Obdachlose Menschen

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13.09.2023
 

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ZurückEine brennende Kerze: Kerze gelb geschwungen
Eine Geschichte von vielen

Von Renate Johanna 08.12.2022 um 15:58 Uhr | melden

Der Obdachlose Werner G.

In einem Abbruchhaus am Ende der Allee,
lebte der Obdachlose Werner G.
Zwei Pappkartons, eine verlauste Matratze,
gegen die Einsamkeit eine herrenlose Katze
und sein verdammtes bißchen Leben,
das war ihm bis dahin noch gegeben.
Oft sah man ihn an der Ecke stehen
und Leute die vorübergehen,
hielten ihn für ein Stück Dreck,
oder schauten einfach weg.
Manche meinten es auch gut,
füllten seinen schmutzigen Hut,
mit ein paar Groschen, selten mehr
und Werner G. bedankte sich sehr.
Seine Katze hat neben ihm gelauert,
wurde natürlich sehr bedauert.
Ihr Schicksal schmerzte viele Menschen arg,
dann gaben sie auch mal eine Mark.
Noch oft sah man sie so gemeinsam,
zusammen waren sie nicht einsam,
bettelnd an der Ecke stehen,
die Katze und den Werner G.
Bis eines Tages der Winter kam
und beide froren sie fortan.
Obwohl sie sich gegenseitig wärmten,
von vollem Bauch und heißen Ofen schwärmten,
machte ihnen die Kälte nun mehr zu schaffen,
als die Leute, die tagtäglich gaffen.
Eine feine Dame nahm sich endlich mal ein Herz,
fühlte mit, den wirklich großen Schmerz.
Bevor sich all das noch verschlimmert,
versprach sie freundlich, sich zu kümmern.
Gleich am nächsten Tag, man sollte es nicht glauben,
alle sahen es mit eigenen Augen,
löste sie ihr Versprechen ein,
es kamen Leute vom Tierschutzverein.
Die befreiten das Kätzchen aus seiner Not,
aus Angst, es wäre vielleicht sein Tot,
von Kälte, von Hunger, von Einsamkeit
und lieferten es ins Tierheim ein.
Einen Tag darauf, da staunten die Leute,
wo war denn der Werner G. nur heute?
Seine Ecke war leer und schneebedeckt,
keiner der bittend die Hand ausstreckt.
Zur gleichen Zeit 100 Meter weit weg,
findet man nur mit Zeitung bedeckt,
auf einer Parkbank erfroren in Kälte und Schnee,
den Obdachlosen Werner G

G.Tilo Sielaff,24. Juli 2000