► Mein letzter Wille - das Testament von Oliver Schmid, Gründer von Gedenkseiten.de. Jetzt mehr erfahren
Katharina Pachali

Katharina
Pachali

22.05.1913
Berlin
-
13.07.1994
Paderborn

stimmungsbild

Gedenkseite für Katharina Pachali

Meine liebe Tante Käthe,

ich habe nur gute Erinnerungen an Dich! Leider bist Du damals, am 13.Juli 1994, so plötzlich und unerwartet von uns gegangen, dass ich Dich nicht mehr - wie geplant - in meinem kleinen Häuschen im Walde begrüßen konnte; dass Du nicht leiden musstest, war uns allen ein - kleiner - Trost.

Ich habe diese Seite anlässlich Deines bevorstehenden Todestages verfasst, und ich hoffe, dass das, was ich Dir von hier aus sagen möchte, in Deinem Sinne ist, und Dich erfreut, dort, wo Du nun schon so lange bist...

Geboren am 22. Mai 1913 in Berlin, als zweite Tochter von Gertrude und Gustav Pachali, behütet aufgewachsen - mitunter zu behütet, für Deinen Geschmack, denn Dein Vater war sehr streng, und Du sehr freiheitsliebend, wie alle "Zwillinge" - hast Du Deinen Platz im Leben gefunden, wenngleich die Zeiten schlecht waren, und die beiden schrecklichen Kriege viele Hoffnungen und Träume zerstört hatten.

Schon bald nach dem 2. Weltkrieg hast Du Berlin den Rücken gekehrt, wenngleich nicht ganz freiwillig. Du bist mit Deiner Firma nach Herste in Westfalen gegangen, wo Dein Chef die "Kohlensäurewerke Rommenhöller" ansiedelte, und seine bewährte Mitarbeiterin gebeten hatte, der Firma auch weiterhin anzugehören. Das war kein leichter Schritt für Dich, die Großstädterin, denn Du liebtest Berlin über alles. Du hast Dich dort aber eingelebt, hast Freunde gefunden, und Deine Familie in Berlin immer zu Weihnachten besucht.

Ich werde nie vergessen, wie Du mit meinem kleinen Bruder und mir "Hampelmann" geturnt hast, wie Du Mama zur Seite standest, als unser Papa so früh verstorben war... Ja, auch die trüben Erinnerungen gehören nun einmal - leider - zum Leben...

Ich danke Dir für all Deine Liebe, für Deine tröstenden Worte, wenn es einmal nötig war, und ich bin glücklich, zu wissen, dass es Dir gut geht, dort wo Du jetzt bist.

Nachtrag anlässlich Deines 20. Todestages:

Mama hatte ein wunderbares Kreuz für Dich anfertigen lassen, aus Rosen gesteckt. Ich habe dieses Kreuz nach der Trauerfeier zu Deiner Grabstelle getragen; es war ein heißer Tag, und der Weg von der Kapelle bis dorthin ist ziemlich weit - plötzlich hatte ich Deine Stimme im rechten Ohr:

"Ein schönes Kreuz habt ihr da für mich machen lassen. Na ja, ich habe es ja auch bezahlt"... und dann kam Dein unverwechselbares Lachen!
(Du hattest vorgesorgt, an Dein Begräbnis gedacht, und an die Menschen, die Du liebtest.)

Ich habe damals zwar einen Schrecken bekommen - mein Bruder, dem ich später davon erzählte, glaubte es mir sofort - aber ich war dennoch glücklich; Du hattest mir ein Zeichen gegeben, dass das Leben eben weitergeht, und dass unsere lieben Toten an unserer Seite weiterleben!

Auch dafür danke ich Dir! Ich wünsche Deiner Seele himmlischen Frieden!

Deine Angelika