Von Andreas Steinhardt 23.03.2023 um 20:20 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Goethe, passend zum "frühen Frühjahr". Noch ist das Wetter sehr durchwachsen, ein wenig Schnee ist auch noch in Aussicht, was ich ganz toll finde, als passioniertes Winterkind. Theresia war das Wetter einerlei, meine Großmutter kam mit Hitze und Schnee, mit Sturm und Regen bestens zurecht. Sie beschwerte sich nie über das Wetter - sie sagte, in Ostpreußen hatten wir auch alle Wetter - heiße Sommer, sehr kalte Winter...
März
Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Dass von den Blümlein allen,
Dass von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.
Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem, falschem Schein,
Die Schwalbe selber lüget,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein.
Sollt ich mich einzeln freuen,
Wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
Doch kommen wir zu zweien,
Gleich ist der Sommer da.
Johann Wolfgang von Goethe
* 27.08.1749 in Frankfurt/M.
+22.03.1832 in Weimar





