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Von Bettina Martin 19.01.2021 um 14:10 Uhr | melden
Samstag 16.Januar 1982
Es ist draussen kalt und doch liege ich in einem Sonnen durchfluteten Zimmer.
13.06 Uhr wurdest du geboren und nun liegst du schon grunzend in meinem Armen.
Eine wohlige Wärme ist um mich herum und die brauchten wir auch, denn du entwickelst dich in deinen Sturm und Drang-Zeiten zu einem Wirbelwind.
Deine Neugier war ungebrochen und vieles kam zu fall, doch lange konnte man dir nie böse sein, denn dein strahlendes Lächeln und deine blauen Augen sind so tief wie der Ozean. Dein Unsinn und Freundlichkeit scheinen unerschütterlich.
An deinen 20. Geburtstag sind wir zu dir gefahren, waren noch zusammen Essen ... alles Glück dieser Erde haben wir dir gewünscht..... Das gewünschte Glück hielt leider nicht.
97 Tage später warst du Tot.... von einem Jugendlichen Autoraser, der auch mal mit seinen Kumpels Spaß haben wollte, wurdest du Totgefahren.
Mein Welt geriet aus den Fugen und nichts war mehr so wie vorher.
Heute...Samstag der 16.1.2021
dein 39.Geburtstag.... es ist wieder Kalt...und leicht scheint die Sonne.... du sitzt nicht mehr bei uns am Tisch, bist fortgereist es wurde "eine Reise ohne Wiederkehr"
19 Jahre " ohne dich und doch IMMER mit dir"
Im Kopf immer wieder eine Achterbahn und sie fährt Ziellos durch die Gegend.
Manche Menschen, auch im näheren Umkreis verstehen oft meine Gedankenlosigkeit nicht... sie verstehen nicht das an vielen Tagen, selbst nach dieser langen Zeit...andere Dinge KEINEN Platz haben können.
Denn ihr Leben ist eine Selbstverständlichkeit, für mich ist nichts mehr selbstverständlich. Nie wieder!
Denn :
Manchmal ist alles plötzlich ganz dunkel und das kalte Schwarz umhüllt mich.
Es ist unendlich kalt.
Ich stehe dort, mitten in meinem Leben... mit ausgestreckten Armen und wackeligen Beinen versuche ich das Gerüst zu stützen, welches ich die letzten Jahre aufgebaut habe.
Es muss stabil bleiben!
Die Kinder, Enkelkinder und die Familie brauchen es!
Und während ich all meine Kraft brauche um alles zu halten stehe ich mit den Zehenspitzen über dem Abgrund.
Da reicht schon ein kleiner Windstoß aus der falschen Richtung und ich gerate ins Schwanken.
Ich merke wie meine Arme schwer werden und ihre Kraft verlieren bei dem Versuch mein plötzliches Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen.
Verzweiflung kommt auf ... und dabei hatte mir doch fest vorgenommen stark zu sein!
Und dann zwingt mich der Windstoß unweigerlich doch in die Knie. Was ich versucht habe von meinem Gerüst fern zu halten überrollt mich...
Trauer, Verzweiflung, Angst, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht und unbändige Wut .
Während ich knie und dieser Gefühlsachterbahn hilflos ausgeliefert bin, schaue ich in alle Richtungen.... das Gerüst hält noch....doch es bröckelt!
Es ist also noch ok, ich muss versuchen auch noch gegen diese Flut ankämpfen.
Und wenn die Flut sich über mich ergossen hat und der Druck der Wellen nachlässt, stehe ich wieder auf.
Mit wackligen Beinen und schweren Armen... zwar nicht aufrecht aber ich stehe.
Strecke die Arme aus, suche mit den Beinen festen Halt.
Und stütze wieder das Gerüst.
Es ist eben nicht immer einfach auf den Beinen zu bleiben wenn dunkle Wolken aufziehen und einen Seitenwind mit sich bringen.
Dann sind sie da..
Gedanken die mich um den Verstand bringen :
Wärest du verheiratet...
hättest du auch wie deine Geschwister, Kinder ?
Wenn ja wieviele.
Würden sie dir ähnlich sein ?
Dann sind da Tage wie diese, Weihnachten und andere Feiertage... würden wir auch alle zusammen sitzen ?
Festhalt ist jetzt nicht mehr... denn ich bin wieder abgestürzt und brauche einige Zeit um wieder aufrecht gehen zu können.
In liebe Mama





