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Von Sabine 25.10.2022 um 22:53 Uhr | melden
Wenn ich davon ausgehe, daß es nur dieses leibliche Leben gibt , das mit dem Tode endet , dann gehen meine Gedanken in folgende Richtung. Ich habe nur dieses eine Leben und ich bemühe mich , möglichst viel Lebenszeit für mein persönliches Wohlergehen zu nutzen . Über mir gibt es keinen Schöpfer , bei dem ich Rechenschaft ablegen muss , nicht jetzt und auch nicht nach dem Tode.
Mein Wille ist frei und ich habe kein Interesse daran , mich selbst zu begrenzen , warum auch?
Ich bin mein eigener Gott und meine Sicht der Dinge ist immer in letzter Konsequenz richtig.
In eingeschränkter Weise suche ich vielleicht nach einem Sinn , bin bemüht logisch zu denken und abzuwägen , jedoch glaube ich nur die Dinge, die ich sehen und beweisen kann.
Mein Motiv ist eigennützig und ich denke ergebnisorientiert und endlich.
Meine Gedanken nehmen ein Ende vorweg.
Es geht um mein Wohlbefinden in erster Linie. Selbst wenn ich als soziales Wesen ein Interesse habe , anderen Lebewesen keinen Schaden zufügen und ihnen Gutes will , gehe ich immer von mir selbst aus.
Ich versetze mich in den anderen hinein , projeziere meine Sichtweise auf andere und handele damit letztlich zu meinen Gunsten , versuche möglichst den anderen umzustimmen oder zu überzeugen , denn ich brauche die Bestätigung meiner Ansichten.
Empathie ist die Bereitschaft und die Fähigkeit , sich in die Sichtweise , Denkweise und Einstellung seines Gegenübers hineinzuempfinden , auch wenn man anders denkt.
Der Mensch, der nicht an einen Schöpfer glaubt , kann einen Glaubenden nicht verstehen, vielleicht abstrakt und theoretisch , teilweise auch emotional , nach menschlichem Ermessen, aber nicht in geistiger Tiefe.
Auch ein gläubiger Christ denkt ergebnisorientiert, jedoch mit einer himmlischen und ewigen Perspektive . Er ist bemüht , sich in die Liebe Gottes hineinzudenken, die alles umfasst.
Kein Mensch kann diese Liebe erfassen , aber der Versuch , sich anzunähern ist schon Lebenssinn.
Da das Wesen oder das Sein Gottes Liebe ist , ist es auch nur über die Liebe möglich , sich ihm anzunähern.
Gott offenbart sich auf vielfältige Weise, auch in der Ordnung der materiellen Welt . Für den materialistisch denkenden Menschen sind Ereignisse reiner Zufall und werden nicht als Gottes Eingreifen oder als übernatürliche Gnade erkannt.
Nur ein nach innen ausgerichteter Mensch ist offen für Erkenntnisse, aber sie sind immer Antwort auf eine Sehnsucht im Herzen und Wirken Gottes.
Ein rein äußerlicher Mensch beschränkt sich selbst durch seine nach außen gerichtete , zeitlich begrenzte Perspektive.
Stella sagte mir einmal , als sie mich im Garten besuchte, sie war etwa dreizehn Jahre alt, ich finde es toll, dass du an Gott glaubst, du weißt ja
Sabine , ich glaube nicht an Gott , ich würde aber gerne an ihn glauben, schade!
Ich fand diese Aussage wirklich großartig
Warum? Weil sie sich eingestehen konnte, daß ein Mangel in Ihr ist.
Letzte Woche fiel mir eine Zeichnung von Ihr in die Hände, sie konnte gerade die ersten Buchstaben schreiben , als sie folgendes Bild malte.
Ein Haus mit Fenstern und einer Tür , im Haus befanden sich drei Menschen , darüber schien die Sonne mit Regenbogen-Strahlen.
Zwischen Himmel und Erde malte sie Jesus am Kreuz.
Mich erstaunt das !
Ein anderes Mal brachte sie mir eine Zeichnung mit dem leidenden Christus am Kreuz mit.
Sie sagte dazu :"er sieht etwas mitgenommen aus , aber das gehört so. Er hängt ja schließlich am Kreuz."
Diese Erinnerungen sind mir im Umgang mit Stellas Tod sehr tröstlich.
Jeder Mensch , der sich als bedürftig erlebt ist ein Betender.
Gott schaut mit tiefer Liebe in unsere Herzen hinein.
Es ist schwer zu verstehen warum Gott das Kreuz in unser Leben schickt., aber wir müssen auch die Gnaden sehen , die er uns schenken möchte und sollten sie nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Alles , was ich hier schreibe ist inspiriert durch den Tod meiner Nichte und steht im Zusammenhang mit ihrem Leben., das Spuren hinterlassen hat.
So verbleibe ich für heute mit liebenden Gedanken bei Stella.

