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Silvius Magnago

Silvius
Magnago

05.02.1914
Meran
-
25.05.2010
Bozen

stimmungsbild

Gedenkseite für Silvius Magnago

Lange schon war es ruhig geworden um den hochgewachsenen und asketischen "Vater der Südtirol-Autonomie". Große Feiern zu runden Geburtstagen des betagten Silvius Magnago fielen ins Wasser - dieser legendäre Mann auf den Krücken sah gebrechlich aus und hatte mit der Parkinsonschen Krankheit zu kämpfen. Dabei war es seiner ebenso hartnäckigen wie energischen Politik für Südtirol zu verdanken, dass ein Minderheiten-Konflikt in den Alpen nicht gefährlich aus den Fugen geriet. Am Morgen des 25. Mai 2010 ist der langjährige Südtiroler Regierungschef 96-jährig in Bozen gestorben.

Sein politisches Mantra umschrieb er so: "Vorsicht walten lassen in allen Belangen." Früh erkannte der Mann, der im Zweiten Weltkrieg als Soldat aufseiten der Deutschen kämpfte und dabei ein Bein verlor, dass hochfliegende Träume von einer Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich in eine Sackgasse führen. Während Hitzköpfe noch in den 1960er und 1970er Jahren Bomben gegen die "italienische Herrschaft" warfen, setzte er erfolgreich auf Realismus und eine weitreichende Autonomie gegenüber Rom. Es ging um Rechte für die Deutschsprachigen.

Südtirol, das Österreich als Kriegsverlierer nach dem Ersten Weltkrieg an Italien abtreten musste, gilt heute als Musterbeispiel in Sachen Autonomie bei recht gedeihlichem Miteinander der Völker. Beharrlich, manchmal trickreich setzte der gelernte Jurist Magnago das pralle "Autonomie-Bündel" durch. 1992 wurde dies dann endlich auch international verankert. "Die Autonomie Südtirols ist das große Werk seines Lebens, und für uns Verpflichtung und Aufgabe", so würdigte der Obmann der Südtiroler Volkspartei (SVP), Richard Theiner jetzt den Mann, der sein Leben seiner Heimat gewidmet hat.

Der Kurort Meran gehörte noch zu Österreich, als der Sohn eines Landgerichtsrats aus Trient und einer deutschsprachigen Mutter dort am 5. Februar 1914 geboren wurde. Auch nachdem 1919 die Gebiete südlich des Brenners zu Italien kamen, sprach man daheim nur Deutsch. Es war prägend für den Jungen, als Mussolini Arbeiter aus Süditalien in Südtirol ansiedelte, Deutsch an Schulen verbot, Straßen- und Ortsnamen "italienisierte" - der Nationalitätenstreit war immer ein Sprachenstreit.

Hitler und Mussolini zwangen die Südtiroler, sich zwischen deutscher und italienischer Seite zu entscheiden. Magnago votierte für Deutschland, und kam als Soldat an die Ostfront. Nach dem Krieg bekam er wieder die italienische Staatsbürgerschaft, ging 1947 in die Politik, baute die SVP auf, die Partei der Deutschsprachigen. Über Jahrzehnte bestimmte er die Politik, als Landeshauptmann und in seiner Partei. Sein Motto: "Alles zu tun, um diese Heimat zu erhalten." Dabei war der Landesvater Südtirols eher ein Einzelgänger. Ein politisches Urgestein und ein Mann, der den Schießsport liebte.

"Südtirol ist nicht wiederzuerkennen, und zwar im positiven Sinne", meinte er in einer Bilanz zum Autonomiestatut. Tatsächlich blühte das Land auch wirtschaftlich auf wie nur wenige Regionen in Italien. Deutsch und Italienisch sind bei Behörden gleichgestellt, öffentliche Arbeitsplätze werden im Proporz vergeben. Trotzdem gibt es immer mal wieder Spannungen zwischen "Italienern und Deutschen", wie es in Südtirol heißt. Doch den radikalen Kritikern sagte Magnago: "Die Methode des Alles oder Nichts ist in der Politik keine Lösung."

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