Mit einem Geschenk hinterlassen Sie Ihr persönliches Zeichen in Gedenken an Knut Olaf Andresen. Veredeln Sie jetzt für 2,99 Euro diese Gedenkseite durch ein Geschenk in Ihrem Namen.
Von Kristina 18.01.2022 um 03:19 Uhr | melden
............ heute vor zwei Jahren ...........
In den letzten Wochen reifte in mir der Gedanke,
einen meine eigene Trauer "abschließenden" Brief für mich
persönlich anzufertigen.
Die Idee dazu kam mir, als mir unsere kleine Enkeltochter
so sorgenvoll ihre Angst um mich gestand.
Ich schrieb Dir darüber in einem meiner letzten
"Kerzenbriefe".
In all den Monaten nach Deinem Tod hatte ich mir
in meiner furchtbaren Traurigkeit oft einzelne Fragmente
dessen, was mir nachts, aber auch am Tag so durch
den Kopf ging, auf Notizzetteln vermerkt. Und jeweils
mit einem Datum versehen. Du kennst mich ja, Du weißt,
dass ich so etwas immer gern mache.
Außerdem druckte ich jeden meiner "Kerzenbriefe"
an Dich aus. Es ist immer noch so, dass ich der Technik
gegenüber ein grundsätzliches Misstrauen hege.
Und so hatte ich die diffuse Sorge, dass diese "elektronischen"
Briefe irgendwann verloren gehen könnten.
In den letzten Wochen begann ich dann, dieses alles
zu lesen. Und irgendwann begriff ich, dass zwischen
meinem Verstand und meiner Psyche offenbar eine
Barriere entstanden ist.
Irgendetwas in mir hatte schon länger gefühlt, dass
es mir deutlich besser geht, genau so aber hat irgend
etwas anderes in mir, dieses Gefühl nicht wirklich
zugelassen. Da musste wohl wirklich erst unsere kleine
Enkeltochter kommen, um mich wachzurütteln.
Inzwischen aber habe ich aus all dem, was sich an Notizen
und Gedanken angesammelt hat, einen langen Brief
angefertigt.
Ich habe immer wieder daran gearbeitet. Habe ihn dann
wieder in die Schublade gelegt, irgendwann wieder herausgeholt,
das Ganze so oft gedreht und gewendet, bis irgendwann alle
Worte genau dort waren, wo sie hin sollten.
So lange halt, bis ich irgendwann zufrieden damit war und nun
sicher weiß, das ich mit diesen Zeilen bis an mein eigenes
Lebensende gut umgehen kann.
Der Brief wäre wirklich zu lang für dieses Forum und würde
den zulässigen Rahmen mit Bestimmtheit sprengen.
Zudem ist er nur für mich persönlich gedacht.
Aber sein Ende stelle Dir nun gerne vor:
........................................................................
"Die Akzeptanz meiner neuen Lebensphase hat
den großen Schmerz um Deinen Tod nun abgelöst.
Niemals werde ich Dich vergessen und niemals
werde ich unsere Liebe zueinander vergessen.
Unser Leben war mit allem, was es für uns
bereit gehalten hat, schön. Denn es war unser Leben.
Hab Dank dafür und auch für Deine Treue.
Jetzt aber ist es an der Zeit, Dich gehen zu lassen.
Ich habe verstanden, dass keine meiner Tränen
Dich jemals zurückbringen wird. Vielleicht sehen
wir uns eines Tages wieder. Wer weiß das schon
wirklich.
In Anlehnung an das Gedicht von Joseph von
Eichendorff möchte ich mir nun sehr gerne
vorstellen, dass Deine Seele endlich weit ihre
Flügel ausbreiten darf und durch die stillen
Lande fliegt, gerade so, als flöge sie nach Hause.
Flieg nach Hause, mein Schatz. Ich gebe Dich frei.
Ich selbst werde von nun an so leben, wie Du es Dir
so sehr von mir gewünscht hattest. Es hat recht lange
gedauert, aber jetzt erst bin ich dazu bereit.
Ich bin ganz sicher, dass Du von irgend woher
über mich wachen wirst.
Das hast Du immer getan,
und daran wird auch Dein Tod nichts ändern."
Ich umarme Dich
Deine Liebste


