Gedenkkerzen
Kerze anzündenHier sehen Sie alle 15 Gedenkkerzen, welche für Obdachlose Menschen angezündet wurden. Entzünden auch Sie eine Gedenkkerze.
Meine Kerze brennt heute für die Menschen, die ohne Angehörige und ohne ein zuhause gestorben sind.
In unserer Stadt gibt es jedes Jahr eine Gedenkfeier für Obdachlose. Kerzen brennen für jeden einzelnen verstorbenen Menschen und ein Stein wird dort abgelegt.
Ich finde es sehr bewegend.
Manch einem habe ich schon versucht zu helfen. Housing First oder andere Stellen vermittelt, die Hilfe anbieten.
Aber viele vergessen, daß es jeden treffen kann. Die einen Menschen sind stärker und andere haut eine Trennung komplett aus der Bahn. Ein gestandener Kerl, der eine ganze Firma leitete und dann trennte sich seine Frau von ihm....er hat ab da alles verloren. Es hat ihn komplett aus der Bahn geworfen.
Es gibt Menschen, die brauchen auch mal Hilfe von anderen.
Wichtig ist, daß diese Menschen nicht unsichtbar werden!
Daß Menschen diese Menschen auch sehen!
Vielleicht auch mal nach deren Geschichte fragen oder einfach ein freundliches Wort haben. Die Menschlichkeit ist wichtig.
Das finde ich jedenfalls.
Meine Kerze brennt heute auch für den älteren Mann, der bei uns Tag für Tag an der lauten Kreuzung saß, sich was zu trinken mitbrachte und der immer freundlich nach ein paar Cent fragte. Auch bei Absagen blieb er immer höflich und wünschte jedem noch einen schönen Tag...nun ist er seit einiger Zeit nicht mehr da und es macht mich traurig. Denn egal wen ich in der Nachbarschaft frage....es scheint niemandem aufzufallen, daß er nicht mehr da sitzt...außer mir.
Wie traurig.
Ich schenkte ihm letzten Winter noch ein paar dicke Handschuhe. Einen Schoko Weihnachtsmann und meine Pfandbons bewahrte ich manchmal extra für ihn auf. Kleinigkeiten, die ihm ein Strahlen ins Gesicht zauberten...und das war es wert.
Manche guckten ihn nicht mal an. Ich habe ihn immer gegrüßt. Egal ob von der anderen Straßenseite oder sonst wo. Er erkannte mich auch immer und winkte schon rüber.
Mir wird er sehr fehlen.
In Dortmund gab es vor noch nicht allzu langer Zeit auch zwei sehr traurige Fälle von zwei Obdachlosen die ihr Leben verloren haben.
Deswegen habe ich dann auch eine Seite für verstorbene Obdachlose erstellt um an sie aber auch an alle anderen Menschen die ihr Leben auf der Straße verloren haben zu gedenken.
Meine Eltern haben mir vor gelebt jeden Menschen mit Respekt zu behandeln und man sollte immer daran denken dass jeder Mensch unverschuldet in eine solche Lage kommen kann.
Mögen sie alle dort oben im Himmel in Frieden ruhen dort wo wirklich alle Menschen gleich sind.
Jeder Mensch hat seine Geschichte, seine Narben und Liebe im Herzen. Jeder einzelne, der auf der Straße stirbt, ist einer zu viel. Tag der Obdachlosen sollte jeden Tag sein. Denn jeden Tag kämpfen diese Menschen um ihr Leben.
Der Obdachlose Werner G.
In einem Abbruchhaus am Ende der Allee,
lebte der Obdachlose Werner G.
Zwei Pappkartons, eine verlauste Matratze,
gegen die Einsamkeit eine herrenlose Katze
und sein verdammtes bißchen Leben,
das war ihm bis dahin noch gegeben.
Oft sah man ihn an der Ecke stehen
und Leute die vorübergehen,
hielten ihn für ein Stück Dreck,
oder schauten einfach weg.
Manche meinten es auch gut,
füllten seinen schmutzigen Hut,
mit ein paar Groschen, selten mehr
und Werner G. bedankte sich sehr.
Seine Katze hat neben ihm gelauert,
wurde natürlich sehr bedauert.
Ihr Schicksal schmerzte viele Menschen arg,
dann gaben sie auch mal eine Mark.
Noch oft sah man sie so gemeinsam,
zusammen waren sie nicht einsam,
bettelnd an der Ecke stehen,
die Katze und den Werner G.
Bis eines Tages der Winter kam
und beide froren sie fortan.
Obwohl sie sich gegenseitig wärmten,
von vollem Bauch und heißen Ofen schwärmten,
machte ihnen die Kälte nun mehr zu schaffen,
als die Leute, die tagtäglich gaffen.
Eine feine Dame nahm sich endlich mal ein Herz,
fühlte mit, den wirklich großen Schmerz.
Bevor sich all das noch verschlimmert,
versprach sie freundlich, sich zu kümmern.
Gleich am nächsten Tag, man sollte es nicht glauben,
alle sahen es mit eigenen Augen,
löste sie ihr Versprechen ein,
es kamen Leute vom Tierschutzverein.
Die befreiten das Kätzchen aus seiner Not,
aus Angst, es wäre vielleicht sein Tot,
von Kälte, von Hunger, von Einsamkeit
und lieferten es ins Tierheim ein.
Einen Tag darauf, da staunten die Leute,
wo war denn der Werner G. nur heute?
Seine Ecke war leer und schneebedeckt,
keiner der bittend die Hand ausstreckt.
Zur gleichen Zeit 100 Meter weit weg,
findet man nur mit Zeitung bedeckt,
auf einer Parkbank erfroren in Kälte und Schnee,
den Obdachlosen Werner G
G.Tilo Sielaff,24. Juli 2000
Meine Gedanken sind heute, es ist der 2. Advent
bei verstorbene Obdachlose die im Himmel sind.
Meine Gedanken sind auch bei den Obdachlosen
die bei uns auf Erden sind. Das stimmt mich sehr
traurig, deshalb ich zünde für alle eine Kerze an.
Alle Obdachlose werden im Himmel aufgenommen.
Dort ist jetzt euer Zuhause.
Dort dürft ihr wohnen.
Dort im Paradies.
Dort ist Liebeღ

