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Von Mum 02.11.2014 um 10:19 Uhr | melden
Heute vor 1 Jahr zu dieser Uhrzeit ging ich in einen Geschenkeladen nahe meines Kurhauses, es war Samstag, keine Anwendungen im Kurhaus, somit frei. Mich zog dieser Laden magisch an. Beim Eintreten las ich ein Schild: "wegen Trauerfall schließt unser Laden heute". Ich ging hinein, die Leuchtkugel sah ich sofort und bezahlte an der Kasse. Ich bemerkte einen Bilderrahmen am Kassentisch mit einer jungen hübschen Frau drauf. Die Verkäuferin meinte "das ist meine Mama, sie verstarb an Krebs, sehr schnell und ich kann den Laden nicht weiterführen". Es durchzuckte mich, denn die Tochter könnte kaum 20 Jahre alt gewesen sein, so wie du, Timo.
Sie war tapfer, höflich und man bemerkte kaum, dass sie sehr trauert, denn die Beerdigung war erst Tage davor.
Ich ging mit meiner Leuchtkugel nach Hause, verabschiedete mich bei ihr und sprach mitfühlende Worte aus.
Ich konnte nicht ahnen, dass ich paar Stunden später den größten Schock meines Lebens erfahre, in dem mein Chef mich anrief und mir die Todesnachricht von dir am Telefon brachte.
Am Abend zuvor gab es einen Vortrag über "Leben und Tod", da berichtete eine Mutter vom plötzlichen Tod ihres Mannes und kurz darauf vom Suizid ihres Sohnes, der den Tod seines Vaters nicht verkraftete. Sie musste ihren eigenen Sohn vom Seil abschneiden.....die ganze Gruppe war zutiefst betroffen, kein Wunder, dass diese Mutter eine Kur benötigte. Ich weinte, ich konnte gar nicht mehr aufhören....
Die letzten beiden Tage vor deinem Tod, Timo, wurde ich bereits hart mit dem Thema konfrontiert und es beutelte mich innerlich so sehr.
Unser letzter SMS-Kontakt war am 2.11.13 um 22.55 Uhr. Am 3.11.13 sandte ich dir ein Bild um 7.28 Uhr: ein großer Wecker stand neben einem Bett, darin ein Junge schlafend. Dieser Wecker schrillte so laut, dass der Junge aufschreckte.
Ich schrieb dir: "Timo aufstehen, ihr habt ja noch einiges vor am Sonntag. Oder bleib liegen, es regnet ja eh"
Ich konnte nicht ahnen, dass man dich gerade zu diesem Zeitpunkt, ca. 7.30 Uhr auf den Gleisen fand......es regnete
Du konntest nicht mehr aufstehen....
Wieviele Jahre ich in meinem weiteren Leben diese Situationen nochmals erleben muss, kann ich nicht sagen. Sie sind tief eingebrannt in meinem Mutterherzen. Die Wunden heilen langsam, es bleiben Narben.....
Heute scheint wieder die Sonne - es ist angenehm warm, die bunten Herbstblätter fallen langsam zu Boden, hüllen den Waldboden damit ein. Tiefe innere Ruhe spüre ich, denn ich weiß, dass nun jedes Jahr so ablaufen wird. Es wird sich nichts mehr ändern, du wirst nicht mehr nach Hause kommen, wir feiern auch keinen Geburtstag mehr mit dir, wir erfreuen uns nicht, wenn du uns aus Neusseeland berichtest, wie es dir da geht.......es gibt kein gemeinsames Weihnachtsfest mehr.....alles vorbei....nur noch Erinnerungen.
Bitte sei heute bei mir und Robin, gib uns die Kraft, die kommende Nacht zu durchstehen, den Tag 3.11. irgendwie zu bewältigen. Wir brauchen deine Liebe, dein Licht, welches hell leuchtet in der Sternenwelt......
Ich vermisse dich so sehr - bitte sei bei uns
Mum und Robin





