hospiz aus. Ich danke allen die mich in meinem, sehr kurzem, Leben begleitet haben. Danke und raucht eine für mich mit.
Bildergrüsse:
https://youtu.be/O3dtb_6kNLE?si=9FDB_Z1e9563lGtf





