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Von Sabine 25.04.2025 um 11:30 Uhr | melden
Die abendlichen Nebel sah ich steigen.
Wie , schon so spät , dass sich mein Tag will neigen,
der kaum gegrüßte , schon bereit zu scheiden?
Es ist mir doch , als war er doch entstiegen
den Morgenschleiern , die verheißend liegen
auf Blumenwiesen , meiner Kindheit Weiden.
Ich seh ` mich selbst , die Kinderhände streckend
nach jedem Glanz , entschleiernd und erweckend
und auch zerstörend , was sich mir versagte.
Von Kraft zu Kraft , von Sehnsucht zur Erfüllung
und immer dürstend noch nach neuer Stillung,
so schritt ich durch das Leben , da es tagte.
Und auch den roten Mohnkranze wilder Stunden
hab ich bedenkenlos ums Haupt gewunden
Nun war er welk , mein Kranz aus wildem Mohne...
Noch eh er welkte , nahm ich ihn mir vom Haupte
Die Vaterhand ersetzend, was sie raubte,
durch eines Dornenkranzes ew`ge Krone.
Und wieder Schleier , die sich mählich breiten
und meinen Tag den Abend still bereiten.
Jetzt decken sie die Erde mit Erbarmen
und hüllen meine Schuld in ihre Falten
und löschen Farben , Formen und Gestalten...
Und meine Sehnsucht schläft in Vaterarmen...
ephides

