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von Heike Vorwieger am 27.08.2017 - 10:29 Uhr | melden
Mein Liebster,
zu deinem Geburtstag hätte ich dich so gerne verwöhnt, dir eine tolle Überraschung geschenkt, eine schöne Feier ausgerichtet und vor allem hätte ich dich so gerne umarmt, geküsst, gestreichelt. All das kann ich nie mehr tun und es schmerzt noch ganz genauso wie vor einem Jahr, als ich deinen ersten Gedenkgeburtstag begehen musste.
Die Zeit fliegt dahin und du, mein Liebster, bist jetzt schon mehr als zwanzig Monate nicht mehr bei mir. Wieder waren da unser Hochzeitstag, die Geburtstage deiner Söhne, deiner Enkelin und deiner Eltern und nicht zu vergessen der Geburtstag deiner Hündin Betty. Wieder waren da ein Herbst, ein Winter, ein Frühling und ein Sommer. Wieder gab es Feste und Feiern, Alltägliches und Veränderungen. Veränderungen, welche du niemals erleben darfst. Veränderungen, bei denen ich dich so sehr brauche, weil du mir immer zugehört, mich unterstützt und getröstet hast.
In diesem Jahr fällt dein Geburtstag auf einen Sonntag. Du hättest diesmal nicht abends los müssen und wir hätten bestimmt wieder im Garten gegrillt. Dann hättest du deine Witzchen gemacht und uns alle damit zum Lachen gebracht. Ich hätte dich wieder als „Familienoberhaupt anerkannt“, weil wir jetzt drei Monate lang gleichaltrig sind. Und du hättest diese „Last“ voller Stolz auf dich genommen.
Mein Herz will es immer noch nicht fühlen, dass ich nie wieder mit dir einen Geburtstag feiern kann. Mein Verstand will es immer noch nicht begreifen, dass du nie mehr zu mir zurückkommen wirst. Und vor allem können mein Herz und mein Verstand nicht erfassen, dass du noch bei mir sein könntest. Das dein Sterben sinnlos und zu verhindern war. Warum du, mein Keithi? Du warst immer für andere da, ob durch deinen Beruf oder auch nur wenn sie dich brauchten. Und nun hättest du Hilfe gebraucht, doch diese wurde dir verweigert.
Wie viel ist ein Leben wert? Was ist jetzt eigentlich Gerechtigkeit? Und für wen? Du kannst nicht zurückkommen und ich muss weiter ohne dich leben. Wie will man diesen Verlust bewerten und wie will man diesen Schmerz bezahlen? Es ist einfach nicht möglich, denn ein Menschenleben, dein Leben mein Liebster, ist unbezahlbar.
Am Nachmittag kommen dein Daniel, deine Nelly und dein Herzi. Wir werden gemeinsam mit den Hunden spazieren gehen. Dahin, wo auch du immer so gerne mit mir gegangen bist. Wir werden viel über dich und von dir reden und uns an all die schönen Dinge erinnern, welche wir gemeinsam erlebt haben. Und wir werden noch zusammen Kaffee trinken und Kuchen essen. Mein Keithi, meine Wünsche zu deinem Geburtstag mögen dich dort erreichen, wo auch immer du jetzt bist – ganz, ganz tief und fest und für immer in meinem Herzen.
Ich liebe dich bis zum Himmel, deine Frau ❤️




